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Pirelli-Reifen in Malaysia

Dreistopp, Vierstopp oder noch mehr?

Reifen - GP Malaysia 2011 Foto: xpb 21 Bilder

Der erste Trainingstag für den GP Malaysia lieferte noch keine schlüssigen Antworten auf die Reifenfrage. Wer sein Auto gut ausbalanciert hatte, kam passabel über die Runden. Der Rest hat Angst, ob ihm sechs Satz Reifen für das Rennen reichen.

08.04.2011 Michael Schmidt

Es ist alles eine Frage der Balance. Also dem Maß an Unter- und Übersteuern, das bei einer gegebenen Abstimmung auftritt. Wer zu viel rutscht, ruiniert die Reifen. Die Streckencharakteristik von Sepang belastet generell mehr die Hinterreifen. Also das Gegenteil von Melbourne. McLaren machte am ersten Trainingstag beide Erfahrungen. Am Morgen, als die Autos wild übersteuerten, fraßen sie auch den Gummi auf der Lauffläche der Hinterreifen.

Abstimmungsänderungen und im Fall von Jenson Button der Rückgriff auf die alte Aerodynamikkonfiguration änderten das Bild am Nachmittag. Plötzlich fuhren auch Lewis Hamilton und Jenson Button konstant 1.44er Zeiten über zehn Runden. Erst dann begannen die Hinterreifen rapide nachzulassen. Innerhalb von drei Runden stand eine Zeit von 1.48 Minuten auf der Uhr.

Red Bull mit Reserven

Anders bei Sebastian Vettel. Er fiel in der zehnten Runde aus dem 1.44er Fenster, um dann in der elften eine Zeit von 1.43,993 Minuten auf die Bahn zu zaubern. Das zeigt: Der Weltmeister und sein Red Bull haben noch Reserven.

Ganz anders das Bild bei Ferrari und Mercedes. Felipe Massas Zeitentabelle zeigte wilde Zacken. Von 1.47 bis 1.43 Minuten war alles dabei. Allerdings hatte sich der Brasilianer zu Beginn seines Dauerlaufs zwei Runden in Schleichfahrt jenseits der Zweiminuten-Grenze gegönnt. Was darauf schließen lässt, dass der Prozess des Anfahrens ganz entscheidend für die Lebensdauer der Reifen ist.

Ferrari mit Balance-Problemen

Fernando Alonso machte ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter: "Ich hatte große Schwierigkeiten mit der Balance des Autos. Wir haben viel mit der Abstimmung experimentiert, kamen aber auf keinen grünen Zweig." Auch bei Mercedes muss in der Nacht zum Sonntag noch viel gearbeitet werden. "Mit wenig Sprit an Bord war das Auto ordentlich ausbalanciert", erzählte Teamchef Ross Brawn. "Im Dauerlauf mit mehr Benzin im Tank hatten wir plötzlich große Balanceprobleme. Da kannst du zuschauen, wie die Reifen kaputtgehen. Wenn so etwas am Sonntag passiert, gehen dir die Reifen aus."

Pirelli-Reifenchef Paul Hembery glaubt, dass der Gummi, den die Rahmenrennen auf die Bahn tapezieren, ab Samstag den Verschleiß und damit auch den Abbau der Reifen reduzieren. "Das haben wir schon in Melbourne gesehen. Deshalb waren wir selbst überrascht, wie gut die Reifen am Sonntag gehalten haben." Die weichen Reifen waren am Freitag nach sieben oder acht Runden über den Berg. Die harten hielten 12 bis 13 Runden.

Hembery: "Normales Rennen mit drei Stopps"

Das spräche für Hemberys erste Prognose von einem Vierstopprennen. Doch der 44-jährige Engländer ist optimistisch: "Wir rechnen damit, dass wir am Samstag mit den harten Reifen schon so um die 18 Runden fahren werden können. Wenn wir die weiche Mischung auf zehn Runden bringen, sollte es ein ganz normales Rennen mit drei Stopps werden."

Hembery glaubt nicht daran, dass einer aus den Top Ten in der Qualifikation mit harten Reifen auf seine schnelle Runde geht: "Das kann sich, wenn überhaupt, nur Red Bull leisten. Aber selbst da ist das Risiko zu groß. Der weiche Reifen ist um 1,2 Sekunden schneller. Da riskierst du zu viele Startplätze, wenn du mit hart pokerst." Vielleicht ist Startplatz elf morgen so begehrt wie die Pole Position. Es ist die erste Position, von der der Fahrer seine Reifenwahl für das Rennen frei treffen kann.

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