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Protest gegen Mercedes F-Schacht

Red Bull gibt Whiting Bedenkzeit bis China

Mercedes W03 2012 Foto: Wilhelm 20 Bilder

Red Bull will den Widerstand gegen den Mercedes DRS-F-Schacht nicht aufgeben. Nach Aussage von Teamchef Christian Horner wartet man derzeit ab, ob FIA-Rennleiter Charlie Whiting das System auch beim dritten Rennen in China für legal erklärt. Wenn nicht droht Protest.

02.04.2012 Tobias Grüner

Obwohl Mercedes erst einen WM-Punkt auf dem Konto hat, versucht die Konkurrenz auch weiterhin die Silberpfeile durch die FIA einzubremsen. Streitpunkt ist nach wie vor der F-Schacht im Frontflügel, der durch den beweglichen Heckflügel aktiviert wird. Bei den ersten beiden Rennen erklärten die Stewards das clevere System für legal, was Red Bull, Lotus und Ferrari aber nicht davon abhält, weiter Politik zu machen.

"Wir haben die FIA um weitere Klärung gebeten", gab Red Bull-Teamchef Christian Horner im englischen Sky TV zu. Rennleiter Charlie Whiting wird derzeit mit Anfragen bombardiert. Immer wieder werden neue Argumente vorgebracht, warum das umstrittene System illegal sein soll.

"Zunächst muss man mal sagen, dass es ein ziemlich cleveres System ist", gibt Horner zu. "Hut ab vor Mercedes, die es in ihr Auto integriert haben. Unser Meinung nach liegt es aber in einer Grauzone des Reglements. Bevor wir es selbst weiterverfolgen und Ressourcen und Finanzen in ein System wie dieses stecken, wollen wir Klarheit."

Schon in Malaysia habe es viele Diskussionen mit dem FIA-Technikdeligierten gegeben. Nach Einschätzung Horners hat Whiting sein endgültiges Urteil dabei noch nicht gesprochen. "Ich glaube, er wollte noch einmal darüber nachdenken. Wir werden seine Position natürlich respektieren, wenn er uns in China Klarheit verschafft."

Red Bull denkt über Protest nach

Die Meinung respektieren und sich mit der Meinung abfinden sind allerdings zwei paar Schuhe. Für den Fall, dass die FIA das Mercedes-System weiter für legal hält, gebe es laut Horner zwei Möglichkeiten. "Entweder das Urteil akzeptieren und zusehen, wie man eine ähnliche Lösung ans eigene Auto bringt. Oder ein Protest, wenn wir oder ein anderes Team das Gefühl haben, dass wir mit der Interpretation von Charlie nicht einverstanden sind."

Red Bull scheint bereit zu sein, den Fall bis vor das FIA-Berufungsgericht tragen zu wollen. "Man protestiert gegen die Entscheidung der Stewards an der Strecke, die nach einer Anhörung eine Entscheidung treffen", so Horner über das legale Vorgehen. "Danach hat jede Seite das Recht, dieses Urteil anzufechten. Wir hoffen aber nicht, dass es soweit kommt."

Protest erst bei Mercedes-Erfolg?

Die Kostenfrage, die Red Bull als Argument für ein Verbot vorschiebt, ist allerdings nur ein Grund für das hartnäckige Bearbeiten der FIA. Experten gehen davon aus, dass McLaren mit der Kopie des Systems schon ein gutes Stück weiter ist als die Spitzenteams der Protestfront Red Bull, Lotus und Ferrari.

Dass es bisher noch keinen offiziellen Protest gegeben hat, war wohl auch der Tatsache geschuldet, dass Mercedes bisher noch kein gutes Ergebnis erzielt hat. Sollten die Silberpfeile aber in China erstmals im Rennen vor Red Bull, Lotus & Co. stehen, könnte sich das schnell ändern.

Whiting hatte die Teams zuletzt gebeten, einen möglichen Protest schon vor dem Rennen einzureichen, damit Mercedes Zeit zum reagieren hat und den Fans eine Hängepartie nach der Zieldurchfahrt erspart bleibt. Doch in der Formel 1 sind solch freundliche Gesten bekanntlich nicht an der Tagesordnung.

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