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Pirellis Zahlenwelt

Eine Reise von 358.784 Kilometern

Pirelli-Reifen - Formel 1 - GP Brasilien - 22. November 2013 Foto: ams 26 Bilder

Pirelli ist seit 2011 in der Formel 1. Nach drei Jahren zieht der italienische Reifenhersteller Bilanz. Es sind beeindruckende Zahlen, die Pirelli präsentiert. Insgesamt wurden 112.200 Reifen an die Teams ausgeliefert.

09.12.2013 Michael Schmidt

Als Alleinausrüster hat man es schwer. Man kann eigentlich nur verlieren. Wenn es gut läuft, verliert keiner ein Wort darüber. Geht etwas schief, ist man schnell der Buhmann. Pirelli kennt das Spiel. Kaum einer lobt die Italiener, dass seit 2011 die Rennen ein bisschen unvorhersehbarer geworden sind und pro Rennen 56 Überholmanöver stattgefunden haben. Das ist nicht nur DRS und Kers zu verdanken. Hauptsächlich auch den Reifen, die sich auf unterschiedlichen Autos unterschiedlich abnutzen.

112.200 Reifen in drei Jahren

Am Ende der ersten Pirelli-Ära haben die Statistiker in Mailand zusammen gezählt. Und sind dabei auf eine Reihe beeindruckender und kurioser Zahlen gestoßen. Zum Beispiel, dass seit 2011 die stolze Zahl von 112.200 Reifen an die Teams ausgeliefert wurden. Davon entfallen allein 8.300 Reifensätze auf die abgelaufene Saison. 93.600 waren für die GP-Wochenenden bestimmt, 18.600 für Testfahrten. Die Rennreifen haben sich aus 68.000 Slicks und 24.800 Regenreifen zusammengesetzt. Am Ende landen alle im Schredder. Die Gummistücke sowie der Unterbau aus Stahl und Kevlar werden recycelt und zu neuen Reifen verarbeitet.

Pirelli Reifen 2013 - Piola F1 Technik-Video
F1 Technik Video: Aufbau der Pirelli-Reifen 50 Sek.

2.952 Mal an die Box zum Reifenwechsel

Pirelli-Reifen waren keine Dauerbrenner. Bernie Ecclestone wollte es so. Er bat seinen Monopolisten, kurzlebige Reifen zu bauen um die Rennen spannend zu halten. Hätte es einen Betonreifen gegeben, der ein halbes Rennen durchsteht, hätte Red Bull vermutlich jedes der 58 Rennen der letzten drei Jahre gewonnen. Die Wundertüte Pirelli war 2012 und in Teilen der Jahre 2011 und 2013 ein wunderbares Korrektiv. Das ließ die Zahl der Boxenstopps schlagartig ansteigen.

2.952 Mal kamen die Fahrer an die Box, um Reifen wechseln zu lassen. 2013 waren es 950 Stopps.  Vier mehr als 2012, allerdings mit einem Rennen weniger. Der Rekord steht jedoch aus dem ersten Pirelli-Jahr. Die Statistik zählte 1.122 Boxenstopps, Strafen inklusive. Als Rennen mit den meisten Stopps geht der GP Ungarn 2011 in die Geschichte ein. 88 Mal wurde die Boxengasse durchquert, drei Mal aufgrund einer Strafe. Der Minusrekord wurde 2012 in Austin und 2013 in Monza mit je 24 Stopps aufgestellt.

3.274 Überholmanöver in 58 Rennen

Pirelli heftet sich auch den Anstieg an Überholmanövern an die eigenen Fahnen. 3274 wurden gezählt, davon 985 in der abgelaufenen Saison. Gefühlt waren es irgendwie weniger. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Sebastian Vettel so oft an der Spitze gefahren ist. Eine alte Erfahrung bestätigte sich. Regenrennen erleichtern das Überholen, weil die Fahrer unterschiedliche Linien benutzen können. 2012 gab es beim GP Brasilien 147 Positionswechsel auf der Rennstrecke. Im gleichen Jahr stellte Monte Carlo (Wo sonst?) den Negativ-Wert auf. Nur zwölf Mal änderte sich auf der Rennstrecke das Klassement.

Pirelli mit vier Angststrecken

Pirelli fürchtete vier Rennstrecken. Barcelona und Suzuka, weil dort die höchsten Fliehkräfte auftreten. Und was ist mit Silverstone? Da erlebt die italienische Reifenmanufaktur ihre schwärzeste Stunde. Wegen unerwartet hoher Kurvengeschwindigkeiten platzten im Rennen an vier Autos die Reifen. Die Gummiwalzen bekommen aber auch beim Beschleunigen und Bremsen viel ab. Besonders hart sind hier Monza und Montreal.

In Monza müssen die Reifen auch die höchsten Geschwindigkeiten ertragen. Esteban Gutierrez stellte mit 341,1 km/h den 2013er Topspeed-Rekord auf. Doch was sollen da Michelin und Bridgestone sagen? 2005 fegten die Autos mit über 370 km/h über die Zielgerade von Monza.

Neun Mal um die Welt  

Insgesamt wurden 2013 bei Rennen und Testfahrten 358.784 Kilometer abgespult. Damit hätte man fast neun Mal die Erde umrunden können. Der Medium-Reifen führt die Rangliste mit 177.838 Kilometer an, gefolgt von der harten Mischung (96.596 km), dem Reifentyp soft (34.139 km) und dem Supersoft-Kleber (23.678 km) Der Intermediate kam auf 21.350 Kilometer zum Einsatz, der Extremwetter-Reifen nur auf 5.183 Kilometern. Die Temperaturspanne, in der die Pirelli-Reifen in dieser Saison leben mussten, reichte von sechs Grad Asphalttemperatur beim Test in Jerez  bis zu 54 Grad beim GP Ungarn. 

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