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Problematische Aerodynamik

Überholmanöver wieder einmal Mangelware

GP England 2009 Foto: dpa 12 Bilder

Der Grand Prix in Silverstone wurde im Konvoi gefahren. Nur Fernando Alonso und Lewis Hamilton lieferten sich Überholmanöver. Der Rest fuhr brav hintereinander her. Die Piloten klagen über die negativen Auswirkungen der Aerodynamik.

22.06.2009 Michael Schmidt

Nach den massiven Eingriffen in das Reglement, müssen sich die Regelhüter die Frage gefallen lassen, ob sich der Kraftakt wenigstens gelohnt hat. Nach acht Rennen zeichnet sich ab, dass sich seit letztem Jahr nicht viel geändert hat. Silverstone sah mit Ausnahme des Duells zwischen Lewis Hamilton und seinem Ex-Kollegen Fernando Alonso müde Motorsportkost. Hat die Überhol-Kommission versagt?

Doppeldiffusor sorgt wieder für mehr Abtrieb

Zu Saisonbeginn sah es so aus, als würden die Autos im Pulk enger zusammenliegen. Doch je weiter die Saison fortschreitet, umso mehr erinnert man sich an das Überholproblem, das die Formel-Experten seit Jahren beschäftigt. "Die Aerodynamik ist schuld", schimpft Felipe Massa. "So wie es die FIA geplant hatte, sollten die Autos weniger Abtrieb produzieren. Mit ihrer Entscheidung für den Doppeldiffusor hat sie diesen Plan auf den Kopf gestellt." Klar, dass diese Aussage von einem Ferrari-Fahrer kommt.

Trotzdem ist da ein Stück Wahrheit dran. Wenn man sieht, wie viele Leitbleche und Finnen schon wieder aus der Verkleidung wuchern, wie kompliziert die Unterböden geworden sind, dann begreift man, dass die Anströmung schon optimal sein muss, um die Aerodynamik perfekt arbeiten zu lassen. Was aber ist mit den Überholhilfen KERS und dem verstellbaren Frontflügel? "Du kommst nicht mal richtig nahe", winkt Timo Glock ab. "Wenn die Anströmung nur um zehn Prozent gestört ist, verlässt du sofort die Ideallinie."

Beweglicher Flügel unwirksam

Der verstellbare Flap am Frontflügel erfüllt nicht seinen Zweck. "Du kannst hin und wieder ein bisschen besser aufschließen, und daraus ergeben sich ein paar Überholchancen mehr als früher", sagt Nick Heidfeld, doch Ranfahren und Überholen sind zwei Dinge. "In den Turbulenzen des vorausfahrenden Autos geht Gesamtabtrieb verloren. Du rutschst über alle vier Räder", spielt Timo Glock die Bedeutung des justierbaren Frontflügel-Flaps herunter.

Nelson Piquet sieht darin eine Schwäche, dass man den Flügel nur einmal pro Runde anpassen darf. "Wenn du direkt hinter einem anderen Auto bist und den Frontflügel steiler stellst, spürst du schon, dass dir die Turbulenzen weniger ausmachen. Fällst du aber nur ein bisschen zurück, passt die Aerobalance nicht mehr. Dann hast du vorne zuviel Abtrieb und fällst noch weiter zurück. Du kannst zwar wieder zur Ausgangsposition zurück, musst aber dann bis zum Ende der Runde warten, bis du erneut den Flügel verstellen darfst.

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