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Probleme bei F1 Motoren-Reform

Billigmotor eine Mogelpackung

Jenson Button - McLaren - Formel 1 - Test - Barcelona - 2. März 2016 Foto: Stefan Baldauf 11 Bilder

Die Motoren-Reform will nicht in Gang kommen. McLaren stellt sich quer, mehrere Teams mit Honda-Motoren zu beliefern. Und die 12-Millionen-Euro Motoren für 2018 erweisen sich als Mogelpackung. Weil die Teams mit Zusatzkosten rechnen müssen.

02.03.2016 Michael Schmidt

Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt wollten billigere und einfachere Motoren, die für alle verfügbar sind. Andernfalls drohten sie mit echten Billigmotoren als Alternative. Bernie Ecclestone wollte den guten alten V8 mit KERS ausgraben. Die FIA dachte über V6-Biturbos nach dem Vorbild der IndyCar-Serie nach. Es war als Druckmittel gedacht, um die Hersteller zum Einlenken zu zwingen.

Bei einer Sitzung im Januar wurde beschlossen, dass die Motorenpreise 2017 um 2 Millionen Euro gesenkt werden und ab 2018 nur noch 12 Millionen Euro kosten sollen. Im Ausgleich dürfen dann nur noch 3 Motoren pro Fahrer und Saison eingesetzt werden. Einige Kundenteams sind damit nicht zufrieden. "Wir wollten eigentlich schon nächstes Jahr die 12 Millionen. Und ursprünglich waren 10 Millionen ausgemacht", donnert Force India-Rennleiter Bob Fernley.

Benzin und Öl sind nicht im Preis inbegriffen

FIA-Präsident Jean Todt sieht sich mit der Preissenkung am Ziel. Doch inzwischen haben die Kundenteams begriffen, dass sie auf eine Mogelpackung reingefallen sind. Die 12 Millionen beinhalten nur 6 Motoren pro Team und 5 Ingenieure zur Betreuung an der Strecke. Es braucht aber doppelt so viele Ingenieure, um die komplizierten Herz-Lungenmaschinen zu betreiben. Die werden ihnen vom Hersteller extra berechnet.

Auch Benzin und Öl sind nicht im Preis inbegriffen. Da Petronas, Mobil, Shell und Total viel Geld in die Entwicklung von Kraft- und Schmierstoffen stecken, kommen auf die Teams hohe Kosten zu. Die Hersteller wollen bis zu 3 Millionen Euro zusätzlich berechnen. Und die Kundenteams sind gezwungen, die letzten Entwicklungen von den Mineralölfirmen zu kaufen, da die Öle und Benzinsorten genau auf die jeweiligen Motorspezifikationen abgestimmt sind. Da ist man schnell wieder beim alten Motorenpreis.

Ecclestone droht wieder mit V8 und KERS

Bei der letzten Strategiegruppen-Sitzung tauchte ein neues Problem auf. McLaren-Chef Ron Dennis weigert sich die Verfügbarkeits-Erklärung zu unterschreiben. Die FIA will, dass jeder Hersteller mindestens 3 und maximal 4 Teams beliefert. Dennis erklärte, dass er nicht dafür stimmen könne, weil er sonst vertragsbrüchig würde. In seinem Vertrag mit Honda ist ein Veto-Recht verankert. Da ist ab 2017 nur Platz für ein weiteres Team.

Der Vorschlag von Dennis, alle bestehenden Motorverträge zu zerreissen und bei Null zu beginnen, fand im Lager der Mercedes-Kunden keine Zustimmung. Die Blockade in der Motorenreform spielt Bernie Ecclestone wieder gute Karten zu.

Die Entscheidungen über die 2017er Autos und Motoren wurden auf den 30. April vertagt. Bis dahin weiß man, ob Mercedes wieder allen davonfährt. Sollte das der Fall sein, wird der Formel 1-Zampano erneut versuchen seinen Alternativ-Motor durchzudrücken. Der FIA-Weltrat hat ihm auf einer Sitzung im Dezember das Mandat dazu gegeben.

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