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Pirelli-Reifen

Keine Action im Freien Training?

Nico Rosberg Foto: Pirelli 21 Bilder

In den Freien Trainingssitzungen droht 2011 viel Leerlauf. Die neuen Pirelli-Reifen bauen so stark ab, dass kaum jemand die wertvollen Gummis verheizen will. Die Situation ist für Fans und Fahrer unbefriedigend.

02.03.2011 Tobias Grüner

Die neuen Pirelli-Reifen sollen in der Saison 2011 für mehr Action sorgen. Die FIA hat um einen erhöhten Verschleiß gebeten. Zwei Boxenstopps sind nun das Minimum pro Rennen. Die ersten Tests in Spanien deuten sogar darauf hin, dass die Piloten drei Mal zum Reifenservice abbiegen müssen. Doch was im Rennen für Spannung und Abwechslung sorgt, könnte sich im Training als Rohrkrepierer erweisen.

Die Anzahl der Reifensätze wurde dem erhöhten Verschleiß nämlich nicht angepasst. Nur elf Mal gibt es für jeden Pilot frische Gummis. Der erste Satz muss schon am Freitagmittag abgegeben werden. Zwei weitere Sätze gehen nach der zweiten Sitzung zurück zum Hersteller. Vor dem Qualifying müssen laut Reglement noch einmal zwei Sätze weg - bleiben für das Rennen und die drei Runden des Zeittraining noch sechs frische Sätze.

Zu wenig Reifensätze für Rennen und Training

"Im Qualifying braucht man mindestens drei, aber auch nur wenn alles ideal läuft. Vielleicht hat man mal eine gelbe oder rote Flagge. Oder einen Fehler. Soll ja auch mal vorkommen. Dann ist ein Satz direkt verschossen", erklärte Sebastian Vettel kürzlich beim Red Bull-Sender Servus TV. "Das ist nicht so, dass man einen Reifen nochmal aufbereiten kann und dann eine zweite Runde rausbekommt. Die Zeiten fallen sofort um eine Sekunde. Damit gewinnt man nichts mehr."

Somit werden alle Teams diese sechs Reifensätze für Qualifying und Rennen unangetastet lassen. Doch mit den fünf anderen Sätzen ist nicht viel anzufangen. Selbst die härtesten Mischungen beginnen spätestens nach 15 Runden massiv abzubauen. "Dann ist man einfach nur noch ziemlich langsam. Die Traktion lässt nach und du rutschst sehr viel", erklärt Force India-Testpilot Nico Hülkenberg.

Setup-Vergleiche unmöglich

Bei Bridgestone konnte man selbst mit dem weichen Reifen locker eine halbe Renndistanz absolvieren. Doch diese Zeiten scheinen endgültig vorbei. Auch ein runder Fahrstil hilft da nicht weiter. "Man hat eine gewisse Anzahl an Runden und dann ist der Reifen kaputt und verschossen. Da ist es ziemlich egal, was der Fahrer macht", klagt Vettel. "Der Reifen baut zu schnell ab."

Bei nur 15 Runden pro Reifensatz ist die Konsequenz logisch: "Im Freitagstraining wird wohl nicht viel gefahren", prophezeit Force India-Pilot Adrian Sutil. "Dabei bräuchte man mit den Neuerungen wie KERS und dem Heckflügel eigentlich eher mehr Zeit. Aber so wie die Reifen abbauen, kann man gar nichts testen. Wenn man etwas am Auto ändert und das nicht mit neuen Reifen vergleicht, dann ist die Arbeit für die Katz."

Neuer Reifen während der Saison?

Das Problem ist natürlich für alle Teams gleich. Doch das ist den Fans auf den Tribünen wohl nur ein schwacher Trost, wenn sich jeder Fahrer im Training nur kurz auf der Strecke zeigt. "Pirelli könnte sagen: Wir bauen einen neuen Reifen. Bis die aber für das ganze Feld produziert sind, braucht es mindestens anderthalb Monate Vorlaufzeit", erklärt Vettel. "Jetzt ist es zu spät für den Saisonstart. Wenn man jetzt neuen Mischungen bringt, müsste man die während der Saison testen. Man kann ja nicht das Risiko gehen, dass bei 280 km/h der Reifen platzt."

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