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Radio Fahrerlager Aserbaidschan

Red Bull empfiehlt Renault Buemi- Verpflichtung

Sebastien Buemi - Renault Foto: Renault 25 Bilder

Die heißesten News, interessante Gerüchte und kleine Splitter, die wir am Rande des Formel 1-Rennens in Aserbaidschan aufgeschnappt haben, lesen Sie in unserem Radio Fahrerlager. Dieses Mal mit Bernie Ecclestone, Lewis Hamilton, Niki Lauda, Sebastien Buemi, Nico Hülkenberg und vielen mehr ...

22.06.2016 Michael Schmidt, Tobias Grüner 4 Kommentare

Telemetrie-Daten aus Baku

Der Baku City Circuit zählt zu den besten neuen Rennstrecken der letzten 20 Jahre. Mit einem Durchschnittstempo von 210,307 km/h ist es auch der schnellste Stadtkurs der Welt. Die Speedmessungen in den einzelnen Kurven sind beeindruckend. Valtteri Bottas war mit 378 km/h der Schnellste auf der Zielgerade. Sauber stellte auto motor und sport Daten der besten Runde von Felipe Nasr zur Verfügung. Da sieht man auch die Speeds an anderen Stellen, die die Teams hüten wie einen Goldschatz. In der ersten 90 Grad-Kurve beispielweise war der Brasilianer 109,3 km/h schnell. Auf der Gegengerade schaffte er 320,4 km/h. Interessant auch die Stadttor-Passage. Nasr fuhr mit 83,5 km/h in das Nadelöhr und war am Ausgang 109,9 km/h schnell. Er fuhr bis auf die letzte Kurve alles im dritten Gang. Der schnelle Linksbogen über die Kuppe (Kurve 13) ging mit 257,3 km/h. Kurz vor dem Anbremsen von Kurve 15 erreichte der Sauber 300,8 km/h. Schließlich bog er mit 109,0 km/h im vierten Gang in die ewig lange Zielgerade ein. Nasrs Top-Speed: 345,0 km/h. Ohne Windschatten.

Vettel zitiert Röhrl-Weisheiten

Nico Hülkenberg und Sebastian Vettel sind sich einig. Kurve 13 ist die geilste, Kurve 15 die gefährlichste Kurve auf dem Baku City Circuit. Kurve 13 ist ein 260 km/h schneller Linksknick über eine Kuppe. „Da brauchst du richtig Eier“, bestätigt Hülkenberg. Vettel geht ins Detail: „Du siehst nichts, und das Auto wird ganz leicht. Geht nicht immer voll.“ Auf Kurve 15 fliegen die Fahrer mit 300 km/h zu und bremsen sich bergab auf 90 km/h runter. „Bergab bremsen ist das schwierigste das es gibt. das hat schon Walter Röhrl immer gesagt“, zitiert Vettel die Rallye-Legende.

Ingok-Niki

Niki Lauda war ebenfalls begeistert von Baku. „Das ist mir noch in keiner Stadt der Welt passiert. Ich bin völlig unerkannt durch die Straßen gelaufen. Keiner wollte ein Autogramm, keiner ein Foto mit mir. Ich glaube, ich bleibe hier.“

Startprobleme analysiert

Mit zwei Wochen Verspätung weiß Mercedes warum die Starts in Montreal in die Hose gegangen sind. Bei Lewis Hamilton wurde die Kupplung zu heiß. 1.000 statt 700 Grad. Nico Rosberg blieb mit dem Handschuh an der Schaltwippe hängen. Dazu kam noch, dass die Reifen zu stark abgekühlt waren und zu wenig Grip aufgebaut hatten.

Ecclestone ohne Sicherheitsbedenken

Nicht nur Lewis Hamilton regte sich über die Bedenkenträger auf. Auch Bernie Ecclestone war sauer. Nico Rosberg und Jenson Button hatten sich über die knappen Auslaufzonen beklagt. Felipe Massa über die gefährliche Boxeneinfahrt. Darauf der Formel 1-Chef: „Die Fahrer sollen den Mund halten oder heimfahren, wenn es ihnen zu gefährlich ist.“

Briatore hinter Baku-Debüt

Nicht Bernie Ecclestone hat die Formel 1 nach Baku gebracht, sondern Flavio Briatore. Der frühere Teamchef lernte Präsident Ilham Alijev in seinem Nobelclub „Billionaire‘s Club“ auf Sardinien kennen. Und er legte mit einer Frage die Zündschnur: „Warum veranstaltet ihr in Baku eigentlich keinen Grand Prix?“

Alonso macht PR für Aserbaidschan

Fernando Alonso findet an Baku alles gut. Kein Wunder, er ist Botschafter des Rennens und bekommt dafür eine Million Dollar. Den Job hat ihm Flavio Briatore verschafft, der Mann, der die Formel 1 nach Baku brachte. Für seine Gage musste Alonso einige PR-Termine wahrnehmen. Man munkelt, mehr als er für McLaren abdienen muss. Am Donnerstag vor dem Rennen besuchte der Spanier eine Teppichknüpfer-Werkstatt.

Rosberg - Flieger - GP Aserbaidschan 2016Foto: Nico Rosberg / Paul Ripke

Air Rosberg von Nizza nach Baku

Sieben Rennfahrer kamen mit Air Rosberg nach Baku. Wie schon in Sochi charterte der Mercedes-Pilot für sich und seine Kollegen eine Falcon 9000 Mit an Bord: Daniel Ricciardo, Max Verstappen, Jenson Button, Felipe Massa, Esteban Gutierrez und David Coulthard.

Niki hilft Nico

Beim Rückflug von Montreal nach Wien in Niki Laudas Privatjet hatte Nico Rosberg seinen Reisepass vergessen. Bei der Ausreise in Kanada kein Problem. Bei der Einreise in Österreich schon. Niki Lauda musste seine Beziehungen spielen lassen, damit der WM-Spitzenreiter durch den Zoll kam.

Buemi als Renault-Pilot?

Sebastien Buemi hat bei Red Bull für zwei weitere Jahre unterschrieben. Er soll nicht nur Simulator fahren, sondern auch einige Tests für die neuen Pirelli-Reifen abspulen. Teamchef Christian Horner bietet den Schweizer bei Renault an: „Buemi wäre der ideale Mann für das Team. Er ist schnell, fleißig, hat technisches Verständnis und Erfahrung. Du kannst ihn um 3 Uhr morgens anrufen, und er setzt sich in den Simulator.“

Erste Pirelli-Tests mit 2017er Reifen

Red Bulls Testträger für die 2017er Pirelli-Reifen wird in der ersten August-Woche fertig. Auch Ferrari ist an diesem Termin fertig. Wenn alles nach Plan läuft, sollen am 1. und 2. August in Mugello die ersten Tests mit den breiteren Reifen stattfinden. Das Auto wird durch größere Flügel, seitliche Schürzen und einen Unterboden in Flügelprofil auf die erwarteten Abtriebswerte für 2017 hochgerüstet.

Lob an F1-Infrastruktur

50.000 Euro müssen die Teams als Miete für die Pavillons in Baku bezahlen. Es ist der übliche Preis, den die Veranstalter aufrufen. „Aber wenigstens haben wir hier Platz und genügend Strom. Alle Einrichtungen funktionieren zuverlässig. Das ist auf anderen Strecken, die schon viel länger im Kalender sind, nicht immer so“, lobte ein Teammanager.

GP Europa oder GP Aserbaidschan?

Warum heißt das Rennen in Baku GP Europa und nicht GP Aserbaidschan? Wo wir doch schon in Asien sind? Antwort von den Offiziellen. „Weil Baku das neue Istanbul ist. Wir sind die Brücke zwischen Europa und Asien.“

50 Millionen Dollar für F1-Rennen

Die Formel 1 ist in Aserbaidschan weitgehend unbekannt. Deshalb wurden auch nicht alle 30.000 Zuschauerplätze verkauft. Als der Sportminister von Aserbaidschan im letzten Winter für die lokalen Medien eine Pressekonferenz gab, wollte ein Reporter wissen: „Wie viel muss die Formel 1 zahlen, damit sie in Baku fahren darf?“ Bernie Ecclestone hätte sicher herzlich gelacht. Er kassiert in Baku rund 50 Millionen Dollar. Es ist für ihn das lukrativste Rennen neben Russland. Baku hat mit der Formel 1 einen Siebenjahresvertrag abgeschlossen. Bernie juxte angesichts seiner 85 Jahre: „Sie sind wahrscheinlich länger dabei als ich.“

Ecclestone wischt Kritik zur Seite

Bernie Ecclestone wurde von britischen Reportern mit der Frage bestürmt, wie man in einem Land fahren könne, in dem die Menschenrechte nicht eingehalten werden und in dem die Korruption blüht. Bernie gab trocken zurück: „Könnt ihr mir sagen, was die Menschenrechte sind? Dann gebe ich eine Antwort. Und wenn wir nur in Ländern fahren dürften, in denen es keine Korruption gibt, hätten wir keine Rennen.“

Kurt Busch & Lewis Hamilton - GP Aserbaidschan 2016Foto: Mercedes

Nascar-Besuch im F1-Fahrerlager

Nascar-Pilot Kurt Busch stattete der Formel 1 in Baku einen Besuch ab. Der Amerikaner fährt ebenfalls für Haas und schaute seinen „Firmenkollegen“ Grosjean und Gutierrez über die Schulter. Auch mit Lewis Hamilton wechselte er ein paar Worte. Größter Unterschied zwischen F1 und Nascar? „Bei uns sind die Fans viel näher dran. In der Formel 1 werden die Piloten mehr abgeschottet, damit sie sich voll auf das Fahren konzentrieren können.“

Lange Wege in Baku

Nico Hülkenberg hatte ein Hotel direkt an der Rennstrecke. Es liegt im Innenteil. Das war ein echter Nachteil für Leute, die außen wohnen und innen arbeiten. Weil es nur wenige Brücken über die Rennstrecke gab. Hülkenberg amüsierte sich: „Eine Hotelangestellte hat erzählt, dass ihre Wohnung direkt gegenüber dem Hotel liegt. Dummerweise liegt die Strecke dazwischen und sie darf nicht drüberlaufen. Jetzt braucht sie für einen Weg von 5 Minuten eine Stunde, weil sie erst einmal 5 Kilometer bis zur nächsten Brücke gehen muss.“

Macau noch gefährlicher als Baku

Viele Formel 1-Fahrer vergleichen den Kurs von Baku mit Macau. Max Verstappen nicht. Er hat Macau von seinem Formel 3-Auftritt 2014 noch in frischer Erinnerung. „Das kann man nicht vergleichen. Mit einem Formel 1-Auto könnte man nicht in Macau fahren. Du würdest dort sterben.“

Pirelli braucht mehr Platz

Pirelli wird 2017 breitere Reifen liefern. Die Umstellung hat auch Auswirkungen auf die Logistik. „Wir benötigen einen zusätzlichen Lastwagen bzw. einen weiteren Seefracht-Container. Auch an der Strecke brauchen wir mehr Platz“, erklärte Pirelli-Ingenieur Mario Isola. Für die Testfahrten Ende Februar und den Saisonauftakt in Australien im März muss spätestens Mitte Januar mit der Produktion begonnen werden.

Formel 1 braucht Spektakel

Auf die Frage, ob Baku zu gefährlich sei, hatte Toto Wolff eine klare Antwort: „Ich war vor 2 Wochen auf der Isle of Man und habe mir das TT Motorradrennen angeschaut. Das fand ich ziemlich spektakulär. Baku ist auch eine spektakuläre Strecke. Das ist genau das, was die Formel 1 gebraucht hat. Natürlich kann ich auch die Meinung der Fahrer verstehen, die es immer so sicher wie möglich haben wollen.“

Formel 1 im Fußballfieber

Sauber-Teammanager Beat Zehnder kam am Rennsonntag mit einem Schweizer Fußballtrikot ins Fahrerlager. Nach dem Rennen spielten die Eidgenossen gegen Frankreich. Das rote Leibchen entsprach allerdings nicht das aktuelle Modell: „Das haben wir mal von unserem Sponsor Credit Suisse bekommen. Nick Heidfeld müsste auch noch eins haben“, verriet Zehnder.

Hamilton mit neuer Freundin?

Die Boulevardmedien waren in Baku in erhöhter Aufregung. Lewis Hamilton hatte eine neue Begleiterin dabei. Das ungarische Model Barbara Palvin drückte dem Briten in der Box die Daumen. Nebenbei musste die 22-jährige aus Budapest auch noch die Hunde des Weltmeisters Gassi führen.

Stars auf der Strecke und auf der Bühne

Die Organisatoren haben ordentlich Prominenz nach Aserbaidschan eingeflogen, um die Baku-Premiere zu einem großen Show-Event zu machen. Im Rahmenprogramm traten Stars wie Enrique Iglesias, Chris Brown und Pharrell Williams auf der Bühne im F1-Village auf. Sie lockten deutlich mehr Fans als die Formel 1.

Grosjean kollidiert mit Vogel

Die Möwen-Story von Sebastian Vettel in Montreal fand in Baku eine Fortsetzung. „Romain Grosjean hat mir gesagt, dass er mit einem Vogel auf der Strecke kollidiert ist“, grinste der Heppenheimer. „Bei mir hätte der Vogel überlebt. Denn ich bremse ja bekanntlich für Tiere.“

Neuester Kommentar

In der WEC werden die Fahrer sehr viel mehr ferngesteuert als in der F1, also kann man darüber reden, wo die 'Affen' fahren. Und wie Kollege Proesterchen schon gesagt hat, ohne Le Mans hätten 0 Hersteller Interesse an der WEC, weil einfach sonst nahezu 0 Menschen zuschauen.

TomAndMir 27. Juni 2016, 16:13 Uhr
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