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Pirelli-Reifen

"Wir haben unseren Augen nicht getraut"

Sergio Perez GP Australien 2011 Foto: xpb 46 Bilder

Die Pirelli-Reifen waren die größte Überraschung in Australien. Dass Sergio Perez eine ganze Renndistanz mit einem Boxenstopp überstand, verwunderte auch Pirelli-Sportchef Paul Hembery. "Wir haben geglaubt, die Anzeige ist falsch."

27.03.2011 Tobias Grüner

Was haben die Piloten in der Winterpause nicht über die neuen Pirelli-Reifen geschimpft. Von bis zu fünf Stopps war die Rede im Ernstfall. Doch in Australien kam alles anderes. Am Rennsonntag hielten die Gummis aus Italien plötzlich einwandfrei. Mit Sergio Perez schaffte sogar ein Pilot ein Einstopprennen.

Kein Wunder, dass Pirelli-Sportchef Paul Hembery nach der Zieldurchfahrt im Sauber-Pavillon vorbeikam, um zu gratulieren. "Wie habt Ihr das denn gemacht", fragte er Teamchef Peter Sauber. "Sogar wir haben nicht an eine Einstopp-Taktik geglaubt. Das war unglaublich." Sauber erwiderte grinsend: "35 Runden auf gebrauchte weichen Reifen - vielleicht lag es am Fahrer."

Lob für Team Sauber und Perez

Hembery konnte sein Glück kaum fassen. Endlich positive Schlagzeilen für Pirelli. "Wir haben unseren Augen nicht getraut", berichtet der Brite vom Rennen. "Wir haben uns gefragt: Was macht er denn da? Er muss doch irgendwann reinkommen. Dann haben wir geglaubt, dass die Anzeige falsch sein muss. Er muss doch nochmal gestoppt haben, als es keiner gesehen hat. Dann haben wir das geprüft und es kam heraus, dass er wirklich nur einmal Reifen gewechselt hat."

Einen Trend sieht Hembery aber noch nicht. Australien ist speziell. "Das würde mich überraschen, wenn wir das noch auf vielen Strecken in diesem Jahr sehen. Man muss auch dem Fahrer und dem Team für diese Leistung Anerkennung geben."

Über die Gründe der plötzlichen Ausdauer der Reifen konnte auch Pirelli nur mutmaßen. "Die Strecke ist deutlich besser geworden, als wir erwartet haben. Was vielleicht auch an dem Gummi lag, der von den Rahmenrennen auf den Asphalt gebracht wurde. Das ist schwer vorauszusagen. Der Reifenverschleiß war sogar noch geringer, als bei unseren eigenen Test."

Teams mussten Strategie anpassen

Auch die Teams waren überrascht. Sauber gab zu, dass man mit einem Einstopp-Rennen nicht gerechnet hat. Hembery berichtet von den ungewöhnlichen Problemen: "Die Teams mussten ihre Strategie auch anpassen. Christian Horner hat mir erzählt, dass sie eigentlich auf Drei-Stopps gestartet waren mit Vettel und dann gemerkt haben, dass der weiche Reifen besser hält und auf zwei Stopps umgeschwenkt sind."

Mit dem Auftaktrennen kann Pirelli nun erst einmal durchatmen. Der Stress der Testfahrten ist vorbei, jetzt warten die nächsten Herausforderungen. "Wir hatten schlaflose Nächte, weil wir so viel gearbeitet haben. Wir mussten alles aus dem Nichts aufbauen und einen neuen Reifen entwickeln. Die nächste Herausforderung wartet schon in Malaysia. Da gibt es bestimmt die nächste Lehrstunde für uns."

Reifenmarkierung noch nicht optimal

Hembery gibt zu, dass man zuletzt etwas Sorgen wegen der Haltbarkeit hatte. "Die Ergebnisse des Wintertests hätten uns auf die falsche Fährte führen können. Aber wir haben an die Daten unserer eigenen Tests geglaubt. Jetzt sind wir bestätigt worden. Wir werden uns am Abend sicher noch ein Bierchen genehmigen."

Nur in einem einzigen Punkt gab es in Melbourne Kritik. Die beiden Mischungen waren nicht besonders gut zu unterscheiden. "Wir sehen uns die Markierungen noch einmal an. Mit dem gelben Schriftzug gab es, glaube ich, keine Probleme. Den konnte man gut erkennen. Das Silber ist etwas mit dem schwarzen Reifen verschwommen. Aber wenn das mein größtes Problem ist, dann bin ich sehr zufrieden."

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