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Pirelli verteidigt sich

Sicherheit geht vor Action

Fernando Alonso - GP Russland 2014 Foto: Pirelli 21 Bilder

Der GP Russland war eine Prozession. Viele sprachen vom langweiligsten Rennen des Jahres. Der Schuldige war schnell gefunden. Die viel zu harten Pirelli-Reifen. Der Reifenhersteller lehnt jede Verantwortung für das spannungsarme Rennen ab. Bei der Wahl der Reifen hat Sicherheit Vorrang.

16.10.2014 Michael Schmidt

Die GP-Premiere in Russland war ein übersichtliches Rennen. 16 der 21 Starter kamen mit einem Reifenwechsel über die Distanz. 35 Überholmanöver klingt nicht einmal schlecht, doch die Formel 1 wurde in diesem Jahr mit anderen Zahlen verwöhnt.

89 Positionswechsel in Bahrain, 85 in Hockenheim, 57 in Budapest. Als sich Russlands Staatschef Wladimir Putin auf die Ehrentribüne setzte, blieb die Reihenfolge bis zur Zielflagge stabil.

Sochi hatte Glück, dass Nico Rosberg, Felipe Massa und Daniel Ricciardo nach frühen Boxenstopps weit ins Feld zurückfielen. Sie lieferten den Löwenanteil an den Überholmanövern. Je 9 für Rosberg und Massa, 5 für Ricciardo. Am häufigsten wurde am Ende der Zielgeraden überholt. Der Rest verteilte sich auf die Bremszonen von Kurve 4 und Kurve 13.

Angst vor Omega-Kurve bestimmt Pirelli Reifenwahl

Die Schuld an dem ereignisarmen Rennen war schnell verteilt. Ein bisschen das Streckenlayout, ein bisschen der hohe Spritverbrauch, hauptsächlich aber die zu harten Reifen, die praktisch allen ein Einstopp-Rennen ermöglichten.

Red Bull-Teamchef Christian Horner analysierte: "Einstopp-Rennen laden nicht zum Überholen ein." Er zeigte aber auch Verständnis für Pirellis Reifenwahl: "Es war eine neue Strecke und einer neuer Asphalt. Da muss man verstehen, dass Pirelli kugelsichere Reifen bringen wollte."

Pirelli-Sportchef Paul Hembery argumentierte ähnlich: "Die Sicherheit geht vor. Wir mussten uns für die Omega-Kurve präparieren. Einige holten sich dort Blasen auf den rechten Vorderreifen. Das zeigt uns, dass unsere Sorge berechtigt war."

Hembery gab zu, dass man mit dem Wissen von heute wahrscheinlich auch mit den Mischungen "soft" und "supersoft" über die Runden gekommen wäre. "Der weiche Reifen hat 25 Runden gehalten. Es wäre mit supersoft also ein Zweistopprennen geworden. Manche hätten es vielleicht auch mit einem Stopp probiert."

Größtes Problem waren Bremsplatten

Auf den neuen Strecken lässt sich für Pirelli nur schwer ein Reifenchaos organisieren. "Die neuen Strecken haben alle einen ähnlichen Asphalt. Er ist glatt und stresst die Reifen weniger. Schon in der Vergangenheit haben wir auf Strecken wie Indien, Austin oder Abu Dhabi Einstopp-Rennen erlebt."

Die größte Herausforderung für Pirelli waren die Bremsplatten. Nico Rosberg büßte dafür. "Kleine Bremsplatten wie der nach dem Verbremser von Hamilton gleichen sich nach ein paar Runden aus. Bei schweren wie dem von Rosberg muss der Fahrer an die Box. Die Unwucht wird er nicht mehr los."

Rosberg legte mit seinem harten Reifensatz 52 Runden zurück. Obwohl er bei seiner Aufholjagd auf die Reifen wenig Rücksicht nehmen konnte. Dass die Garnitur die Marathondistanz trotzdem überstand, lag an zwei Umständen. Die Reifen bauten wegen des glatten Asphalts kaum ab. Selten waren neben der Ideallinie so wenig Reifenschnipsel zu sehen. Das Benzinsparen hielt die Fahrer zurück, in jeder Runde ans Limit zu gehen. Auch die Mercedes-Piloten mussten in Sochi den Fuß vom Gas nehmen.

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