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Pirelli-Sportchef Hembery

"Zahl der Regenreifen muss diskutiert werden"

Paul Hembery Foto: Pirelli 21 Bilder

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery spricht in Istanbul mit auto-motor-und-sport.de über die ersten Eindrücke des Regenreifens, die berüchtigte Kurve 8, die kalten Temperaturen und Mark Webbers Reifentaktik in China.

06.05.2011 Bianca Leppert

Wie ist Ihr erster Eindruck von den Regenreifen?

Paul Hembery: Wir haben die Regenreifen heute zum ersten Mal genutzt. Manche haben wir mit Intermediates gesehen und mit Regenreifen. Die Strecke war heute etwas seltsam. Einige Teile waren perfekt für die Intermediates geeignet, andere Teile waren eher ein Fall für die Regenreifen. Es gab viel Aquaplaning, vor allem nach Kurve 11. Die Teams waren dort vorsichtig. Sebastian ist auf die Kerbs gekommen, das ist auch Gutierrez in der GP2 passiert. Es ist eben sehr rutschig im Regen, da kann man das Auto nicht mehr halten. Aber wir sind happy. Wir haben noch nicht das komplette Feedback, aber was wir gesehen haben, sah gut und konstant aus.

Wie viel Zeitunterschied liegt zwischen den Intermediates und den Regenreifen?

Hembery: Das ist noch zu früh zu sagen. Wir müssen das noch analysieren. Wir haben unsere eigenen Daten, aber ich möchte diese noch genau prüfen.

Wie sieht es mit der Reifenabnutzung aus?

Hembery: Wenn es regnet, spielt die Reifenhaltbarkeit keine große Rolle. Wenn es Mischbedingungen hat, gehen wir davon aus, dass der Intermediate 20 Runden hält. Aber es gibt noch ein anderes Problem. Wenn es drei Tage regnet, müssen wir darüber nachdenken, was wir am Sonntag machen. Das ist eine Sache der Regeln und des Sports zu entscheiden, ob wir Kontinuität in dieser Situation wollen. Darüber werden wir noch diskutieren. Wenn die Reifen am Ende ausgehen, ist das ein Problem für die Teams, für Pirelli und den Sport.

Sie haben neue Markierungen für den GP Türkei angekündigt. Wie sehen die aus?

Hembery: Wir haben bei der weichen Mischung nun noch eine gelbe Linie, die die Pirelli-Schriftzug verbindet. Wir glauben, wenn die Reifen in Bewegung sind, sieht man das besser. Das wollten wir hier ausprobieren.

Welchen Einfluss hat Kurve 8 auf die Reifen?

Hembery: Es ist eine große Belastung für den rechten Vorderreifen. Das Auto wird in dieser Kurve sehr lange beansprucht. Es ist eine strukturelle Belastung für den Reifen. Basierend auf unseren Daten und dem Test vor einem Monat, dürfte das kein Problem darstellen. Wir denken, wir sind gut vorbereitet. Aber natürlich ist das nicht vergleichbar mit 24 Autos, die durch Kurve 8 fahren. Wir analysieren das, nachdem die Autos nun im Trockenen gefahren sind.

Welchen Anteil trägt die Belastung in Kurve 8 im Vergleich zur restlichen Runde?

Hembery: Auf den Reifen lasten 4,5 g und über 1.000 Kilogramm. Das ist eine große Belastung. Der Knackpunkt ist die Dauer der Belastung, nicht die Belastung selbst. Die tritt auf vielen Strecken auf. Was es nicht gibt, ist diese Beanspruchung für ungefähr eineinhalb Sekunden. Normalerweise liegt das im Bereich von Zehntelsekunden. Wir haben versucht, das in der Fabrik zu simulieren.

Was können Sie über den Asphalt sagen?

Hembery: Der Streckenbelag ist ziemlich aggressiv. Vor einem Monat haben wir hier getestet und hatten zwei Tage Regen und einen Tag trockene Bedingungen. Es ist eine tolle Strecke.

Wird das Aufwärmen der Reifen bei den kalten Temperaturen eventuell ein Problem?

Hembery: Nein, wenn es 15 Grad Streckentemperatur oder mehr hat, ist das in Ordnung.

Wie viele Stopps erwarten Sie im Rennen?

Hembery: Ich kann es nicht genau sagen. Hier fahren auch noch die GP2 und GP3. Das beeinflusst die Strecke sehr. Und dann haben wir wieder den Regen. Wenn es am Samstag trocken ist und über Nacht wieder regnet, dann sind wir wieder bei Null. Es ist schwierig, aber ich denke, es werden drei Stopps.

Wir haben alle den Durchmarsch von Mark Webber beim GP China gesehen. Sollten nun alle im Qualifying Reifen sparen und für das Rennen aufsparen?

Hembery: Nein, das ist nicht sinnvoll. Wenn dann nur in seiner Position. Sein Auto war so viel schneller - das vergessen die Leute schnell. Abgesehen von den McLaren war er fast eine Sekunde schneller als der Rest des Feldes. In seiner Situation war das sinnvoll, aber für die anderen nicht. Die müssen mit Autos kämpfen, die die gleiche Leistung haben. Wenn du das Qualifying verhaust, ist es perfekt. Aber wenn du in einer Gruppe gleich starker Autos bist, dann nicht.

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