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Pirelli rechnet mit neuen Rekordrunden

Formel 1 um zwei Sekunden schneller

Formel 1 - GP Australien 2015 - Bilderkiste - F1 - Mercedes - Nico Rosberg Foto: Daniel Reinhard 20 Bilder

Der GP Australien gibt eine Vorgeschmack darauf, was die Zuschauer in diesem Jahr erwartet. Nicht nur eine weitere Siegesserie der Silberpfeile. Was die Testfahrten angedeutet haben, wurde in Melbourne bestätigt. Die Rundenzeiten werden um zwei Sekunden schneller.

21.03.2015 Michael Schmidt

Noch hat die Formel 1 viel zu tun. Die schnellste jemals in Melbourne gefahrene Runde gehört Sebastian Vettel aus dem Jahr 2011. Er stellte seinen Red Bull RB7 mit einer Zeit von 1.23,529 Minuten auf die Pole Position. Mit einem Renault V8 mit 750 PS im Heck. Der Rundenrekord im Rennen gehört immer noch Michael Schumacher. Er datiert aus der Saison 2004 und steht bei 1.24,125 Minuten. Der Ferrari F2004 wurde damals von einem Zehnzylinder mit 910 PS angetrieben.

Formel 1-Autos sind schwerer geworden

Lewis Hamilton war bei seiner Trainingsbestzeit knapp drei Sekunden langsamer als Vettel vor drei Jahren. Dabei gibt sein Mercedes V6-Turbo bei voller Elektropower rund 100 PS mehr ab als der Renault-Achtzylinder in Vettels Red Bull. Doch die aktuellen Autos sind auch 62 Kilogramm schwerer. Und sie haben weniger Abtrieb.

Die schnellste Rennrunde von Hamilton von 1.30,945 Minuten liegt satte 6,8 Sekunden über dem Rekord. Auch hierfür gibt es eine Erklärung. Damals gab es Tankstopps und einen Reifenkrieg. Schumacher war im Rennen auf weicheren Reifen unterwegs. Und als sie noch im frischen Zustand waren, hatte er weniger Sprit an Bord.

Auf harten Reifen schneller als auf weichen

Die neue Hybrid-Formel bewegt sich trotzdem mit Lichtgeschwindigkeit auf die alten Rekordwerte zu. In einer Analyse von Pirelli wurdendie Zeiten aus dem Vorjahr in allen Trainingssitzungen und im Rennen deutlich unterboten. Im Schnitt um zwei Sekunden. Im ersten Training stand eine Rundenzeit von 1.31,840 Minuten als Vergleichswert. Gefahren auf Medium-Reifen. Ein Jahr später war Nico Rosberg mit 1.29,557 Minuten um 2,3 Sekunden schneller.

Das Bild setzt sich mit den weichen Reifen fort. Im Vergleich der zweiten Trainingssitzungen wurde die Bestzeit von 1.29,625 Minuten (2014) auf 1.27,697 Minuten gedrückt. Im dritten Training war Lewis Hamilton mit 1.27,867 Minuten um 1,5 Sekunden schneller als im Vorjahr. Den größten Sprung verzeichnete die 2015er Fahrzeuggeneration in der Qualifikation. 1.26,327 Minuten stehen gegen 1.30,775 Minuten. Was auch daran lag, dass vor einem Jahr nur das Q1 trocken war. Danach setzte Regen ein.

Mehr Leistung und Abtrieb

Auch das Rennen passt ins Bild. Hamilton lag mit 1.30,945 Minuten um 1,5 Sekunden unter Rosberg Vorjahreswert von 1.32,478 Minuten. Dabei war Hamilton gehandikapt. Er drehte die schnellste Runde in einem Einstopp-Rennen auf Medium-Reifen. Rosberg war 2014 mit zwei Stopps unterwegs und hatte bei seiner schnellsten Runde die Soft-Reifen aufgezogen.

Der Zeitensprung liegt daran, dass die Motoren mehr Leistung und die Autos mehr Abtrieb haben. Aber auch der neue Hinterreifen von Pirelli spielt eine Rolle, wie Motorsportchef Paul Hembery ausführt: "Diese Zahlen belegen, was wir nach den Winter-Testfahrten erwarten konnten. Wir werden in diesem Jahr signifikant schnellere Rundenzeiten sehen. Auf einigen Strecken erwarte ich sogar neue Rundenrekorde. Dabei spielt auch die neue Konstruktion unserer Hinterreifen eine Rolle, die mit den Anforderungen besser klarkommt."

20142015
Training 11.31,840 (medium)1.29,557 (medium)
Training 21.29,625 (soft)1.27,697 (soft)
Training 31.29,375 (soft)1.27,867 (soft)
Qualifikation1.30,775 (soft)1.26,327 (soft)
Rennen1.32,478 (soft)1.30,945 (medium)
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