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Die Pläne der neuen F1-Bosse

Budget-Deckel 1 Jahr zur Probe

Chase Carey - GP Spanien 2017 Foto: sutton-images.com 27 Bilder

Liberty baut die Formel 1 um. Die neuen Besitzer beginnen mit den kleinen Dingen, haben aber die großen schon im Auge. Zum Beispiel eine gerechtere Geldverteilung und eine Kostendeckelung.

19.05.2017 Michael Schmidt 3 Kommentare

Es tut sich was in der Formel 1. Liberty Media beginnt die Königsklasse umzubauen. Die Teams dürfen neuerdings im Fahrerlager filmen und die Videos über die sozialen Netzwerke verbreiten. Die Zuschauer werden mit einem Fandorf, Fahrer-Interviews, Boxengassen-Besuchen, Autogrammstunden, Kinderspielplätzen und Bustouren um die Strecke unterhalten. Der weinende Junge, der von der Tribüne geholt wurde, um ihn mit seinem Idol Kimi Räikkönen zusammenzubringen, ist nur ein Beispiel dafür, dass heute Dinge möglich sind, die früher nicht möglich waren.

Im nächsten Jahr wird der Kalender umgebaut. Die Rennen sollen so gelegt werden, dass sie nicht mit anderen Großereignissen (z.B. Le Mans, Indy500, MotoGP etc...) kollidieren. Formel 1-Chef Chase Carey bestätigte gegenüber auto motor und sport, dass es in der kommenden Saison 21 Grand Prix geben wird.

Er schließt aber nicht aus, den Kalender in Zukunft auszuweiten. Um den Reisestress für die Teams so gering wie möglich zu halten, will Liberty angeblich die Grand Prix in Blöcken auf Kontinente verteilen. Ein Hin-und Herspringen wie jetzt von Monaco nach Kanada und zurück nach Aserbaidschan soll es dann nicht mehr geben.

Liberty setzt auf die Einsicht der Teams

Die Amerikaner beginnen beim Umbau der Königsklasse mit den einfachen Dingen. Man probiert aus, was ankommt, und was nicht. Der schwere Teil kommt erst noch. Die neuen Besitzer wollen die Teams von einer gerechten Ausschüttung der Einnahmen und einem Kosten-Deckel überzeugen. Dazu haben sie bis zum Ablauf des Concorde Abkommens Ende 2020 Zeit. Liberty hofft, dass es schneller geht und setzt auf die Einsicht der Teams.

Wenn es der Serie besser geht, geht es allen besser. „Ein Sport lebt von engem Wettbewerb. Der Underdog muss gewinnen können“, sagt Carey. Er setzt auf die Formel: „Auf der Rennstrecke sind alle Gegner, außerhalb bauen wir gemeinsam den Sport auf.“

Liberty will den Teams im Sommer einen Plan präsentieren, wie eine Budgetdeckelung aussehen könnte. Es soll keine simple Kostenobergrenze sein, sondern ein Mix aus mehreren Faktoren: Man will die Zahl der Mitarbeiter, die Produktionskosten und den Umfang der Werkzeuge begrenzen.

Liberty will eine solche Kostenkontrolle vor ihrer Einführung ein Jahr lang ohne Konsequenzen bei Nichteinhaltung üben. „Wir wollen erst einmal schauen, ob die Überwachungsmechanismen überhaupt funktionieren“, sagt uns einer aus dem Formel 1-Management.

Force India-Teamchef Bob Fernley schlägt eine schrittweise Reduzierung der Kosten bis zum Ablauf des Concorde Abkommens vor. „Dann trifft es die großen Teams nicht mit dem Hammer. Wenn wir mit 250 Millionen Dollar anfangen, müssten sich zuerst nur die drei Top-Teams etwas einschränken. Wir können dann in 50 Millionen-Schritten pro Jahr nach unten gehen. Das gleiche geht bei den Werkzeugen. Man könnte in einem ersten Schritt die Windkanalmodelle auf 40 Prozent verkleinern, später den Windkanal ganz verbieten und nur noch CFD zulassen. So hat jeder Zeit sich anzupassen.“

Nascar-Regel stößt auf Widerstand

Der größte Widerstand wird Liberty bei der Geldverteilung drohen. Nach dem Vorbild der US-Sportarten soll irgendwann mal jedes Team ungefähr den gleichen Betrag bekommen. Ferrari und Red Bull haben bereits angedeutet, dass sie nicht gewillt sind, auf ihre Privilegien zu verzichten.

Carey hat dazu seine eigene Sicht: „Jeder hat verstanden, dass der Sport nur gesund sein kann, wenn er den Zuschauern Action und Wettbewerb bietet, dessen Ausgang nicht vorhersehbar ist. Toto Wolff wurde kürzlich mit dem Satz zitiert: Wenn Ferrari jetzt gewinnt, ist das gut für den Sport. Genau das ist der Punkt. Er hat verstanden, dass es um den ganzen Sport geht. Wenn ein Team alles gewinnt, dann hat es die Schlacht gewonnen, aber den Krieg verloren. Weil bald keiner mehr zuschaut.“

Die neuen Rechteinhaber denken im Sinne besserer Chancengleichheit sogar darüber nach, dass die Teams nach Nascar-Vorbild ihre Autos und Motoren der Konkurrenz offen präsentieren müssen, um zu große technische Vorteile zu verhindern. Das kommt selbst bei den kleinen Teams nicht so gut an, obwohl sie davon profitieren würden.

Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer warnt: „Nicht alles, was in anderen Sportarten funktioniert, ist auf die Formel 1 übertragbar. Die Nascar-Regel passt nicht in die DNA der Formel 1. Hier geht es auch um den Wettstreit der Ingenieure. Wer Chancengleichheit will, soll besser jedem das gleiche Geld geben.“

Neuester Kommentar

Inwiefern gleich behandelt? Wenn es um die Boni für Punkte, Siege, Weltmeisterschaften geht, dann bin ich voll bei Dir!

Dass muss aber nicht ausschließen, dass kommerziell wichtige Teams am Ende einen größeren Anteil der Umsätze erhalten, weil sie durch ihre Teilnahme den zu verteilenden Kuchen als ganzes wachsen lassen.

Proesterchen 21. Mai 2017, 13:08 Uhr
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