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Radikale Regeländerungen

Teams stimmen zu

Beim Treffen der Teamchefs mit FIA-Chef Max Mosley herrschte bei den Diskussionen über ein revolutionäres neues Regelwerk ungewohnte Einigkeit.

05.05.2004

"Das war ein sehr gutes Treffen", sagte FIA-Präsident Max Mosley, als er am Abend (4.5.) vor die Presse trat. "Ich hätte mir kein besseres Ergebnis wünschen können." Die Teams haben seine Regeländerungs-Vorschläge in weiten Teilen ohne Widerstand abgenickt. Wie vermutet könnten die Umwälzungen der Formel 1 bereits 2006 in Kraft treten. Allerdings bleiben einige strittige Punkte zu klären.

Ab 2006 soll es eine neue Motorenformel geben. Ein Hersteller gab vor, die Kosten für die Ausrüstung der 20 Autos im Starterfeld koste zur Zeit eine Milliarde Euro pro Jahr. Diese Kosten sollen halbiert werden. Die Motorenhersteller sind aufgefordert zu klären, ob ein Festhalten der aktuellen Dreiliter-V10 bei einer Laufzeit von bis zu sechs Rennen günstiger wäre als eine Umrüstung auf 2,4 Liter-V8-Motoren, die zwei Rennen halten müssen.

Ja zum Einheitsreifen

Eine einheitliche Motorelektronik könnte ebenfalls vor 2008 eingeführt werden. Nach Aussage von Mosley ist der einzige Knackpunkt die Frage, ob es sinnvoller ist, beim Antrieb die elektronisch geregelten Differenziale unter Kontrolle der FIA beizubehalten oder auf einen einfacheren Stand manueller Technik zurückzurüsten. "Wir werden nie mehr zur alten H-Schaltung zurückkehren", räumte Mosley ein, aber in jedem Fall werden Traktionskontrollen und andere Fahrhilfen verboten.

Standard-Bremsanlagen sind von allen Teams akzeptiert worden, ebenso wie die Rückkehr zu einem einzigen Reifenhersteller. Mosley räumte ein, dass noch vertragliche Details zu klären seien, hält diese Probleme aber für lösbar. Der FIA-Chef betonte, Einheitsreifen würden die Formel 1 billiger, fairer und sicherer machen. Mosley hält eine Rückkehr zu profillosen Slick-Reifen für möglich. Die neuen Reifen werden an der Vorderachse schmaler sein als bisher und hinten breiter.

Zur Verringerung der Aufprallenergie bei Unfällen wird das Gewicht der Autos möglicherweise um mehr als die bisher geplanten 50 Kilogramm reduziert. Ein komplettes Ersatzauto ist zukünftig nicht mehr zulässig. Die Teams dürfen lediglich ein Reserve-Chassis bereithalten, um bei Unfällen im Training das Auto neu aufzubauen.

Angst vor Einheitsformel

Die Teams sind aufgefordert, einen neuen Qualifikations-Modus auszuarbeiten. "Dabei müssen die Interessen der Fernseh-Zuschauer, zu denen auch ich zähle, berücksichtigt werden", sagt Mosley.

Große Einmütigkeit herrscht über die Notwendigkeit, die unabhängigen Teams günstig mit Motoren zu versorgen. Streit gibt es allerdings über den Verkauf von kompletten Chassis an Privat-Teams. Die Top-Teams haben Angst, dass es bei Dominanz einzelner Chassis-Hersteller zu einer Einheits-Formel kommen könnte. Schließlich begrüßen alle Teams die Initiative, neue Teilnehmer in die Formel 1 zu locken, "aber verständlicherweise will keines der bestehenden Teams auf Geld oder Privilegien verzichten", sagt Mosley.

Bei Abstimmungen soll künfig eine einfache Mehrheit ausreichen. Allerdings haben nur die Parteien ein Stimmrecht, wenn sie von der Regeländerung direkt betroffen sind. So dürfen zum Beispiel Motorenhersteller nicht über Aerodynamik-Regeln befinden.

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