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Pirelli-Sportchef hofft

Reifen könnten wieder für Spektakel sorgen

Pirelli - Formel 1 - GP China - Shanghai - 16. April 2014 Foto: ams 90 Bilder

Die Reifen sind wieder ein Thema. Nachdem die Gummis schon in Bahrain für ein aufregendes Rennen gesorgt haben, könnte es auch in Shanghai ein Taktik-Krimi geben. Das große Thema heißt Graining.

18.04.2014 Tobias Grüner

Nach den ersten beiden Rennen hatte man schon befürchten müssen, dass die Saison ein Langweiler wird. Vor allem an der Reifenfront war Ruhe eingekehrt. Die neuen Pirelli-Sohlen des Jahrgangs 2014 sind über den Winter eine Stufe härter geworden – zu hart wie einige Experten befürchteten. Doch dann kam das Rennen in Bahrain. Und Reifenverschleiß war wieder ein Thema. Verschiedene Strategien waren möglich, was wie immer zu viel Action führte.

Auf eine Wiederholung dieses Spektakels können die Fans auch in Shanghai hoffen. Am Freitag hatten alle Piloten mit den Reifen zu kämpfen. Traditionell gibt es in China immer Probleme mit Graining, was an den langgezogenen Kurven liegt. Dieses Jahr war das Thema allerdings noch verschärft. "Wir hatten 15°C Streckentemperatur. So niedrig war es in den letzten 3 Jahren nirgendwo, soweit ich mich erinnere", verteidigte Pirelli-Sportchef Paul Hembery.

Graining keine Überraschung für Pirelli

Auf der längsten Geraden im Kalender verlieren die Reifen zusätzlich an Temperatur. Die Aufgabe der Gummi-Experten aus Mailand ist also nicht einfach. "In Bahrain hatten wir noch Asphalttemperaturen von mehr als 50°C. Da wir für normale Rennstrecken praktisch nur 3 Mischungen haben, mit denen wir alles abdecken müssen, können wir immer nur einen Kompromiss liefern." Dass es Probleme mit Graining geben würde, habe man schon gewusst, bevor ein Auto auf die Strecke ging, so Hembery.

Das Problem betrifft vor allem den linken Vorderreifen der weichen Mischung. Aber nicht alle waren gleich davon eingebremst. "Man kann die Situation durch das Setup und das Anfahren der Reifen etwas abmildern. Wenn man mit kühlen Reifen direkt aus den Boxen Vollgas gibt, dann bezahlt man dafür mit heftigem Graining, das schwer wieder weggeht." Langsam die Reifen auf Temperatur bringen, heißt die Zauberformel. Allerdings ist es im Rennen kaum möglich, das Tempo zu drosseln, wenn die Konkurrenz von hinten drückt.

Chance für Teams im Mittelfeld

Was die Fans am Sonntag genau erwartet, konnte Hembery noch nicht sagen. Die Daten aus den Trainings waren wegen der Bedingungen schwer zu lesen. "Als Pace-Unterschied zwischen den beiden Mischungen hatten wir vorher mit 1,6 Sekunden gerechnet. Bei einigen Teams waren es mehr als 2, bei anderen weniger als eine Sekunde. Im Schnitt kommt unsere Prognose also hin." Allerdings reduziere sich der Abstand, je weiter die Reifen abgefahren sind. Das hatte man schon in Bahrain gesehen.

Die richtige Strategie zu finden, dürfte auch in China nicht einfach sein. "Der Reifenverschleiß beträgt ca. 0,3 Sekunden auf den Softs, was an dem Graining liegt. Auf den Mediums ist es ungefähr halb so viel. Momentan sieht es eng aus, zwischen 2 und 3 Stopps. Wenn es im Qualifying wie angekündigt regnen sollte und am Sonntag im Rennen wärmer wird, dann könnte sich noch einmal viel verschieben", warnt Hembery.
 
Bleibt es so wie am Freitag, könnte die begehrteste Reifenabfolge "Soft-Medium-Medium" heißen. Einige Teams waren allerdings so schonend unterwegs, dass auch "Soft-Soft-Medium" eine Alternative ist. "Bei den Top-Teams sieht man häufiger, dass man die Strategie der anderen kopiert, um keinen Fehler zu machen. Das ist die Chance von Teams wie Force India oder Williams, die etwas experimentierfreudiger sind."

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