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Politik gegen Ferrari

Red Bull kokettiert mit Alonso-Interesse

Alonso Vettel 2013 Foto: xpb 94 Bilder

Red Bull dementiert Gerüchte über eine mögliche Alonso-Verpflichtung nicht. Dabei hat der Spanier noch einen wasserdichten Ferrari-Vertrag bis 2016. Könnte der zweifache Weltmeister 2014 wirklich Mark Webber ersetzen und an der Seite von Sebastian Vettel fahren?

28.07.2013 Tobias Grüner

In der Formel 1 nennt man die Zeit kurz vor der Sommerpause "silly season" - den bekloppten Teil der Saison. Im Fahrerlager von Ungarn ging es dieses Jahr besonders bekloppt zur Sache. Am Rennsonntag entstand plötzlich das Gerücht: Fernando Alonso könnte 2014 zu Red Bull wechseln.

Auslöser dafür war ein Besuch von Alonso-Manager Luis Garcia im Red Bull-Motorhome. Der Spanier wurde beim angeregten Gespräch mit Red Bull-Teamchef Christian Horner beobachtet. Garniert mit einem Foto brachte die "Sport Bild" die Story, dass Vettels Erzfeind Alonso aus Frust über seinen Misserfolg bei der Scuderia auf der Suche nach einem neuen Zuhause ist.

Red Bull dementiert Alonso-Gerüchte nicht

Die Geschichte klang zu gut, um wahr zu sein. Doch sie bekam erst richtig Fahrt, als die Red Bull-Verantwortlichen um eine Stellungnahme gebeten wurden. "Wir sind in der glücklichen Position, dass es viel Interesse am Cockpit von Mark Webber gibt", erklärte Teamchef Christian Horner mit einem süffisanten Lächeln.

"Wir werden uns im Sommer etwas Zeit nehmen, um alle Optionen zu diskutieren, die auf dem Tisch liegen. Wir haben sehr gute Optionen. Und dann werden wir eine Entscheidung treffen, um Sebastian den richtigen Fahrer zur Seite zu stellen. Wir sind nicht in Eile." Ein Dementi sieht anders aus.

Auch auf hartnäckige Nachfragen wollte Horner den Namen Alonso nicht ausschließen: "Alle Gespräche mit Fahrern und deren Vertretern bleiben geheim. Aber wie man sich sicher vorstellen kann, gibt es eine ganze Reihe von Piloten, die ihr Interesse an dem Cockpit bekundet haben." Auf weiteres Nachhaken, ob Alonso eine Option war, stellte Horner die Gegenfrage: "Ist er verfügbar? Das sollte man ihn mal fragen."

Alonso-Vertrag bis 2016 wasserdicht

Bei Ferrari gibt man sich trotz der Gerüchte cool. Besorgt sei man nicht, dass Alonso zur Konkurrenz wechseln könnte. "Wir haben ein Vertrag mit ihm, über den jeder Bescheid weiß. Fernando ist ein wichtiger Bestandteil für das Team. Wir müssen sicherstellen, dass er eng mit allen zusammenarbeitet. Besonders in diesem schwierigen Moment der Saison." Freiwillig abgeben werden die Italiener ihren Superstar wohl nicht. Mit einem wasserdichten Vertrag bis 2016 bleibt dem Spanier wohl keine andere Wahl, als auf bessere Zeiten zu hoffen.

Auch der Wechselkandidat selbst konnte über die Gerüchte nur Lachen. Alonso dementierte jegliches Interesse an einem Wechsel: "Natürlich müssen wir das Auto verbessern. Aber ich fühle mich wohl bei Ferrari. Der August ist ein gefährlicher Monat für Euch Journalisten. Jetzt gibt es vier Wochen Pause. Das ist natürlich eine willkommene Gelegenheit, einen Haufen Gerüchte zu streuen."

Bewerbung um Toro Rosso-Cockpit

Bleibt nur die Frage, warum Alonsos Manager dann bei Red Bull vorbeischaut und mit der Teamleitung spricht? Darauf gibt es eine ganz einfache Antwort: Luis Garcia ist auch der Manager von Carlos Sainz Jr., der Teil des Red Bull-Juniorprogramms ist und zuletzt beim Young Drivers Test sowohl für Toro Rosso als auch für Red Bull fahren durfte.

Gerne würde der aktuelle GP3-Pilot schon 2014 für Toro Rosso fahren, sollte Daniel Ricciardo den Sprung ins A-Team Red Bull schaffen. Ein kleiner Hinweis, dass die Zukunft des Nachwuchsmanns Inhalt des Gesprächs gewesen ist, war die Begleitung Garcias: Rallye-Champion Carlos Sainz Senior war ebenfalls anwesend, um die Karriere des Sohnemanns in die richtigen Bahnen zu lenken. Offenbar nutzte Red Bull die Gerüchte um Alonso, um bei Konkurrent Ferrari für etwas Unruhe zu sorgen.

Nach auto motor und sport-Informationen besitzt übrigens gerade Ricciardo die besten Chancen auf das Webber-Cockpit. Der Australier hat bei seinem Einsatz beim Young Drivers Test eine sehr gute Figur abgegeben und kam in Ungarn zum dritten Mal im Qualifying unter die ersten Zehn. Außerdem würde seine Beförderung nach außen das Zeichen setzen, dass das Junior-Team seinen Zweck erfüllt, Talente auf den Einsatz bei Red Bull vorzubereiten.

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