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Pirelli-Prognose

Droht Langeweile an der Reifen-Front?

Romain Grosjean Verbremser GP Korea 2012 Foto: xpb 29 Bilder

Die Strecke in Korea hat aus Reifensicht ihre eigenen Gesetze. Der Verschleiß ist vor allem auf der Hinterachse so gering, dass am Sonntag einige Piloten mit einem Ein-Stopp-Rennen spekulieren werden.

12.10.2012 Tobias Grüner

Wenn man das Streckenlayout von Korea sieht, kann man kaum glauben, dass Pirelli mit den beiden weichsten Mischungen "supersoft" und "soft" angereist. Aber schon im Vorjahr, als die Italiener die gleiche Wahl getroffen hatten, waren alle Bedenken schnell beseitigt. Korea ist was den Verschleiß angeht keine große Herausforderung.

"Es ist eine seltsame Strecke - aus verschiedenen Gründen. Auf den ersten Blick sieht es nach einem schnellen aber normalen Kurs aus. Aber die Asphaltoberfläche ist wie bei einem Straßenkurs. Keine Löcher, sehr eben und viel Bitumen drin. Der Reifenabbau ist damit sehr gering", erklärte Pirelli-Sportchef Paul Hembery.

Einstopp-Rennen in Korea

"Die Struktur des Reifens wird durch die hohen Belastungen stark beansprucht. Aber die Mischung auf der Oberfläche wird kaum gefordert. Einige Fahrer werden wohl über ein Einstopp-Rennen nachdenken", so die Trainingsanalyse des Reifenpapstes.

Die ungewöhnliche Streckencharakteristik sorgt allerdings für andere Probleme: Die Reifen beginnen wegen des vielen Drecks auf der Piste zu Körnen. "Graining ist ein Thema", gibt Hembery zu. "Das liegt daran, dass hier im Rest des Jahres nicht gefahren wird und dass es hier keine Rahmenrennen gibt. Die Strecke ist sehr staubig. Und viel besser wird es wohl auch nicht."

Neben dem Graining sorgte vereinzelte Blasenbildung an den Vorderreifen für Ärger: "Die Vorderreifen sind hier der limitierende Faktor. Einige Teams waren beim Setup sehr aggressiv und haben die Grenzen in Sachen Radsturz wieder ausgereizt. Aber der Nutzen hielt sich in Grenzen. Dafür erhöhte sich der Verschleiß an der inneren Reifenschulter. Mit dem harten Hinterreifen könnte man wohl das ganze Rennen durchfahren."

Korea benötigt eigene Mischung

Viele Teams klagten zudem über Probleme, den Gummi über die Distanz auf Temperatur zu halten. "Es gibt nur wenige schnelle Kurven, in denen der Reifen arbeitet. Dafür kühlt der Gummi auf den langen Geraden sehr schnell wieder aus", erklärt Hembery das Phänomen.

"Die Strecke ist irgendwie bizarr. Ich habe zu einem meiner Ingenieure aus Spaß gesagt, dass wir hier besser mit dem Intermediate-Reifen unterwegs wären. Man braucht einen Reifen, der bei niedrigen Ansprüchen arbeiten. Eigentlich bräuchte man eine eigene Mischung nur für diese Strecke."

Der Unterschied zwischen den Mischungen beträgt laut Hembery nur 0,2 bis 0,6 Sekunden – je nach Team. Es kann also gut sein, dass viele Piloten am Start auf die harte Mischung setzen und damit so lange wie möglich fahren werden. Bei nur einem, höchstens zwei Stopps, sind die taktischen Möglichkeiten aber begrenzt.

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