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Pirelli-Sportchef Paul Hembery im Interview

"Es war ein sehr interessantes Rennen"

Paul Hembery Foto: xpb 21 Bilder

Insgesamt bekamen die Zuschauer im Rennen zum Grand Prix von Malaysia 59 Boxenstopps zu sehen - dank der neuen Pirelli-Reifen. Wir haben uns nach dem Rennen mit Pirelli-Sportchef Paul Hembery über Reifenflüsterer, KERS und Rennstrategien unterhalten.

12.04.2011 Bianca Leppert

Haben die Reifen im Rennen die Hauptrolle gespielt?
Paul Hembery:
Ich denke, da muss man etwas weiter ausholen. Wir haben in Malaysia lange Geraden, deshalb hat der Heckflügel in Sachen Überholen die größte Rolle gespielt. Es gab viele Überholmanöver, viele verschiedene Reifenstrategien und viele Reifenwechsel. Es war ein sehr interessantes Rennen.

Waren Sie mit der Leistung der Reifen zufrieden oder gab es auch Überraschungsmomente?
Hembery:
Nein, es entsprach unseren Erwartungen. Wir haben mit einem Dreistopp-Rennen gerechnet und das hat sich bei den Fahrern an der Spitze auch bewiesen. Von der harten Reifenmischung hätten wir vielleicht etwas mehr Runden erwartet. Aber der Reifen war vielleicht zu hart für diesen Belag. Es ist ein sehr aggressiver Streckenbelag. Es gibt auch noch andere Aspekte, die einen Reifen zum Rutschen bringen. Wir haben nur vier Reifenmischungen während der Saison. Man arbeitet immer an einem leichten Kompromiss. Aber das hat das Rennen nicht wirklich beeinflusst.

Wie erklären Sie sich, dass Mark Webber mit einer Vierstopp-Strategie viel weiter vorne war als Kamui Kobayashi mit einer Zweistopp-Strategie?
Hembery:
Red Bull hat einfach ein schnelles Auto. Man verliert nicht viel Zeit bei einem Boxenstopp. Die Stopps sind so schnell, das dauert zwei oder drei Sekunden. Die Boxenein- und -ausfahrt verlaufen geradlinig. Da verliert man nur 17 bis 20 Sekunden. Um richtig nach vorne zu kommen, hätte ein Stopp schon 45 Sekunden dauern müssen. Aber Kobayashi hat die  Strategie sicherlich geholfen, um die Position zu erreichen, die er und das Team haben wollten.

Ist der Sauber ein Reifenflüsterer? In Australien hat Sergio Perez nur einmal gestoppt, Kobayashi in Malaysia nur zwei Mal.
Hembery:
Ich bin mir sicher, Perez hätte hier auch nur zwei Mal gestoppt. Das Auto ist sehr gut ausbalanciert. Es kann die Reifen sehr gut nutzen.

Welche Rolle werden die Reifen in dieser Saison noch spielen?
Hembery:
Ich denke, die Teams gewöhnen sich daran und sammeln noch mehr Hinweise, wie und wann sie sie nutzen können. Wenn sie darin zu gut werden, musst du etwas ändern, um ein bisschen mehr Abwechslung zu bekommen. Die Teams haben viel Ingenieurswissen. Sie werden das optimale Setup und die Balance finden und die Autos ihrer Gegner in Sachen Lebensdauer der Reifen vergleichen. Die Fahrer könnten ihren Fahrstil weiter anpassen. Diese Dinge kommen nach und nach. Wir müssen schauen, wo wir dann Mitte der Saison sind und ob wir noch spannende Rennen haben.

Bei Red Bull sprach man von einem Einfluss von KERS auf die Reifen. Hat es wirklich so eine große Auswirkung?
Hembery:
Das hängt davon ab, ob es aus der Kurve heraus genutzt wird. Dann kann der Reifen mehr rutschen und der Reifenverschleiß erhöht sich. In Melbourne haben wir oft blockierte Reifen beim Bremsen gesehen, in Malayasia waren es nicht ganz so viele. Das Blockieren kann mit der veränderten Bremsbalance zu tun haben.

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