Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Quantum will Lotus bezahlen

Hoffnung für Räikkönen und Hülkenberg?

Kimi Räikkönen - Lotus - GP Abu Dhabi 2013 Foto: Lotus 27 Bilder

Schon seit Juni will Investor Quantum 35 Prozent des Lotus F1 Teams übernehmen. In Abu Dhabi signalisierte Firmenchef Mansoor Ijaz, dass der Geldtransfer endlich bevorsteht. Dann bekäme Kimi Räikkönen seine Gage und Nico Hülkenberg ein Cockpit.

04.11.2013 Michael Schmidt

Lotus-Teambesitzer Gerard Lopez kennt die Versprechungen. Seit dem 18. Juni wurde ihm regelmäßig avisiert, dass Geld fließt. Seit diesem Tag gehören ihm auf dem Papier nur noch 65 Prozent seines Teams. Die anderen 35 Prozent wurden einem Finanzinvestor aus Abu Dhabi überschrieben, der damals noch Infinity Racing hieß.
 
Auf Druck der Automarke Infiniti musste sich der arabische Fonds in "Quantum" umbenennen. Doch weder unter dem alten, noch unter dem neuen Namen floss bisher Geld. Angeblich liegt die Summe von 270 Millionen Euro, die Quantum in den nächsten fünf Jahren in Lotus investieren will, auf einem Sperrkonto.

Das Geld wurde Gerüchten zufolge von der Bank nur deshalb nicht freigegeben, weil nicht klar war, wer hinter diesem Fonds steckt. Federführend ist die Familie Ijaz aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch der Bruder des Sultans von Brunei steckt mit drin. Dann soll es aber auch noch Personen geben, dessen Identität nicht geklärt war. Deshalb sei das Geld eingefroren worden.

Lopez muss Lotus-Rechnungen bezahlen

Zuletzt habe Quantum Bedingungen an den Deal gestellt, heißt es. Zum Beispiel, dass man lieber gleich 51 statt 35 Prozent übernehmen wolle. Das lehnt Lopez ab. Es wäre das falsche Signal, wenn seine Firma Genii die Kontrolle des Rennstalls aufgebe. Genii stehe beim Personal für Kontinuität.

Quantum forderte auch, dass Nico Hülkenberg den Platz von Kimi Räikkönen einnehmen müsse. Dazu Lopez: "Sie können Nico gerne haben. Ich will ihn ja auch. Aber vorher muss die Finanzierung des Rennstalls gesichert sein. Und dazu gehört auch, dass Quantum seinen Anteil bezahlt. Im Moment bezahle ich 100 Prozent der Rechnungen selbst. Mir gehören auf dem Papier aber nur 65 Prozent."

Lopez hat die Zahlungsversprechungen schon oft gehört und zuletzt fast den Glauben daran verloren. Deshalb setzte er seinen Partnern eine Frist bis Mitte November. "Es gibt andere Interessenten, die ich bislang immer vertrösten musste."

Quantum will offene Lotus-Rechnungen begleichen

Lotus bezahlte indirekt bereits für die unsichere Finanzlage. Einige Fahrer, darunter Felipe Massa, haben früh die Verhandlungen abgebrochen, weil die Lage so unübersichtlich war. Hochrangige Ingenieure wie Aerodynamikchef Dirk de Beer oder CFD-Projektleiter Gerald Murphy folgten den Lockrufen von Ferrari und Mercedes.

Quantum-Chef Mansoor Ijaz beruhigte beim GP Abu Dhabi alle Zweifler: "Es tut uns leid, dass sich der Deal so lange hinausgezögert hat. Von unserer Seite ist alles geklärt. Jetzt muss nur noch Genii das Geschäft bestätigen. Es lässt uns Optionen offen, in einem klar definierten Zeitrahmen die Kontrolle zu übernehmen. Wir werden alle Verbindlichkeiten tilgen und offenstehende Rechnungen mit den Angestellten begleichen. Das Team soll sehen, dass wir unsere Verantwortung ernst nehmen."

Angeblich offerierte Ijaz Räikkönens Manager Steve Robertson eine Bankgarantie über das ausstehende Gehalt. Deshalb tritt Räikkönen auch bei den letzten beiden Rennen an. Der angedrohte Streik ist damit vorerst vom Tisch.

Ohne Quantum macht Maldonado das Rennen

Wenn Quantum wie angekündigt in dieser Woche seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt, dann wäre das auch eine gute Nachricht für Kimi Räikkönen und Nico Hülkenberg. Räikkönen würde sein Geld und Hülkenberg sein Cockpit bekommen. Mit Nico Hülkenberg und Romain Grosjean hätte Lopez sein Dreamteam. "Es wäre mittelfristig die stärkste Fahrerpaarung im Feld."

Kommt das Geld von Quantum doch nicht, macht Pastor Maldonado mit seinen 40 Millionen Euro vom venezolanischen Ölkartell PDVSA das Rennen. "Was soll ich tun?", klagt Lopez. Das durch Sponsoren abgedeckte Budget und die 65 Millionen Dollar, die es aus Bernie Ecclestones Kasse für den vierten Platz in der Konstrukteurswertung gibt, sind regelmäßig im September aufgebraucht.

Um mit Red Bull, Mercedes und Ferrari mithalten zu können, reichen aber 120 Millionen Euro nicht. Dazu braucht man 50 Millionen mehr. Dann muss Lopez solange Geld aus eigenen Mitteln zuschießen, bis er einen Partner oder einen Hauptsponsor findet. Das ist der Teufelskreis, in dem sich Lotus bewegt.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden