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Keiner will Achter werden

Warum fuhr Hülkenberg noch einmal raus?

Nico Hülkenberg - Formel 1 - GP Bahrain - 2. April 2016 Foto: xpb 72 Bilder

Solche Geschichten produziert nur das neue Qualifikationsformat. Bei HaasF1 freut man sich, dass Romain Grosjean im Kampf um die besten Startplätze von Rang 8 auf Platz 9 rutscht. Und keiner versteht, warum Nico Hülkenberg für den ungeliebten achten Platz noch einmal ausrückt.

02.04.2016 Michael Schmidt

Was ist der unbeliebteste Startplatz der Formel 1 im Jahr 2016? Richtig: Rang 8. Weil man von dort mit gebrauchten Reifen der weichsten Mischung starten muss, während der Neunte freie Auswahl an Neureifen und damit ein breiteres Spektrum an Rennstrategien zur Verfügung hat. Deshalb will eigentlich keiner auf dem schlechtesten Platz der Q3-Gruppe landen.

Nur Force India und Nico Hülkenberg. Das Team schickte seinen Fahrer in den letzten Minuten des Q2 noch einmal auf die Strecke. Zu dem Zeitpunkt lag der Deutsche noch auf Platz 12. Er hatte aber noch einen Satz Supersoft in der Hinterhand. Und wurde auf die Strecke geschickt. "War ziemlich einsam da draußen", wunderte sich Hülkenberg. Der letzte Schuss saß. Gut für das Ego. Aber auch gut für die Chancen im Rennen?

Grosjean hat mehr frische Reifen als Hülkenberg

Vor Hülkenberg lagen zwei Toro Rosso, die ihre Garnituren weiche Reifen bereits verbraten hatten und in der Box tatenlos auf die Zielflagge des Q2 warteten. Und Romain Grosjean im HaasF1 betete insgeheim, dass ihn von Platz 8 noch einer verdrängen möge.

"Ich habe mich noch nie so gefreut, dass einer schneller war als wir", gab Teamchef Guenther Steiner zu. "Startplatz 9 ist aus unserer Sicht die beste Ausgangsposition. Und das haben wir schon im zweiten Rennen geschafft. Mehr dürfen wir nicht verlangen."

Hülkenberg ist sich nicht sicher, ob die Amerikaner damit richtig liegen. "Der Unterschied ist hier in Bahrain nicht so groß, weil es kein Einstopprennen wird. Gut, dass HaasF1 so denkt." Steckt da am Ende ein Plan dahinter? "Warten wir's ab", lacht Hülkenberg geheimnisvoll. In seinem Fall spielt auf jeden Fall die Position auf der Strecke eine Rolle. Ohne seinen zweiten Versuch im Q2 wäre der Force India-Pilot 4 Plätze weiter hinten gestartet.

Auf dem Papier ist sein direkter Gegner mit besseren Optionen ausgerüstet. Grosjean hat für das Rennen je einen neuen Satz Medium und Soft zur Verfügung und 2 neue Garnituren Supersoft. Hülkenberg ist mit den beiden härteren Mischungen gleich bestückt und hat dazu aber nur noch 4 gebrauchte Supersofts. Einen Satz davon muss er beim Start fahren.

Williams will Reifen nicht unbenutzt zurückgeben

Hülkenbergs Angriff auf Platz 8 war nicht die einzige Überraschung in der Qualifikation. Alle rieben sich verwundert die Augen, als die bereits fürs Q3 qualifizierten Williams-Piloten am Ende des Q2 zu einer weiteren schnellen Runde ausrückten. Man habe so im Sinne des Sports entschieden, erklärte Teamchefin Claire Williams. Um den Zuschauern wenigstens 2 fahrende Autos zu bieten.

Das ist die politische Antwort. Es gibt auch eine technische. Pat Symonds reicht sie nach. "Wir hatten zu viele Satz Supersoft bestellt. Hätten wir auf die zweite Runde im Q2 verzichtet, hätten wir im Q3 zwei Satz Supersoft zur Verfügung gehabt. Wir hätten sie aber nicht nutzen können, weil wir auf jeden Fall hinter den Mercedes und Ferrari geblieben wären. Dann hätten wir es in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht mehr vor dem Eliminierungspunkt geschafft, eine zweite fliegende Runde zu fahren. Da wir den Satz nicht einfach ungebraucht an Pirelli zurückgeben wollten, haben wir unseren Fahrern die Gelegenheit gegeben, im Q2 eine zusätzliche Runde zu üben."

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