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Pirelli setzt Teams unter Druck

"Notfalls kaufen wir ein Auto"

Pirelli-Reifen - Formel 1 - GP Brasilien - 22. November 2013 Foto: ams 99 Bilder

Pirelli setzt den Teams die Pistole auf die Brust. Wenn es keine Einigung darüber gibt, wer für Pirelli im Dezember in Bahrain testet, dann überlegt der italienische Reifenhersteller sich ein Auto zu kaufen. Es gibt offenbar vier oder fünf Interessenten.

22.11.2013 Michael Schmidt

Der Test der 2014er Pirelli-Reifen in Interlagos fiel ins Wasser. Am Freitag fand sich 180 Minuten lang keine trockene Stelle auf der Rennstrecke. "Eine verpasste Gelegenheit", meinte Sportchef Paul Hembery missmutig. Umso wichtiger wird es, dass Pirelli seinen geplanten Bahrain-Test mit einem 2011er Auto durchführen kann. Der Test ist vom 17. bis zum 19. Dezember angesetzt. Fünf Teams haben Interesse bekundet. Jetzt stellt sich für Pirelli die Frage: Wen nehmen?

McLaren-Chef Martin Whitmarsh schlägt vor: "Sucht euch das günstigste Angebot aus." McLaren ist bereit, seine für den Test nötigen Leute auf eigene Kosten nach Bahrain zu schicken. Das Auto wird umsonst gestellt. Whitmarsh verhehlt nicht, dass er ein vitales Interesse hat, diesen Test durchzuführen. "Das gibt unserem neuen Fahrer Kevin Magnussen weitere Fahrpraxis. Pirelli kennt ihn schon von dem Vallelunga-Test im November. Sie wissen, dass Kevin konstante und schnelle Rundenzeiten fahren und damit relevante Daten liefern kann."

Wen wählt Pirelli aus?

Doch jetzt kommt die Konkurrenz ins Spiel. Mercedes-Teamchef Ross Brawn sieht es nicht gerne, wenn dadurch ein Team bevorzugt würde. "Es muss fair für alle sein. Wir wollen alle Pirelli helfen, damit sie den bestmöglichen Reifen nächstes Jahr liefern. Es wäre aber unglücklich, wenn ein Team unter Ausschluss der anderen die neuen Reifen alleine testen darf."

Stefano Domenicali von Ferrari sagt: "Besser ein Test als kein Test." Auf diesem Standpunkt steht auch Pirelli. "Wenn die Teams nicht in der Lage sind, dieses Problem auszusortieren, kaufen wir uns ein Auto. Das haben wir schon früher mit einem Toyota und Renault gemacht."
 
Laut Hembery haben vier bis fünf Teams Interesse gezeigt. Zum Beispiel auch Mercedes. Da hat man aber schnell einen Rückzieher gemacht, weil Pirelli das Auto nicht alleine einsetzen kann. "Wir brauchen zum Beispiel Motorenleute." Mercedes hat aber nicht die Kapazitäten, noch Techniker für den 2013er Motor abzustellen. Auch McLaren zögert. Moderne Formel 1-Autos haben Komponenten mit individuellen Laufzeiten. Doch wer überwacht, wie lange welches Teil eingesetzt wurde? Und wer sorgt für den Nachschub mit Ersatzteilen?

Pirelli erwägt Kauf eines 2013er Autos

Und es gibt noch eine Frage. Welches Auto soll Pirelli kaufen? Wenn sie sofort zuschlagen, müsste es ein 2011er Auto sein. Warten Sie mit einem Test bis Januar, könnten sie schon mit einem 2012er Modell fahren. Hembery schließt sogar für private Tests den Einsatz eines 2013er Fahrzeugs nicht aus. "Das ist ein Graubereich. Eigentlich kann uns das keiner verbieten, weil wir kein Wettbewerber sind. Wir würden die Daten nur für uns verwenden, und jedes Team könnte einen Beobachter schicken, wenn sie das wollen."
 
Whitmarsh gibt dem Reifenmann Recht. "Wenn unser künftiger Motorenpartner Honda es wollte, dürften sie im nächsten Jahr mit jedem Auto testen. Solange sie nicht offiziell in die Weltmeisterschaft eingeschrieben sind, können sie machen, was sie wollen." Pirelli muss die Entscheidung bereits kommende Woche treffen. Wenn der geforderte Test in Bahrain stattfinden soll, muss Ende nächster Woche die Seefracht auf Reisen gehen.

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