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Pirelli trickst McLaren aus

Reifenverformung narrt Ingenieure

McLaren 2013 Hinterreifen Foto: xpb 26 Bilder

McLaren weiß jetzt, warum der MP4-28 in den ersten Rennen hinter der Spitze hergehinkt ist. Beim GP Spanien soll ein runderneuerter McLaren wieder um Siege mitfahren. Einen Teil der Probleme haben die neuen Pirelli-Reifen beigesteuert. Ihre Verformung produzierte Turbulenzen, und das störte die Diffusorwirkung.

02.05.2013 Michael Schmidt

McLaren hat wieder zugelegt und dazugelernt. Weitere Änderungen am Auspuff und dem Unterboden im Bereich der Hinterräder brachten beim GP Bahrain ein Zehntel Zeitgewinn. "Und das auf einem Streckentyp, auf dem wir in Melbourne total abgestürzt sind", freute sich Teamchef Martin Whitmarsh. Zur Erinnerung: Die McLaren brachten beim Saisonauftakt keine Temperatur in die Reifen. Die Autos waren viel zu hart abgestimmt. Eine Notlösung, damit die heikle Aerodynamik funktionierte. In Bahrain klappte es schon besser. Im Rennen waren die McLaren einigermaßen bei der Musik.

25 bis 35 Punkte zu wenig Abtrieb

Der Schwachpunkt des McLaren MP4-28 ist die Traktion. Das Auto produziert im Heck nur ausreichend Anpressdruck bei geringer Bodenfreiheit und wenig Federweg. "Bei höheren Bodenfreiheiten fehlen uns 25 bis 35 Punkte Abtrieb", bedauert Whitmarsh. Das sind zehn Prozent dessen, was ein gutes Auto als Gesamtpaket an Abtrieb generiert. In Malaysia, China und Bahrain nahmen die Ingenieure mehrere Eingriff am Auspuff, den Seitenkästen, den Leitblechen und der Bodenplatte im Bereich der Hinterräder vor. Die Auswirkungen auf die Rundenzeit und das Fahrverhalten sollten den Ingenieuren Antworten auf ungelöste Fragen geben und helfen, dass die Runderneuerung des MP4-28 zum GP Spanien ein Erfolg wird. "Wir verstehen unser Auto und die Reifen", beteuerte Whitmarsh in Bahrain. "Der Schlüssel liegt darin, daraus die richtige Lösung abzuleiten. Einige der Experimente haben uns vorwärtsgebracht, andere nicht. Und einige haben uns Antworten darauf gegeben, was das Auto mag und was nicht. Ich werte es als gutes Zeichen, dass unser Auto auf jede dieser Änderungen angesprochen hat."

Verformung der Hinterreifen produziert Turbulenzen

Demnach ist jetzt ziemlich klar, was den McLaren aus dem Gleichgewicht bringt. Wie auto motor und sport in seiner aktuellen Ausgabe (Heft 10/2013) berichtet, tragen zu einem Großteil die neuen Pirelli-Reifen Schuld. Sie verformen sich wegen ihrer weicheren Flanken stärker als ihre Vorgänger. "Dadurch entstehen hinter dem Hinterreifen Turbulenzen, die in den Diffusor eindringen und dessen Wirkung beeinträchtigen können. Deshalb müssen wir die Diffusorspalte in diesem Jahr ganz anders anblasen als 2012", sagt Whitmarsh. Das ist Millimeterarbeit. Wer sich die Bodenplatten aller Autos im Bereich der Hinterräder anschaut, stellt fest, dass diese wegen des stärkeren Walkens der Reifen durch die Bank größer ausgeschnitten sind als im Vorjahr. Damit muss auch der Auspuffstrahl neu ausgerichtet werden. Offenbar ist dadurch die Gefahr größer geworden, dass die Hinterreifen zu heiß werden. Im Gegensatz zu 2012 sieht man auf den Unterböden wieder vermehrt vertikale Schutzbleche, um die Auspuffgase von den Hinterreifen fernzuhalten. Nach Aussage von Renault-Ingenieur Remi Taffin kommen die Gase dort mit einer Temperatur zwischen 700 und 1.000 Grad an.

Auch Sauber muss nachbessern

Die McLaren-Story ist eins zu eins auf Sauber übertragbar. Auch der Sauber C32 hat ein Traktionsproblem. Auch bei diesem Auto kommt die Strömung nicht so im Heck an wie sie sollte. "Ich komme einfach nicht aus den Ecken", klagte Nico Hülkenberg in Bahrain. "Meine Qualifikationsrunde war perfekt." Trotzdem kam dabei nur Startplatz 14 heraus. "Die Strecke von Bahrain mag uns nicht. Da hatten wir schon letztes Jahr unser schwächstes Rennen", erklärte Teamchefin Monisha Kaltenborn. Mit einem neuen Heckflügel hatte Sauber beim GP China einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Das Auto ist beim Einlenken stabiler geworden. Für Barcelona wird es weitere Änderungen im Heckbereich geben. Hülkenberg hofft, dass das ungewöhnliche Konzept mit den schmalen Seitenkästen Sauber mehr Entwicklungsspielraum lässt als den Teams, die nur ihre Vorjahresautos aufgefrischt haben.

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