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FIA prüft Setup-Einstellungen

Pirelli verschärft Grenzwerte erneut

Pirelli - Formel 1 - GP Deutschland - 4. Juli 2013 Foto: ams 25 Bilder

Pirelli geht auf Nummer sicher. Die Grenzwerte für Reifendruck und Radsturz wurden im Laufe des Donnerstages noch einmal korrigiert. Die Teams können ab sofort auch nicht mehr tricksen. Die FIA kündigte an, die Einstellungen zu überprüfen.

05.07.2013 Michael Schmidt

Es ist ein Teilsieg für Pirelli. Bis jetzt galten die Vorgaben für Radsturz und Reifendrücke als reine Empfehlungen. Die Teams haben sich nicht immer daran gehalten, weil sie das nicht mussten. Red Bull und McLaren waren 2011 in Spa an der Vorderachse mit deutlich mehr Sturz gefahren als von Pirelli gewünscht.

Pirelli-Sportchef Paul Hembery ist sich sicher, dass einige Teams auch in Silverstone den Angaben nicht gefolgt sind. "Wir konnten das bislang nicht überprüfen, weil die Teams uns gegenüber nicht immer offen waren. Beim Radsturz hat man aber vom bloßen Hinschauen ahnen können, dass einige über das Ziel hinausgeschossen sind."

Es geht der Verdacht um, dass einige Piloten die Reifen in der Qualifikation vorbeschädigt hatten, weil sie der Rundenzeit wegen den Luftdruck für eine Runde gefährlich abgesenkt hatten. Hembery: "Wir wissen, dass einige unter unseren Vorgaben lagen", beharrt Hembery ohne Namen zu nennen.

Pirelli korrigiert die Grenzwerte für den Nürburgring

Damit ist jetzt Schluss. FIA-Rennleiter Charlie Whiting kündigte im Dokument Nummer 8 vom Freitagmorgen um 7.47 Uhr an, dass die Teams sich ab sofort an Pirellis Vorgaben halten müssen. Der technische Delegierte Jo Bauer wird die Einstelldaten für Reifendrücke und Radsturz überprüfen.

Pirelli hat die Grenzwerte für den Nürburgring vor dem ersten Training noch einmal verschärft. Offenbar will man nicht das geringste Sicherheitsrisiko eingehen. Ursprünglich sollte der maximale Sturz vorne 4,5 Grad betragt. Der wurde jetzt auf 4,0 Grad zurückgenommen. Hinten bleibt er bei 2,5 Grad.

Die Reifendrücke werden gegenüber den Silverstone-Wertung nun um zwei statt nur ein PSI anhoben. Der Startwert beträgt jetzt 16 PSI. Damit stellen sich im  Fahrbetrieb vorne Drücke von 20 und hinten von 19 PSI ein. Die Folge ist, dass die Reifen damit mehr auf der Mitte der Lauffläche laufen und die kritische Innenschulter entlastet wird.

Hauptschuld trägt das Reifenumstecken

Hembery gibt zu, dass die Hauptursache für die Reifenschäden in Silverstone das Umstecken der Reifen war. Bei allen vier Reifenplatzern und den Beinahe-Opfern Sebastian Vettel und Fernando Alonso waren die für links markierten Reifen rechts montiert worden und umgekehrt. "Das ist unsere Schuld", gibt Hembery zu. "Wir hatten schon zu Saisonbeginn eine Anfrage von McLaren und haben keinen Grund gesehen, warum wir das nicht erlauben sollten. Wir hielten es für unbedenklich."

Zunächst hatten die Teams nur gebrauchte Reifensätze umgesteckt. Später auch neue, nachdem sich herumgesprochen hatte, dass dies die Lebensdauer um 20 Prozent erhöhen konnte. Die Reifen haben sich durch diese Maßnahme weniger stark erhitzt.

Der schlimme Nebeneffekt: Durch die umgedrehte Laufrichtung der Drähte im Stahlgürtel wurden die Kräfte nicht gleichmäßig über den Reifen verteilt, sondern konzentrierten sich auf die Innenschulter. In den schnellen Kurven von Silverstone war die Grenze der Belastung erreicht.

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