Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Probleme mit Überrundeten

Rückkehr zur alten Safety-Car-Regel?

Nico Hülkenberg Foto: xpb 36 Bilder

In der späten Safety-Car-Phase des GP Brasilien sorgten die vielen Überrundeten mitten im Spitzenfeld für einige Probleme. Für die Zuschauer und die Piloten war die Situation undurchsichtig. Nach dem Rennen wurde laut über die Änderung des Systems nachgedacht.

10.11.2010 Tobias Grüner

Die Safety-Car-Regel wurde erst vor einigen Jahren erneuert. Nach dem alten System wurden alle überrundeten Piloten einfach am Safety-Car vorbeigewinkt. Die Hinterbänkler konnten nach einer Runde hinten wieder aufschließen. Der Vorteil: Das ganze Feld präsentierte sich beim Neustart in der richtigen Reihenfolge.

Überblick ging verloren

Seitdem die Regel geändert wurde, bleiben alle Autos während der Neutralisation dort, wo sie sich beim Ausscheren des Safety-Cars gerade befinden. Beim GP Brasilien waren die Folgen besonders gravierend. Überall zwischen den Spitzenfahrern lagen plötzlich langsamere Autos, die bereits eine Runde zurück lagen. Nicht nur die Zuschauer verloren den Überblick, auch die Piloten wussten teilweise nicht mehr, wer die direkten Konkurrenten sind.
 
Die langsamen Autos sorgten auch dafür, dass an der Spitze keine Spannung mehr aufkommen wollte. Zwischen die beiden Red Bull hatte sich das Duo Hülkenberg/Barrichello geschoben. Hinter Mark Webber versperrten Fernando Alonso gleich fünf langsame Autos den Weg nach vorne. Nach hinten wurde der Spanier gleich von sieben Fahrzeugen abgeschirmt, die sich den McLaren in den Weg stellten.

Keine Möglichkeit zu attackieren

"Wir hätten gerne mit frischen Reifen noch einmal angegriffen. Aber als Lewis Hamilton an allen Überrundeten vorbei war, hatte er schon acht Sekunden verloren. Mit blauen Flaggen und etwas mehr Rücksicht wäre das vielleicht ein wenig schneller gegangen", klagte McLaren-Chef Martin Whitmarsh anschließend.
 
Auch Ferrari-Kollege Stefano Domenicali hätte gerne noch einen Alonso-Angriff auf die Spitze gesehen, musste aber schnell erkennen, dass sein Pilot einfach zu weit weg war: "Hätten die ersten drei direkt hintereinander gelegen, wäre sicher eine bessere Chance da gewesen. Wir wussten, dass es unmöglich sein würde zu attackieren. Wir haben uns dann auf die Sicherung unserer Position verlegt."

Änderung teilweise erwünscht

Die alte Regel wurde deshalb geändert, weil es der Rennleitung früher oft zu lange dauerte, bis alle Überrundeten wieder den Anschluss ans Feld fanden. Nach dem Rennen in Sao Paulo wurde aber wieder offen über eine Rückkehr zum alten System diskutiert. "Ich hätte dieses Mal natürlich lieber gehabt, dass man die Überrundeten durchgewinkt hätte. Aber das war nicht der Fall", bedauerte Whitmarsh. "Man wusste aber, das so etwas passieren kann, als die Regeländerung entschieden wurde. Beim nächsten Rennen kann es schon wieder jemanden anderen treffen."
 
Domenicali sah die hektische Lage auf der Strecke noch etwas kritischer: "In Brasilien war es keine gute Situation mit allen Überrundeten. Das war für alle schwierig." Der Italiener versuchte eine Diskussion zur Änderung der Safety-Car-Regeln anzustoßen: "Das ist ein Problem der Sicherheit. Darüber müssen wir in der Zukunft noch einmal sprechen."

Neue Regel birgt Risiken

Dass die kleinen Teams die Änderung des Reglements herbeisehnen ist selbstverständlich. Sie würden von einem Rundengewinn am meisten profitieren. Allerdings ist das nicht das Hauptargument. "Wir waren da mittendrin. Da gab es wieder einige heiße Aktionen. Das war eine Katastrophe", schilderte Timo Glock die Phase des Neustarts beim GP Brasilien.
 
Genau wie Virgin-Teamkollege Lucas di Grassi forderte der Odenwälder schon in Singapur die Rückkehr zur alten Regel. Schon vor einem Monat wurde Glock beim Neustart unfreiwillig in den Spitzenkampf hineingezogen. In Brasilien warnte der Deutsche vor den Gefahren des Systems: "Irgendwann haust Du da irgendeinen raus, der vielleicht vorne um die WM mitfährt. Dann bist du der Depp. Das muss nicht sein. Das braucht keiner. Das ist etwas, das man ändern kann, ohne dass jemand drunter leidet."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden