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Probleme mit Motorregel

Auspuff-Entwicklung ausgebremst

Auspuff Mercedes GP Australien 2012 Foto: xpb 33 Bilder

Seit dem GP Ungarn darf die Drehmomentkurve bei Vollast maximal zwei Prozent von dem Standardprogramm abweichen, das sich die Teams aus einem der ersten vier Rennen aussuchen können. Doch kaum ist die Regel in Kraft, gibt es schon wieder Probleme. Mercedes, Williams und Lotus könnten somit bis zum Saisonende ihre Auspuffposition nicht mehr ändern.

27.07.2012 Michael Schmidt

Die Formel 1 ist zu kompliziert. Jede Regel hat irgendein Schlupfloch. Jede Anpassung Konsequenzen, an die man erst viel später denkt. In Hockenheim hatten die FIA-Detektive in der Motorsoftware von Red Bull-Renault ein Kennfeld gefunden, das bei Vollgas im mittleren Drehzahlbereich erheblich Leistung abgebaut hat. Das wich stark von den vorher verwendeten Kennfeldern an. Bis Hockenheim war dies nicht ausdrücklich verboten. Deshalb durfte Red Bull mit der verdächtigen Software auch fahren.

Als Reaktion auf den Fall Hockenheim präzisierte die FIA die Regel. Die Drehmomentkurven dürfen nun nicht mehr als zwei Prozent vom sogenannten Standardprogramm abweichen. Das können sich die Teams aus einem der ersten vier Rennen der Saison 2012 aussuchen. Zunächst stieß die Anpassung der Regel auf Zustimmung. Doch dann begannen einige Ingenieure über die möglichen Konsequenzen nachzudenken. 

Kein neuer Auspuff für Mercedes, Williams und Lotus?

Für Mercedes, Williams und Lotus hätte der Passus fatale Folgen. Die drei Teams fahren mit einem Auspuff in einer konventionellen Position. Er bläst innen auf das untere Heckflügelelement. Da in dieser Position Schwankungen im Auspuffstrahl nicht so starken Einfluss auf das Abtriebsverhalten haben, werden die Motoren und die Durchmesser der Endrohre im Volllastbereich auch auf volle Power getunt.

Red Bull, Ferrari, McLaren, Sauber, Force India, Caterham, Toro Rosso und Marussia benutzen einen so genannten Coanda-Auspuff. Die Endrohre liegen in einer Mulde in den Seitenkästen und blasen die Auspuffgase in die Spalte zwischen Diffusor und Hinterreifen. Hier sorgen starke Schwankungen in der Intensität der Auspuffgase auch für spürbare Unterschiede im dadurch generierten Anpressdruck.

Neue Motor-Einstellung für neuen Auspuff

Die hierbei verwendeten Endrohre haben einen geringeren Durchmesser als es bei Mercedes, Lotus und Williams der Fall ist. Weil das die Intensität des Auspuffstrahls erhöht. Es kostet aber auch Leistung. Bis zu 20 PS. Deshalb brauchen die Motoren mit dieser Auspuffspielart auch eigene Kennfelder mit speziell angepassten Drehmomentkurven.

Der Unterschied zu den konventionellen Auspuffsystemen liegt aber bei mehr als zwei Prozent. Williams-Teamchef Toto Wolff antwortete auf die Frage, warum Williams bei Renault nicht auch das gleiche Kennfeld wie Red Bull bestellt habe: "Weil wir einen anderen Auspufftyp fahren und es uns deshalb nicht so viel gebracht hätte wie Red Bull."

Umrüstung mit neuer Moror-Regel schwierig

Bliebe die Regel bestehen, würde man Mercedes, Lotus und Williams durch die Hintertür verbieten, ihre Auspuffsysteme zu ändern. "Es wäre dann sehr schwierig, auf einen Coanda-Auspuff umzurüsten, weil dir die entsprechende Motorsoftware dafür fehlt", bestätigt Mercedes-Teamchef Ross Brawn.

Er plädiert deshalb dafür, die Regel noch einmal zu überdenken. Am einfachsten wäre es, den Passus für Vollgas zu ändern. Dahingehend, dass die Drehmomentkurve in Relation zur Drehzahl ansteigen muss. Davon wären alle gleich betroffen.

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