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Probleme mit dem 2014er Reglement

Autos könnten zu langsam werden

Formel 1 & FIA-Flagge - GP Abu Dhabi - 10. November 2011 Foto: xpb

Der FIA-Weltrat hat auf seiner jüngsten Sitzung am 5. Dezember in Istanbul mehrere Änderungen für das Reglement 2014 angekündigt. Es gibt Probleme mit den Kosten und dem Gewicht der Antriebseinheit.

10.12.2012 Michael Schmidt

Im Jahr 2014 ändert die Formel 1 ihr Gesicht. Sie stellt von Achtzylinder Saugmotoren auf V6-Turbos um. Das Energierückgewinnungssystem (ERS) hat die zehnfache Speicherkapazität des heutigen Kers, und die Getriebe werden mit acht Gängen bestückt. Für ein Rennen stehen nur noch 100 Kilogramm Kraftstoff (135 Liter) zur Verfügung, was den Verbrauch um 30 Prozent reduziert. Die Aerodynamik wurde massiv beschnitten, dass Kritiker bereits von einer Einheitsformel sprachen. Red Bull-Technikchef Adrian Newey machte sich große Sorgen, dass der Motor in Zukunft wieder die Hauptrolle spielt und nicht die Aerodynamik.

FIA-Vorgaben lassen Entwicklungskosten explodieren

In einigen Punkten musste die FIA nun zurückrudern. Der Plan, dass die Autos in der Boxengasse nur noch elektrisch fahren dürfen, wurde auf 2017 verschoben. Die Motorenhersteller haben der FIA klar gemacht, dass eine solche Technologie pro Jahr mindestens drei Millionen Euro extra an Entwicklungskosten verschlingt. Außerdem gab es Sicherheitsbedenken. Auch an anderer Stelle will der Verband die Motorenhersteller nun zum Sparen zwingen. "Wir haben die Regularien an der Antriebseinheit in einigen Punkten geändert, mit dem Ziel Entwicklungskosten zu sparen", heißt es offiziell. So könnte man sich vorstellen, dass variable Ansaugtrompeten über das Jahr 2014 hinaus verboten bleiben. Ursprünglich waren sie nur für die erste Saison der neuen Motorenformel untersagt.

Aerodynamik-Cut hätte Autos zu sehr eingebremst

Auch bei der Aerodynamik machte der Verband einen Rückzieher. In der Pressemitteilung der FIA heißt es: "Geplante Änderungen am Design der Verkleidung, die darauf hinzielten den Abtrieb und den Luftwiderstand im Sinne Verbesserung der aerodynamischen Effizienz zu reduzieren, werden auf den Stand von 2012 zurückgenommen." Ein Beispiel: Das ursprüngliche Reglement verbot sämtliche Leitbleche. Die sind jetzt wieder erlaubt.
Hintergrund ist die Sorge, dass die Formel 1-Autos sonst zu langsam geworden wären. Die Antriebseinheit wiegt nämlich mehr als gedacht. Man hatte mit 150 Kilogramm inclusive aller Energiespeicher gerechnet, doch inzwischen haben Ferrari, Renault und Mercedes der FIA signalisiert, dass die 150 Kilogramm nur ohne die entsprechenden Speichereinheit zu halten sind. Es kommen also noch einmal 20 bis 25 Kilogramm drauf. In Rundenzeit umgerechnet wären das zwischen sechs Zehntel und einer Sekunde extra.

Als Zielvorgabe stand in dem FIA-Papier, dass die 2014er Autos nicht mehr als fünf Sekunden langsamer sein dürfen als die heutige Fahrzeuggeneration. Das wäre mit dem zusätzlichen Gewicht der Antriebseinheit nicht mehr zu halten gewesen. Das Mindestgewicht wurde bereits von 640 auf 685 Kilogramm hinaufgesetzt und könnte ein weiteres Mal korrigiert werden, je nachdem wie schwer die 2014er Reifen sein werden. Wenn jetzt auch noch die Aerodynamik um 30 Prozent beschnitten worden wäre, hätte die Formel 1 Konkurrenz von anderen Rennserien wie der LMP1 oder den IndyCars bekommen. Also Kommando zurück.

Motorenpakete werden zu teuer

Ein Problem bleiben die Kosten. Die drei Motorenhersteller haben bis jetzt bereits mehr als jeweils 90 Millionen Euro in die Entwicklung der neuen Antriebseinheiten investiert. Bis 2014 wird die 100 Millionengrenze locker geknackt. Diese Kosten müssen auf die Kundenteams umgelegt werden. Die blicken mit Sorge auf die neue Motorenformel. Da soll das Paket Motor plus Kers 21 Millionen Euro kosten. Kleinen Teams wie Marussia oder Caterham könnte eine solche Rechnung das Genick brechen. Und nicht nur denen. Sauber-Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn hält Preise in dieser Größenordnung für zu teuer. "Ich habe FIA-Chef Jean Todt gesagt, dass wir das nicht bezahlen können."
Sauber berappt zur Zeit acht Millionen für den Ferrari-Motor und eine Million für das Kers aus Maranello. Das ist ein Vorzugspreis. Caterham zahlt bei Renault acht Millionen für den Motorenservice und bei Red Bull sechs Millionen für Kers und Getriebe. Auch Force India kommt bei Mercedes auf 14 Millionen für das Gesamtpaket. Hightech hat ihren Preis. Norbert Haug versucht die Klagen der Klientel ins rechte Licht zu rücken: "Manche Teams zahlen heute mehr für die Fahrer als für die Motoren. Das kann auch nicht sein."

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