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Pirelli schlägt zurück

"Regenreifen halten 60 Runden"

Kimi Räikkönen Formel 1 2012 GP England Foto: Pirelli 98 Bilder

Nach dem ersten Trainingstag von Silverstone hagelte es Kritik. Die 24 Fahrer haben in 180 Trainingsminuten nur 396 Runden gedreht. Und das vor 80.000 Zuschauern. Normalerweise fahren sie 1.200 Runden an einem Freitag. Pirelli weist alle Vorwürfe zurück, dass es zu wenig Reifen gibt. Die Teams sind selbst schuld, wenn so wenig gefahren wird.

06.07.2012 Michael Schmidt

24 Fahrer. 180 Trainingsminuten. 80.000 Zuschauer. 396 Trainingsrunden. Das sind die Zahlen des ersten Trainingstages von Silverstone. Ein Armutszeugnis bei dieser Kulisse, die sich durch Regen, Schlamm und kilometerlange Staus gekämpft hat. "Die Fans tun mir leid", hat Jenson Button gesagt.

Reifen-Regel zum Kostensparen?

Fahrer und Teams begründen die Rundendiät mit der knappen Anzahl an Regenreifen. Jeder Fahrer bekommt am Wochenende drei Satz Schlechtwetterreifen und vier Satz Intermediates. Eine Uralt-Regel, von der keiner weiß, warum sie so aufgestellt wurde. Vermutlich um Kosten zu sparen. Das kann man sinnvoller machen.

Da drei Tage Regen angesagt sind, verbreiten die Teams Panik, am Sonntag ohne Reifen dazustehen. Wie der Freitag gezeigt hatte, sind Intermediates in diesen Verhältnissen wertlos. "Du hast selbst mit Regenreifen laufend Aquaplaning gehabt. Die Sicht ist schlechter als letztes Jahr in Montreal", winkte Pedro de la Rosa ab. "Wir können uns keinen Unfall leisten, weil wir zu wenig Ersatzteile haben."

Regenreifen hält komplette Renndistanz

De la Rosa fährt für das arme HRT-Team. Aber wo waren Red Bull, Ferrari, Mercedes, McLaren oder Lotus? Pirelli-Chef Paul Hembery gibt den Teams die Schuld, wenn zu wenig gefahren wird. "Ein Satz Regenreifen hält 60 Runden. Mal drei macht 180 Runden. Wie lange dauert der Grand Prix? 52 Runden. Die Fahrer hätten heute locker 50 Runden abspulen können und hätten am Sonntag immer noch genügend Luft gehabt. Ein Regenreifen nützt sich viel weniger ab als ein Slick oder ein Intermediates."

Hembery will sich nicht den schwarzen Peter zuspielen lassen. "Sie wissen doch, wie diese Teams ticken. Sie belauern sich gegenseitig. Wenn einer nicht rausfährt, bleiben auch die anderen an der Box. Es könnte ja sein, dass der eine, der nicht fährt, am Sonntag den besseren Reifen hat. Selbst wenn wir doppelt so viele Reifen bereitstellen würden, würde sich nichts ändern."

Die Teams reden sich auf das hohe Unfallrisiko heraus. Siehe Bruno Senna, der seinen Williams in der Chapel Kurve in die Leitplanken schmiss. Doch das sind eben die Risiken des Sports. Darf man deshalb 80.000 Zuschauern, die teuer bezahlt haben, die Show vorenthalten? Senna ist ein schlechtes Beispiel. Die meisten anderen Fahrer blieben auf der Strecke. "In so einem Fall ist es doch immer das gleiche", wettert Hembery. "Alle warten auf bessere Bedingungen. Wenn sie nicht kommen, warten sie ewig."

Pirelli hat noch Reifen auf Lager

Wer es wie Fernando Alonso mit Intermediates versuchte, wurde prompt bestraft. Der Spanier fuhr sich bei einem Dreher in die Leitplanken den Frontflügel ab. "Es war zu nass für Intermediates. Der kritische Punkt für Intermediates liegt bei tiefen 1.50er Zeiten. Davon waren wir heute sechs Sekunden entfernt", erklärte der Pirelli-Mann.

Sollte es weiter regnen, könnte es vielleicht doch eng werden. Denn die Wiesen rund um die Strecke sind so mit Wasser vollgesaugt, dass die Pfützen auf der Bahn immer wieder gefüttert werden. "Selbst bei leichtem Regen ist es nicht möglich mit Intermediates zu fahren", klagte de la Rosa. Dann müssten auch das dritte Training und die Qualifikation auf den Regenwalzen gefahren werden.

Pirelli will nicht zurückstehen. "Wir haben in unserem Lager in Didcot extra Regenreifen liegen", verrät Hembery. "Wenn gewünscht könnten wir sie hier herbringen. Ideal ist das allerdings nicht. Es ist die Charge für Hockenheim. Und wer sagt uns, dass es dort nicht auch regnet."

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