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Problem Renault-Motor

Das Geheimnis um Vettels Motorschäden

Daniel Reinhard Foto: dpa 75 Bilder

Die Motorenknappheit zwingt Sebastian Vettel zu Konsequenzen. Er hat noch zwei frische Triebwerke für sechs Rennen. Der einzige Weg, mit diesem knappen Kontingent über die Runden zu kommen, ist Kilometer zu sparen. In Spa will er damit anfangen.

27.08.2009 Michael Schmidt

Die Formel 1-Fans werden Sebastian Vettel in den letzten sechs Rennen am Freitag und Samstagvormittag etwas weniger auf der Strecke sehen. Das ist die einzige Chance, wie der WM-Vierte den Rest der Saison mit seinem Restkontingent "überlebt". Er hat noch zwei alte und zwei neue Motoren. Die alten Triebwerke kommen am Freitag zum Einsatz. Wenn es eng wird auch am Samstagvormittag.

Da sie schon über 1.000 Kilometer auf der Kurbelwelle haben, muss Vettel auch da sparen. "Ich werde vielleicht nicht so viele Runden fahren können, wie ich es normalerweise tun würde. Das ist nicht ideal, aber immer noch besser als wegen eines Wechsels auf den neunten Motor zehn Startplätze zurückversetzt zu werden." Dann juxte der Deutsche: "Dann kann ich vielleicht beim Training öfter mal zuschauen und Kaffee trinken."

Nur halbe Arbeit im Training

Normalerweise werden am Freitag und Samstag in Summe 450 Kilometer abgespult. Vettel wird es bei der Hälfte belassen müssen, wenn er über die Runden kommen will. "Wir wollen versuchen, mit den vier Motoren die restlichen sechs Grand Prix bestreiten", bestätigt Renault-Ingenieur Fabrice Lom. Damit liegt die Last der älteren Triebwerke auf den freien Trainingssitzungen. Die beiden frischen Aggregate sind für jeweils drei Rennen und Qualifikationen reserviert.

Auf die Red Bull-Mechaniker kommt deshalb zwischen Samstagmorgen und der Qualifikation viel Arbeit zu. Wenn die alten Triebwerke bis zum dritten Training im Auto bleiben, dann haben sie nur zwei Stunden Zeit, vor der Qualifikation einen Motorwechsel durchzuführen. "Es geht", sagt Lom, "wir haben es in Valencia vorexerziert."

Änderungen am Renault V8

Die Renault-Techniker sehen trotz der Misere etwas entspannter in die Zukunft. "Der Schaden, der im Training auftrat war eine Kopie des Defekts, den wir in Istanbul hatten", erklärt Lom. "Wir verstehen jetzt ein bisschen besser, wie wir ihn vermeiden können. Die beiden frischen Motoren wurden dahingehend geändert."

Um welches Teil im Motor es sich handelt, wollte Lom nicht verraten. Nur soviel: "Ohne die Vorkehrungen, die wir jetzt vorgenommen haben, hätte es dich nach zehn oder nach 1.000 Kilometern treffen können." Der Motorplatzer im Rennen schon nach 249 Kilometer auftrat, war Pech. "Ein Teil ist von außen in das Triebwerk gefallen. Die Kolben waren total zerstört. Da kann keiner etwas machen."

Warum immer Vettel?

Die Frage, warum es immer Sebastian Vettel trifft und nie Mark Webber, warum immer Red Bull und nie Renault, hat sich Renault auch gestellt. Lom ist zu keiner Antwort gekommen: "Es liegen keine objektiven Gründe vor, warum die Schäden nur bei Vettel und Red Bull aufgetreten sind. Die Triebwerke laufen im Red Bull mit den exakt gleichen Temperaturen wie im Renault. Vettels Fahrstil hat nichts damit zu tun. Letztes Jahr beim Testen war es umgekehrt. Da hat es Renault vier Mal erwischt und Red Bull gar nicht. Und wir konnten es uns auch nicht erklären."

Robert Kubica weiß, was auf Vettel zukommt. Der BMW-Pilot musste bis jetzt drei Mal unplanmäßig Motoren tauschen. "Ich lebe seit einiger Zeit mit Kompromissen. Entweder spare ich in den freien Trainingssitzungen Kilometer, oder die Motoren müssen länger im Auto bleiben. Das erhöht einerseits das Risiko und bedeutet andererseits, dass man länger mit reduzierter Drehzahl fahren muss. Und je älter die Motoren werden, umso mehr Leistung verlieren sie." Kubica erzählt, wie BMW das Problem gelöst hat. "Die Freitagsmotoren bleiben vier statt drei Freitage drin, und die Rennmotoren machen drei statt zwei Rennen."

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