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Pirelli trifft FIA am Mittwoch

Welche Rolle spielte der neue Klebstoff?

Formel 1 GP England 2013 Bernie Ecclestone Paul Hembery Foto: xpb 18 Bilder

Jetzt muss eine schnelle Reifenlösung her. Doch wie soll das gehen? Das erste Training zum GP Deutschland findet am kommenden Freitag statt. Die FIA hat Pirelli am Mittwoch am Nürburgring zum Rapport gebeten. Dann muss der Reifenhersteller vor Rennleiter Charlie Whiting und den Teammanagern Farbe bekennen.

30.06.2013 Michael Schmidt

Was kann Pirelli gegen die Reifen-Seuche tun? Die 2012er Reifen bringen? Angeblich ist das unmöglich. Sie haben eine andere Form, eine andere Konstruktion, andere Mischungen. Alle Teams müssten ihre Aerodynamik ändern. Auf die Schnelle sind 2000 Reifen der 2012er Spezifikation offenbar nicht zu produzieren.

Dann bliebe nur noch der Reifen, den die Teams im Freitagstraining in Montreal gefahren sind. Der hat die gleiche Form wie die 2013er Reifen, aber einen Kevlarring über den drei Stahlgürteln. Diesen Reifentyp hatten Lotus und Force India abgelehnt, weil Red Bull und Mercedes damit zufrieden waren. Jetzt werden den Blockierern die Argumente ausgehen. Das Sicherheitsproblem, das Pirelli nicht zugeben wollte, war in Silverstone offensichtlich.

Laborversuche von Pirelli waren ein Irrweg

FIA-Rennleiter Charlie Whiting hat Pirelli am Mittwoch vor dem GP Deutschland zum Nürburgring zitiert. Die Reifeningenieure müssen im Rahmen eines Teammanager-Treffens eine Lösung für das Problem präsentieren. Für Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali und McLaren-Chef Martin Whitmarsh ist klar, dass jedes neue Produkt vorher auf der Rennstrecke getestet worden sein muss. "Offenbar haben die Laborversuche von Pirelli nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt", fasst Whitmarsh zusammen.

Domenicali geht sogar so weit, dass man den Young Drivers-Test in einen richtigen Testtag mit den Stammpiloten umfunktionieren soll, um Pirelli zu helfen. Das verlangt auch Bernie Ecclestone. Er vergatterte die Teamchefs dazu, diesmal mit Pirelli an der Problembehebung zusammenzuarbeiten. Deshalb blieb es auch im Red Bull-Lager ruhig. Es kam kein Vorwurf vom Weltmeister-Team an die Adresse von Pirelli. Mercedes-Teamchef Toto Wolff erinnerte daran, dass man Pirelli brauche, weil die Formel 1 sonst 2014 ohne Reifen dasteht.

Welche Rolle spielt der neue Klebstoff?

Nachdem Pirelli zunächst erklärt hatte, dass man noch im Dunklen tappe, ließ sich Reifenchef Paul Hembery in der offiziellen Pressemitteilung zu der Aussage hinreißen: "Wir können ausschließen, dass die Vorfälle etwas mit dem neuen Klebeprozess zu tun hatten." Hembery stellt die Eigenheiten der Strecke unter Generalverdacht. Fernando Alonso kann sich eine Mitschuld der Randsteine nicht vorstellen: "Wir haben diese Kerbs schon seit 12 Jahren."

Die Ingenieure verschiedener Teams zweifeln Hemberys Ausschlusstheorie an. Sie glauben, dass der Schuss mit dem zusätzlichen Klebstoff nach hinten losging. Der neue Klebeprozess hat den Gummi besser an den Stahlgürtel gebunden. Wo sich früher nur die Gummischicht abgelöst hat, wurde diesmal dank des besseren Klebers der Stahlmantel gleich mitgerissen. Alonso berichtete, dass er nicht nur Gummifetzen, sondern auch Stahlteile von Sergio Perez abbekommen habe. Das unterstützt diese Theorie.

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