Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows

Pirelli-Reifenstrategie

Erste Boxenstopps in Runde fünf

Felipe Massa - Ferrari - Formel 1 - GP Australien - 15. März 2013 Foto: xpb 26 Bilder

Pirelli hat die Teams mit einer aggressiven Reifenwahl vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Die weichen Reifen halten nur wenige Kilometer. Die ersten Piloten werden im Rennen wohl schon nach fünf Runden zum Wechsel kommen.

15.03.2013 Tobias Grüner

Der Grand Prix-Kurs im Albert Park von Melbourne ist eine besondere Rennstrecke. Der Asphalt ist im Vergleich zu anderen Strecken relativ glatt. Der Reifen-Verschleiß ist dadurch ungewöhnlich niedrig. Aus Angst vor einem langweiligen Einstopp-Rennen entschied sich Pirelli daher für eine ungewöhnliche Lösung.

"Wir haben den Supersoft-Reifen mitgebracht, obwohl wir wussten dass er eigentlich nur im Qualifying zu gebrauchen ist", erklärte Pirelli-Sportchef Paul Hembery. "Im Rennen werden wir wohl hauptsächlich den Medium-Reifen sehen." Das Problem für die Top-Teams: Die Fahrer unter den ersten Zehn müssen auf den Gummis starten, auf denen sie ihre schnellste Qualifying-Runde gedreht haben.

Kurzer Stint auf weichen Reifen

Laut Pirelli-Analysen der ersten Trainings sind die rot-markierten weichen Sohlen zwischen 0,7 und einer Sekunde schneller als die Medium-Mischung. Deshalb kann es sich keiner leisten, mit den härteren Gummis in den Kampf um die besten Startplätze zu gehen. "Das Training hat gezeigt, dass die weichere Mischung aber nur rund acht bis zehn Runden hält", so Hembery. Danach brechen die Zeiten dramatisch ein.

Rechnet man mit drei Runden im Qualifying bleiben somit nur fünf Runden im Rennen, bis die Autos nach dem Start mit viel Sprit an Bord zum ersten Mal die Box ansteuern müssen. "Das ist sicher gewöhnungsbedürftig", gibt Hembery zu. "Aber immer noch besser als ein langweiliges Einstopprennen. Der Kurs hier zwingt uns zu dieser ungewöhnlichen Reifenstrategie."

Medium-Reifen hält ewig

Die Analyse der Longruns auf der härteren Medium-Mischung gibt dem Pirelli-Reifenpapst Recht. "Die halten ewig. Bei einigen Teams haben wir sogar negativen Verschleiß gesehen. Das heißt, dass die Autos trotz Reifenabbau mit leerer werdendem Tank immer schneller werden. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Autos. Einige haben offensichtlich kapiert, wie sie ihr Setup einstellen müssen."

Um welche Teams es sich dabei handelt, wollte Hembery nicht sagen. Der Blick auf die Zeitentabelle zeigt, dass man neben Red Bull wohl vor allem Ferrari und Lotus auf der Rechnung haben muss. Mit etwas mehr Gummi auf der Bahn dürfte der Verschleiß noch sinken. "Dann werden sicher einige Teams über eine Zweistopp-Strategie nachdenken", so Hembery.

Die Reifen sorgen also wieder einmal für Extra-Zündstoff. Nicht nur die Frage ob zwei oder drei Stopps sorgt für Spannung. Im Rennen wird es vor allem interessant, wie gut die Spitzenfahrer nach ihrem ersten Boxenstopp an den Piloten aus dem Mittelfeld vorbeikommen, die sich für einen Start auf frischen Medium-Reifen entschieden haben. Überholen ist wie schon oft gesehen nicht ganz einfach in Melbourne.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden