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Pirelli-Reifen halten länger

Weniger und schnellere Boxenstopps

McLaren Boxenstopp 2012 Foto: xpb 29 Bilder

Mit dem Einstieg von Pirelli 2011 stieg die Zahl der Reifenwechsel im Vergleich zu den Jahren davor stark an. Wir haben nach neun Rennen Bilanz gezogen und festgestellt. In dieser Saison gibt es wieder deutlich weniger Boxenstopps. Und die Teams haben ihre Reifenwechsel beschleunigt.

13.07.2012 Michael Schmidt

Wie war das 2010, als die Formel 1 noch auf Bridgestone fuhr? Im Schnitt ein oder zwei Boxenstopps pro Fahrer. In Barcelona und Silverstone wurden vor zwei Jahren je 28 Boxenstopps gezählt, in Monte Carlo gar nur 20. Zusammengerechnet kommt man auf 304 Boxenstopps bei den ersten neun Rennen.

Im Vergleich dazu stiegen mit dem Einzug von Pirelli die Zahlen 2011 geradezu inflationär an. Barcelona verzeichnete 77 Stopps, Silverstone 54 und Monte Carlo 43. Insgesamt wurden bei den ersten neun Grand Prix des Vorjahres 560 Boxenstopps abgespult. Hauptsächlich zum Reifenwechsel. Die Durchfahrtstrafen gleichen sich über die Jahre aus.

Pirelli-Reifen halten länger als 2011

In dieser Saison ist die Zahl der Stopps wieder stark zurückgegangen. Von 560 auf 466. Obwohl drei der vier Pirelli-Mischungen weicher sind als im letzten Jahr. Von kurzlebigeren Reifen, wie es so manches Team uns glauben machen will, kann also gar nicht die Rede sein.

Selbst wenn man die Zahlen von Istanbul und Bahrain wegen der Unterschiedlichkeit der Rennstrecken für den Vergleich ausklammert, läge die Gesamtzahl aller Stopps (478:395) in dieser Saison um 83 unter dem Wert des vergangenen Jahres. Man kann auch nicht mit dem Wetter argumentieren. So wie das Regenchaos von Montreal 2011 mehr Reifenwechsel als üblich brachte, war das 2012 in Malaysia auch der Fall.

Teams und Pirelli lernen dazu

Die Gründe für den Rückgang der Stopps liegen auf der Hand. Die Teams und Pirelli haben dazugelernt. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres konnten die Ingenieure auf den ein Jahre alten Abstimmungsdaten aufbauen. Und nach einer Saison weiß der italienische Reifenlieferant, welche Gummimischungen perfekt zu welcher Strecke passen.

Was das ausmachen kann, hat selbst der langjährige Reifenausrüster Bridgestone erfahren müssen. 2009 wurde in Montreal nicht gefahren. Ein Jahr später erlebte Bridgestone in Kanada eine böse Überraschung. Die 61 Stopps von 2010 stechen selbst im Verhältnis der Bridgestone-Zahlen negativ heraus. Die 2010 in Montreal verwendeten Gummimischungen waren viel zu weich.

Im Vergleich von 2011 zu 2012 sticht heraus, dass die Zahl der Boxenstopps nur bei einem Grand Prix gestiegen ist, und das war dem Regen und der später abtrocknenden Piste in Malaysia geschuldet. Mit Schlechterwetterreifen, Intermediates, medium und hart kamen in einem Rennen vier Reifentypen zum Einsatz. Ein Novum.

Bei mehr als der Hälfte der ersten neun Grand Prix sind die Fahrer im Vergleich zu 2011 mit einem Stopp weniger über die Distanz gekommen. Und das obwohl die Autos weniger Anpressdruck generieren als vor einem Jahr mit dem angeblasenen Diffusor. Abtrieb schont normalerweise die Reifen. Das heißt, dass sich auch Pirelli in punkto Haltbarkeit verbessert haben muss.

Boxenstopps werden immer schneller

Trotzdem findet immer noch viel Action in der Boxengasse statt. Umso wichtiger wird die Zeit, die man dort verbringt. Boxenstopps können Rennen entscheiden. Es ist ein Kampf um Zehntelsekunden entbrannt. Eine Standzeit unter drei Sekunden gilt beinahe schon als Normalfall.

Beim Abgleich der gesamten Verweilzeit in der Boxengasse des jeweils schnellsten Boxenstopps im Rennen kommt heraus, dass sich die Teams in fünf von acht Fällen gesteigert haben. Die Rennen in der Türkei 2011 und Bahrain 2012 werden wegen der unterschiedlichen Länge der Boxengasse ausgeklammert.

In Summe waren die Boxenstoppkönige bei acht Vergleichsmöglichkeiten in diesem Jahr um 0,688 Sekunden schneller. Auch das verdient Beachtung, denn die FIA hat einige Tricks untersagt. Zum Beispiel Helium befeuerte Schlagschrauber oder Drehmomentsensoren. In diesem Jahr machen die Schrauber den Unterschied.

Grand PrixStopps 2010Stopps 2011Best 2011Stopps 2012Best 2012
Australien28 (Regen)4622,250 (Webber)4121,910 (Alonso)
Malaysia225921,991 (Webber)76 (Regen)22,163 (Schumi)
China67 (Regen)5820,522 (Schumi)5620,024 (Alonso)
Türkei/Bahrain2182(kein Vergleich mögl.)71(kein Vergleich mögl.)
Spanien287719,534 (Rosberg)6719,456 (Alonso)
Monaco204324,670 (Button)2624,874 (Rosberg)
Kanada6176 (Regen)22,402 (Webber)3721,115 (Massa)
Europa296520,136 (Alonso)4919,640 (Button)
England285423,127 (Vettel)4324,762 (Button)
Gesamt:304560174,632s466173,944 s
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