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Protestgefahr in Melbourne

Alle gegen Mercedes und Mercedes gegen alle

Nico Rosberg GP Australien 2012 Foto: dpa 20 Bilder

Der erste Grand Prix des Jahres beginnt mit Ärger. Red Bull und Lotus haben angedroht, gegen den F-Schacht von Mercedes zu protestieren. Ohne zu wissen, wie er funktioniert. Mercedes zweifelt im Gegenzug das Motorenmanagement von Renault an.

17.03.2012 Michael Schmidt

FIA-Rennleiter Charlie Whiting hatte viel zu tun. Er pendelte zwischen den Pavillons von Mercedes, Red Bull und Lotus hin und her, einen Stoß Papiere unter dem Arm. Red Bull und Lotus drohen gegen den F-Schacht von Mercedes zu protestieren. Weil sie nicht wissen, wie er funktioniert, werden allgemeine Vorwürfe vorgebracht.

Zum Beispiel der, dass bei einem Treffen der Technikchefs vereinbart worden sei, auf dem Gebiet des F-Schachts keine Entwicklung mehr zu betreiben. Ein ziemlich müder Vorwurf, denn bei einem anderen Zusammentreffen vor zehn Monaten wurde diskutiert, ob man den DRS-Knopf für eine Zweitfunktion zweckentfremden dürfe. Alle Technikchefs stimmten zu, solange die Funktion mit dem gleichen Verstellmechanismus betätigt werde wie das Hoch- und Runterklappen des Heckflügel-Flaps.

Weiß McLaren was Mercedes macht?

Mercedes-Teamchef Ross Brawn geht davon aus, dass die Konkurrenz nur Nebelkerzen wirft, um herauszufinden, was Mercedes wirklich macht. "Sie sollen sich ruhig mal ihre Köpfe darüber zerbrechen", schmunzelt das Superhirn.

Interessanterweise hält sich McLaren, der Erfinder des F-Schachts, zurück. Dort weiß man offenbar, wie Mercedes die Strömung am Flügel reglementskonform abreißen lässt. Es wird erwartet, dass McLaren bald mit einem eigenen System auftaucht.

Unsere Recherchen haben jetzt ergeben, dass Mercedes doch nur den Frontflügel zum Strömungsabriss bringt. Auf einen F-Schacht im Heckflügel wird verzichtet, offenbar, weil es keine Vorteile bringt. Viele Beobachter haben sich durch ein Loch in den Innenseiten der Heckflügel-Endplatten irreführen lassen, das nur dann freigegeben wird, wenn der Flap nach hinten klappt.

Tatsächlich wird dort die Luft bei Betätigung der Flapverstellung angesaugt und über ein Kanalsystem nach vorne in den Frontflügel gebracht. Die Proteste werden ins Leere laufen. "Das System ist absolut legal", heißt es aus FIA-Kreisen.

Mercedes-Verdacht gegen Renault-Motor

Der Verband muss sich jetzt auch noch mit einer Beschwerde von Mercedes befassen. Die wollen mit Soundanalysen nachgewiesen haben, dass bei den Renault-Motoren in bestimmten Phasen Zylinder abgeschaltet werden, die nicht abgeschaltet werden dürfen.

Die FIA erlaubt, an vier der acht Zylinder Zündung und Einspritzung zu verändern. Die Frage ist welche. Mercedes steht auf dem Standpunkt, dass es sich dabei nur um eine Zylinderbank oder das vordere beziehungsweise hintere V handeln darf. Antwort der FIA: "Es ist egal, welche vier Zylinder ausgewählt werden."

In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen, wie der F-Schacht-Trick von Mercedes funtkioniert.

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