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Quali-Pleite

McLaren verzockt beim Setup

Lewis Hamilton - McLaren - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 5. Oktober 2012 Foto: xpb 75 Bilder

Eigentlich galt McLaren in Suzuka als Favorit. Doch Red Bull hat Jenson Button und Lewis Hamilton an die Wand gefahren. Im Lager von McLaren wird noch gerätselt, was den Gegner so stark macht. Die eigenen Fehler hat man längst analysiert. "Unsere Autos hätten in die zweite Startreihe gehört", bedauerte Teamchef Martin Whitmarsh.

06.10.2012 Michael Schmidt

Jenson Button war der einzige Fahrer im Feld, der in die Nähe der überirdischen Red Bull kam. "Meine Q3-Runde war sehr gut. Trotzdem fehlen mir vier Zehntel auf Vettel. Ich weiß nicht, woher ich die hätte nehmen sollen." Schlimmer noch. Button muss in der Startaufstellung fünf Startplätze zurück. Nach dem GP Singapur sahen die McLaren-Ingenieure die Bescherung. Das Getriebe war so stark beschädigt, dass es höchstens noch zwei Rennen gehalten hätte. Der Schadensverlauf war der gleiche wie bei Lewis Hamilton, der schon nach 22 Runden ausgefallen war. Fremdkörper im Getriebeöl.

Hamilton verzockt sich mit dem Setup

Hamilton wird trotz der Strafversetzung von Button hinter seinem Teamkollegen ins Rennen gehen. Der künftige Mercedes-Fahrer verzockte mit dem Setup. Wieder einmal. Am Freitag klagte er über eine Spur zu viel Untersteuern. Der Eingriff am Samstagmorgen provozierte das Gegenteil. Also wieder zurück. Doch da wurde das Untersteuern noch schlimmer.

"Ich habe schon in der ersten Runde gemerkt, dass ich das Auto nicht richtig in die Kurve bringe. Wir haben während der Qualifikation alles geändert, was wir ändern dürfen, Frontflügel, mechanische Einstellungen und so weiter, aber es hat nicht viel geholfen. Hätte es im Q3 keine gelben Flaggen gegeben, wäre ich vielleicht Vierter gewesen. Aber Jensons Zeit lag für mich außer Reichweite."

Button setzt im Rennen auf Top-Speed

Auch Button experimentierte viel mit der Fahrzeugabstimmung. Am Freitag probierte er es mit minimalem Abtrieb. Es war ein Reinfall, weil die Reifen zu sehr litten. "Ich hätte vermutlich sechs Mal Reifen wechseln müssen. Trotzdem war es ein nützliches Experiment, weil es uns auf ein paar Ideen gebracht hat. Wir mussten es probieren, da ich wegen meiner Strafe von weiter hinten starte. Deshalb brauchen wir im Rennen Top-Speed, um überholen zu können. Für Qualifikation und Rennen sind wir doch wieder zurück auf ein mehr konventionelles Setup."

Button hofft auf ein verrücktes Rennen wie im Vorjahr. Eines, bei dem der Reifenverschleiß das Geschehen diktiert. "Letztes Jahr waren ausschließlich die Hinterreifen das große Problem. Diesmal kommen auch noch die Vorderreifen dazu. Es gibt Blasen, Körnen, hohen Verschleiß. Da kann sich im Rennen noch einiges verschieben und uns eine Gelegenheit geben, Plätze gutzumachen." Darauf setzt auch Hamilton: "Ich habe so viel Abtrieb am Auto, dass es den Reifen helfen müsste. Ich rechne mir für den Sonntag gar nicht so schlechte Chancen aus."

Whitmarsh rätselt über Red Bull-Updates

Während die Fahrer über das nachdachten, was im Rennen passieren könnte, wirkte Teamchef Martin Whitmarsh nachdenklich. Die Red Bull waren alarmierend schnell. Und das obwohl McLaren mit neuen Seitenflügeln und Modifikationen am vorderen Unterboden aufwartete. Laut Computer sollte der McLaren damit 0,120 Sekunden schneller sein.

Doch Red Bull hat offenbar eine halbe Sekunde gefunden. Lag es nur an dem neuen Frontflügel, der in der Nacht zum Samstag aus Europa eingeflogen wurde? Oder den verstellbaren Bremstrommeln, über die man die Reifentemperatur vorne besser kontrollieren kann? Den Trick hat man sich von McLaren abgeschaut. Der hilft allerdings mehr im Rennen als im Training.

Auffällig war, dass die Red Bull im kurvenreichen ersten Sektor dem Rest um die Ohren fuhren. Auch McLaren und Ferrari, die normalerweise in schnellen Kurven besser sind. Auf der Geraden verloren Sebastian Vettel und Mark Webber nur noch drei km/h auf die McLaren. Zu Beginn des Jahres waren es noch bis zu acht km/h. Whitmarsh resümierte genervt: "Red Bull hat gut entwickelt und genau das richtige Setup getroffen. Wir hoffen, dass es nur eine Eintagsfliege ist." Da könnte sich Herr Whitmarsh getäuscht haben

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