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Pirelli-Probleme auch beim GP China

Lotus erklärt das Reifen-Geheimnis

Kimi Räikkönen - Lotus - Formel 1 - GP Malaysia - 22. März 2013 Foto: Daniel Reinhard 25 Bilder

Neben Ferrari scheint vor allem Lotus den neuen Pirelli-Reifen als einziges Team richtig verstanden zu haben. Vor dem GP China erklärt Technikchef James Allison das Geheimnis der 2013er Gummis. Der Brite verrät außerdem, was Lotus in Shanghai an technischen Updates plant.

05.04.2013 Tobias Grüner

Neben dem Thema Stallregie haben vor allem die Reifen die Schlagzeilen in den ersten zwei Saisonrennen bestimmt. Fast das ganze Fahrerlager schimpft über die neuen Gummis, die schon nach wenigen Runden Auflösungserscheinungen zeigen. Nur zwei Teams hielten sich bisher mit Kritik zurück: Ferrari und Lotus.

Während Red Bull vehement nach neuen (oder alternativ auch alten) Reifen schreit, stellen sich Ferrari und Lotus als letzte Verteidigungslinie vor den Gummiausrüster aus Italien. Beide Teams wollen die aktuelle Gummi-Generation unter allen Umständen behalten und lehnen Pläne zur Änderung der Mischungen ab.

Blickt man auf die ersten Rennen, ist auch klar warum: Die roten und die schwarz-goldenen Autos gehen spürbar sparsamer mit dem wertvollen Kautschuk um. Die Stärke von Ferrari liegt vor allem in konstant schnellen Longruns. Lotus schaffte es sogar, sowohl in Australien als auch in Malaysia einmal weniger zu stoppen als die Konkurrenz.

Reifen nicht mit ganzer Lauffläche auf den Asphalt

Die Behauptung der anderen Teams, die Reifen hätten sich im Vergleich zum Vorjahr zu stark verändert, will Lotus-Technikchef James Allison so einfach nicht stehenlassen. "Sie sind gar nicht so viel anders. Sie sind durch die Bank nur eine Stufe weicher und die neue Konstruktion erschwert es, den Gummi auf der Innenflanke zu nutzen."

Allison erklärt, wo das Problem für die Ingenieure genau liegt: "Es ist sehr schwierig, die ganze Lauffläche des Reifens mit dem Asphalt in Berührung zu bringen. Deshalb hat man auch nur wenig Gummi zum Arbeiten." Pirelli hatte vor der Saison die Form der Slicks verändert. Die Schultern wurden verstärkt. Der Reifen dadurch "eckiger". Wichtig sei vor allem eine gute Balance im Auto, so Allison. Dann sei es leichter, den "Sweet Spot" zu finden - also den Bereich, in dem der Reifen die beste Leistung liefert.

Allison äußert allerdings Verständnis für die Kritik seiner Kollegen. "Einige Teams würden gerne zu den Reifen von 2012 zurückkehren. Das ist normal. Die Teams machen immer Politik in eigener Sache. Wir haben das Gefühl, dass die aktuellen Reifen für unterhaltsame Rennen sorgen. Aber wir sagen das natürlich auch, weil unser Auto davon profitiert, wenn die Reifen etwas feinfühliger sind."

GP China hart für die Reifen

In Shanghai erwartet der Brite erneut einen harten Test für die Gummis. "Einige der langsamen Kurven haben einen erweiterten Radius. Das sorgt für größere Belastungen auf dem Gummi, da das Drehmoment deutlich höher ist als der Grip. Da kann man schnell einen Satz Hinterreifen verheizen. Außerdem ist es in Shanghai immer relativ kalt. Also wird wohl auch Graining wieder ein Thema sein. Aber unter solchen Bedingungen sollte unser E21 eigentlich ganz vernünftig funktionieren."

Nachdem in Malaysia nur Kimi Räikkönen mit dem neuen Auspuff-Paket unterwegs war, wird in Shanghai auch das zweite Auto von Romain Grosjean nachgerüstet: "Einer der Vorteile des neuen Pakets ist ein verbesserter Abtrieb auf der Hinterachse in Kurven, in denen das Verhältnis der Abgas-Power zur Auto-Geschwindigkeit besonders hoch ist - also vor allem in langsameren Kurven. Das sollte uns auf Kursen wie Shanghai helfen, die Reifen besser am Leben zu halten", erklärt Allison.

Damit ist das Update-Paket aber noch nicht komplett: "Wir haben noch ein paar kleinere Neuerungen am Frontflügel, an den Heckflügel-Endplatten und den Leitblechen am Seitenkasten." Wie schon in Malaysia könnte aber das Wetter einem guten Lotus-Ergebnis in die Quere kommen. "Regen ist nicht unsere Stärke", gibt Allison zu. "Wir bekommen die Intermediates nicht schnell genug auf Temperatur und unser Heckflügel generiert nicht genügend Abtrieb für feuchte Strecken. Das Problem bekommen wir auch erst in den Griff, wenn wir einen neuen Heckflügel entwickelt haben."

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