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Pirelli-Reifen 2014

Formel 1-Paranoia erschwert Reifen-Entwicklung

Mercedes GP Singapur - Pirelli Reifen Foto: Pirelli 26 Bilder

Pirelli ist mit den Gedanken schon ganz bei der Saison 2014. Da die Teams mit Informationen nur spärlich herausrücken, wird es für den Reifenlieferanten eine Reise ins Unbekannte. Große Testmöglichkeiten gibt es dieses Jahr nicht mehr.

30.09.2013 Tobias Grüner

Pirelli ist aktuell wirklich nicht zu beneiden. Der Mailänder Gummi-Spezialist hat sich gerade erst von den negativen Schlagzeilen der platzenden Reifen in Silverstone erholt, da bahnt sich auch schon die nächste Krise an. Die Ingenieure der Teams verlangen für die 2014er Entwicklung endlich konkrete Daten zu den neuen Walzen. Doch sie selbst sind mit der Herausgabe von Informationen äußerst sparsam.

Pirelli benötigt Daten von 2014er Autos

"Anfang August haben wir die Teams erstmals um Daten zu 2014 gebeten", berichtet Pirelli-Sportchef Paul Hembery. "Das müssen wir aber wohl noch ein paar Mal wiederholen, bevor wir zu den Wintertest 2014 fahren. Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist extrem hoch. Die Daten, die wir bekommen haben, dürften im Februar schon deutlich überholt sein. Wir müssen also ständig versuchen, an neue Informationen zu kommen."
 
Ideal wäre der Test mit einem 2014er Auto. Doch die gibt es bekanntlich noch nicht. Und Tests mit aktuellen 2013er Autos sind auch tabu. Die einzige Möglichkeit, die Experimental-Walzen für die kommende Saison zu testen, sind 1.000 Kilometer-Läufe mit Formel 1-Rennern von 2011. In der Woche nach Monza war man zum Beispiel mit Red Bull in Barcelona unterwegs.
 
"Das lief ganz gut, soweit man das sagen kann", berichtet Hembery. "Immerhin war das Auto rund 3 Sekunden schneller als der Lotus, den wir normalerweise als Testwagen benutzen. Von dem her lief es also so erfolgreich wie es möglich war. Allerdings erwarten wir immer noch eine Reise auf unbekanntes Terrain mit den neuen 2014er Autos."

Nach Red Bull hat auch noch McLaren Interesse signalisiert, Pirelli bei den Tests der neuen Gummis zu helfen. Sonst gibt es keine Möglichkeiten mehr für die Ingenieure, Daten auf der Strecke zu sammeln. Ein ursprünglich für die Woche nach Sao Paulo geplanter Test, wurde nun doch endgültig gestrichen. Somit bleiben nur noch die Winterstests direkt vor der Saison 2014.

Teams wollen Pirelli auch 2014 nicht helfen

Auch im kommenden Jahr sieht es schlecht aus mit Testfahrten zur Reifenerprobung. "Wir versuchen immer noch, mehr Tests zu bekommen", klagt Hembery. "Aber das ist nicht so leicht. Manchmal bekommen wir eine Zusage. Dann heißt es plötzlich, geht doch nicht. Also ein Schritt vor und zwei zurück."

Hembery schimpft über die mangelnde Kooperationsbereitschaft. "Es liegt an der Paranoia der Teams, dass wir keine Lösung finden. Was wir benötigen, um unsere Arbeit zu machen, passt leider nicht zu dem, was die Teams wollen. Niemand kommt mit einer Lösung."

Die Geduld des Briten ist langsam am Ende: "Wir haben es mit Kompromissen versucht. Unser letzter Vorschlag schien ganz vernünftig, wurde aber wieder in den jeweiligen Arbeitsgruppen abgelehnt. Wir müssen es wohl eine Ebene höher, bei den Teamchefs, versuchen."

Der Auftrag, Reifen zu bauen, die konstant abbauen und spannende Rennen liefern, scheint bei diesen Voraussetzungen kaum erfüllbar. Pirelli will unbedingt verhindern, dass am Ende wieder die Gummis um die Ohren fliegen. "Wir werden deshalb eine sehr konservative Strategie fahren. Wir nehmen also die Worst-Case-Simulation als Grundlage für die Entwicklung der Reifenstruktur."

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