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Pirelli zu konservativ

Formel 1 wünscht sich schlechtere Reifen

Pirelli-Reifen - GP Brasilien - 25. November 2011 Foto: xpb 67 Bilder

Pirelli wird seine Reifen im nächsten Jahr modifizieren. Die weichen und harten Reifen rücken näher zusammen. Hinten wird mehr Aufstandsfläche spendiert. Den Teams und den Fahrern sind die aktuellen Reifen fast schon zu gut. Man wünscht stärkeren Reifenabbau und damit spannendere Rennen.

26.11.2011 Michael Schmidt

Im Prinzip ist jeder Pirelli dankbar. "Sie haben geholfen, dass die Rennen in diesem Jahr spannender wurden", applaudiert nicht nur Formel 1-Chef Bernie Ecclestone. Das Rezept war einfach. Die Fahrer mussten mit zwei höchst unterschiedlichen Reifentypen über die Runden kommen: Weich und kurzlebig, hart und haltbar. Dazu kam, dass zu Beginn keiner die italienischen Reifen richtig einschätzen konnte. Selbst Pirelli lag mit seinen Prognosen oft daneben.

Pirelli zu konservativ in den letzten Rennen

In den letzten drei Rennen hat sich das Bild gewandelt. Die Fahrer waren fast alle mit der gleichen Strategie unterwegs, und die Zahl der Boxenstopps ging stark zurück. Von 82 in der Türkei auf 42 in Abu Dhabi. Das erinnerte fast schon an die alte Bridgestone-Zeit.

Zu Saisonbeginn waren die unterschiedlichen Reifenzustände und Strategien der Hauptgrund für die Inflation an Überholmanövern. "In der zweiten Saisonhälfte wurde mehr wegen DRS und KERS überholt", stellt Jenson Button fest. Der Engländer nennt auch gleich die Gründe dafür: "Wir verstehen die Reifen besser, Pirelli ist in seiner Reifenwahl konservativer geworden, und die Reifen bauen auch nicht mehr so abrupt ab wie am Anfang."

Pirelli-Sportchef Paul Hembery pflichtet bei: "Unser größter Feind ist das Wissen der Teams." Aber auch Pirelli lernt dazu: "Unsere Datenbank ist jetzt gut gefüllt. Wir kennen jede Strecke, und rückblickend hätten wir bei der ein oder anderen eine etwas aggressivere Wahl treffen können. Deshalb werden wir unsere Reifenwahl 2012 besser steuern können."

Mehr Grip an der Hinterachse

Pirelli wird die Reifen im nächsten Jahr modifizieren. Die hinteren Walzen gewinnen ein bisschen Aufstandsfläche. Sie waren im Vergleich zu den Vorderreifen zu schwach dimensioniert. Die Mischungen supersoft und soft sowie medium und hart rücken näher zusammen. Hembery erwartet ein Rundenzeitendelta von 0,8 Sekunden zwischen der weichen und harten Reifenfamilie.

Die weichen Gummis sollen zwischen zehn und 15 Runden halten, die härteren zwischen 20 und 25. "Ideal wären im Schnitt drei Boxenstopps pro Fahrer. Mit zwei können wir auch leben, vier sollte es nur in Ausnahmefällen geben", beschreibt Hembery seine Wunschvorstellung.

Pirellis Reifenpapst sieht den Schlüssel für spannendere Rennen in engeren Zeitabständen zwischen den einzelnen Reifentypen. "Wenn der Unterschied zu groß wird, dann hebt sich jeder den langsameren für die letzten Runden auf. Unser Ziel ist es, dass die Leute mit den Strategien spielen."

Schlechtere Reifen - mehr Spannung

Button wünscht sich Reifen mit einem höheren Abnutzungsgrad. "Dann kann der Fahrer den Unterschied machen." Rubens Barrichello lächelt gequält: "Bei meinem Auto bauen die Reifen noch genug ab. Du kannst es gerne haben." Mercedes-Sportchef Norbert Haug bringt auch die Strategen ins Spiel: "Unterschiedliche Taktiken geben dem Team die Möglichkeit, den Unterschied auszumachen. Wir müssen Pirelli dankbar sein, dass sie am Anfang die Rennen mit ihren Reifen interessant gemacht haben."

Paul Hembery beruhigt die Gemüter: "Es ist auch in unserem Interesse, dass die Rennen spannend bleiben. Falls wir das Gefühl haben, dass es zu vorhersehbar wird, werden wir die entsprechenden Maßnahmen treffen und in der Reifenauswahl aggressiver sein."

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