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Qualifying in Valencia

Q2-Wahnsinn: So eng war es noch nie

Motor Racing - Formula One World Championship - European Grand Prix - Qualifying Day - Valencia, Spain Foto: xpb.cc 20 Bilder

So eng lag das Feld noch nie zusammen. In der zweiten K.O.-Runde trennten knapp mehr als zwei Zehntel Platz eins von Platz elf. Wer sich den geringsten Fehler erlaubte, war raus. Wie Fernando Alonso. Wer die Notbremse zog, kam weiter. Wie Sebastian Vettel.

23.06.2012 Michael Schmidt

Diese Formel 1 ist unglaublich. 0,218 Sekunden trennten in der zweiten Qualifikationsrunde den Ersten vom Elften. Obwohl die Strecke 5,419 Kilometer lang ist und Rundenzeit über 98 Sekunden gefahren werden. Romain Grosjean war mit 1.38,489 Minuten Zwischenbestzeit gefahren. Fernando Alonso stand mit 1.38,707 Minuten im Abseits. Auf den rettenden zehnten Platz von Kamui Kobayashi fehlten dem Spanier 0,004 Sekunden.

Ferrari verspielt bessere Platzierung

Nico Hülkenberg hatte es in die Top Ten geschafft. Trotzdem atmete er auf: "Das ist megabrutal. Bei so geringen Unterschieden fragst du dich als Fahrer: Wo soll ich noch die Zeit holen?"
 
Bei Ferrari hat sie nicht der Fahrer, sondern das Team verspielt. Ferrari schickte Fernando Alonso und Felipe Massa in der zweiten K.O.-Runde zunächst mit den härteren Reifen auf die Bahn. Obwohl klar war, dass man mit diesen keinen Blumentopf würde gewinnen können.
 
Es kam wie es kommen musste. Als Alonso und Massa endlich mit der weicheren Mischung auf die Reise geschickt wurden, waren die beiden Versuche nicht optimal. Kann passieren. Doch den beiden Ferrari-Piloten lief die Zeit davon, das mit einem zweiten Satz Reifen zu korrigieren.

Alonso spielte den taktischen Fehler herunter: "Wenn wir zwei weiche Reifensätze genommen hätten, wäre ich im Q3 gefragt worden: Warum hast du nur noch einen Satz übrig? Wir waren einfach nicht schnell genug und haben es verdient hängenzubleiben. Vielleicht zahlt es sich morgen aus, weil ich genügend frische Reifensätze übrig habe."

Vettel zieht Notbremse

Sebastian Vettel kann dieser Logik nicht folgen. Er hatte ein ähnliches Problem. Seine erste Runde auf weichen Reifen war nicht gut genug. Mit 1.38,709 wäre Vettel wie Alonso hängengeblieben. Red Bull aber hatte noch die Option, einen zweiten Reifensatz aufzuziehen. "Zum Glück haben wir rechtzeitig gemerkt, dass es eng wird. Da darfst du nicht daran denken, ob du damit einen zweiten Satz Reifen herschenkst. Da geht es nur darum, dass du ins Q3 weiterkommst."

Für Vettel zahlte sich die Notbremse aus. Er stellte seinen Red Bull auf die Pole Position. Und die ist in Valencia wichtiger als ein extra Satz Reifen. "Weil das Überholen fast so schwer ist wie in Monte Carlo", stöhnt Mark Webber.

Reifensparen fast unmöglich

Das dichtgepackte Feld zwingt vor allem die erfolgsverwöhnten Topteams zum Umdenken. In der Vergangenheit haben sie im Q2 einen weichen Reifensatz gespart, um im Top Ten-Finale zwei übrig zu haben oder sogar noch einen Satz ins Rennen hinüberzuretten. Sie sind mit der Drehzahl nicht auf Anschlag gegangen und haben den Tank nicht auf eine Minimalmenge Benzin gelehrt. Damit ist Schluss.

"Im Nachhinein hätten wir uns im Q2 einen Satz Reifen sparen können, aber so darfst du heute nicht mehr denken", bestätigt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. "Du kannst dir kein Risiko mehr leisten." Nico Hülkenberg ergänzt: "Da muss alles perfekt passen: Deine Runde, die Verkehrssituation, der Reifendruck, das Setup."
 
 

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