Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Pirelli in Eile

Malaysia-Reifen schon unterwegs

Pirelli - Formel 1 - GP Italien - Monza - 2. September 2016 Foto: xpb 97 Bilder

Pirelli fordert eine schnelle Einigung über den neuen Reifentyp, der schon in Malaysia zum Einsatz kommen soll. Wenn die Teams nicht alle zustimmen, könnte der Reifenhersteller den Weg über die FIA suchen. Für den See-Transport der neuen Gummis ist es schon zu spät.

02.09.2016 Tobias Grüner 1 Kommentar

Pirelli ist in Eile. Der Grand Prix von Malaysia findet genau 4 Wochen nach dem GP Italien statt. Hier soll die neue Reifengeneration erstmals zum Einsatz kommen, wenn es nach dem Lieferanten geht. „Wenn nicht in Malaysia, dann diese Saison wohl gar nicht mehr“, bedauerte Einsatzleiter Mario Isola.

Keine Zustimmung der Teams

Die neuen Gummis, die in der Mischung Soft in den Freien Trainings von Spa und Monza getestet wurden, sollen weniger anfällig für Schäden in den Seitenwänden sein. Laut Pirelli sollte die Performance auf der Strecke identisch mit den normalen Gummis sein. Doch das bezweifeln viele Piloten. Immer wieder hört man, dass die Prototypen weniger Grip bieten als die alten Gummis.

„Wir werden jetzt die Daten analysieren und Feedback sammeln“, erklärte Isola das Procedere. Der Italiener hofft, dass alle Teams dem Wechsel ab dem Rennen in Sepang zustimmen. Für die Einführung neuer Reifen mitten in der Saison benötigt Pirelli das Okay aller Teams. Doch die geforderte Einstimmigkeit wird es wohl nicht geben. Force India hat bereits Widerstand angekündigt.

Geht Pirelli den Weg über die FIA

Als Alternative bleibt Pirelli noch der Gang zur FIA. Mit Hilfe des Weltverbands könnte der Reifenlieferant die neuen Gummis als sicherheitsrelevante Änderung durchdrücken. „Ich bevorzuge aber die Variante mit der Zustimmung aller Teams“, erklärte Isola in Monza. Ginge Pirelli zur FIA, würde man indirekt zugeben, dass die aktuellen Reifen nicht sicher genug sind.

Warum die Gummispezialisten jetzt plötzlich so Druck machen ist unklar. Im Gegensatz zum Vorjahr hatten die Randsteine von Spa keine Beschädigungen an den Reifen verursacht. Auch an den hohen Luftdrücken würde sich mit den neuen Gummis nichts ändern.

Alte Reifen per Seefracht unterwegs

Wenn Pirelli die neue Spezifikation in Malaysia einführen will, müsste die Entscheidung darüber spätestens in der Woche nach Monza fallen. „Wir müssen die Reifen ja noch produzieren. Und dann per Luftfracht schnell nach Sepang transportieren“, so Isola.

Für den Fall, dass die neuen Gummis nicht kommen, hat Pirelli übrigens schon vorgesorgt. „Die normalen Reifen sind schon längst per Seefracht auf dem Weg. Sollten wir eine Einigung bezüglich der neuen Reifen bekommen, hätten wir in Malaysia also jede Menge Reifen vor Ort.“

Neuester Kommentar

Bei den jeweiligen Behauptungen kann man ja noch annehmen, dass beide die Wahrheit zum eigenen Vorteil schönen, aber was läuft bei Pirelli falsch, dass sie aus heiterem Himmel und wenige Rennen vor dem Ende der aktuellen Reifenformel ihre Produkte grundlegend überarbeiten? Und das ganze mit derart kurzem Vorlauf, dass mutmaßlich gefährliche Reifen auf dem Weg nach Sepang sind und Ersatz ggf. als Luftfracht herangekarrt würde?

Irgendwas ist da im Busch.

Proesterchen 2. September 2016, 20:27 Uhr
Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden