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Radio Fahrerlager aus Spa

Ist USF1 nur eine Luftblase?

Force India Foto: Force India 56 Bilder

Hinter der Formel 1-Saison 2010 stehen noch viele Fragezeichen. Bleibt Toyota dabei? Was steckt wirklich hinter USF1? Und was passiert mit BMW Sauber? Wir haben die Anekdoten am Rande des Grand Prix von Belgien für Sie gesammelt.

02.09.2009

Das Geschichten um das neue Formel 1-Team USF1 werden immer seltsamer. Trotz des 20 Millionen Dollar schweren Sponsorcoups mit Youtube-Gründer Chad Hurley deutet viel darauf hin, dass man diesen Rennstall 2010 nicht am Start sehen wird. Bei einer Visite in der Fabrik in Charlotte waren nur Tische und Computer zu sehen. Von Fertigungsanlagen keine Spur. Teamchef Ken Anderson vertröstete sie: "Die kommen noch. Das Design steht." Auch verdächtig: Das Team sucht in der Szene kein Personal und es lehnte kürzlich das Angebot eines Karbonproduzenten mit dem Hinweis ab, es sei noch zu früh. Dazu Ross Brawn: "Wir beginnen im September mit der Chassisproduktion." Bei technischen Besprechungen stellt Ken Anderson im Gegensatz zu den Kollegen von Manor Grand Prix und Campos keine spezifischen Fragen. Epsilon Euskadi und Litespeed, zwei Teams, die noch auf der Warteliste stehen, gehen offenbar auch davon aus, dass USF1 eine Luftblase ist. Sie bauen unbeirrt weiter an ihren Formel 1-Autos für 2010.

Auch Toyotas Zukunft in der Formel 1 unsicher

Bei Toyota weiß keiner wie es weitergeht. Teamchef John Howett meinte in Spa auf Anfrage: "Ich habe keinen Grund in Frage zu stellen, dass wir in den nächsten drei Jahren dabeibleiben, und ich habe auch noch nichts Gegenteiliges gehört." Zu der Geschichte, dass der Vorstand erst am 5. November über die Zukunft entscheiden wolle, meinte Howett: "Das hat Tradition. Toyota berät immer im November über die Budgets. In diesem Jahr ist es wegen der angespannten Weltwirtschaft etwas schwieriger vorherzusagen, was dabei herauskommen wird." Jarno Trulli hat indirekt die Kündigung bekommen. Toyota wollte sein Gehalt um 80 Prozent kürzen. Auch Timo Glock muss zittern. Das Team hält zwar eine Option auf ihn, hat sich aber in den vergangenen Tagen nie eindeutig hinter den Deutschen gestellt. Dabei kann Toyota Glock nur auf die Straße setzen, wenn der deutlich langsamer als Trulli wäre. Der Hintergrund der Hinhaltetaktik mit den Fahrern ist offenbar folgender: Die Teamleitung fürchtet, 2010 dramatisch sparen zu müssen. Teure Fahrer wären dann tabu. Deshalb soll der Japaner Kazuki Nakajima von Williams zu Toyota wechseln. Der wäre billig und würde den Vorstand in Tokio milde stimmen.

Luca Badoer von den Reportern genervt

Auf die hartnäckige Frage eines englischen Reporters an Luca Badoer, ob er nun glaube, dass seine Tage bei Ferrari gezählt sind, antwortete der 38-jährige Italiener genervt: "Sie wollen nicht, dass ich in Monza fahre? Habe ich Recht?"

Vitaly Petrov an der Seite von Nick Heidfeld?

Sollte das BMW-Sauber Team verkauft werden, dann wird auch wieder die Fahrerfrage relevant. Mit folgender Paarung spekulieren die Experten. Nick Heidfeld bleibt, weil er das Team und das Team ihn kennt, und weil der Mönchengladbacher mit seiner Erfahrung den Rennstall durch eine kritische Phase führen kann. Als Nummer zwei wird der Russe Vitaly Petrov gehandelt. Der derzeit Zweite in der GP2-Serie soll 15 Millionen Euro Mitgift im Gepäck haben.

Renault liebäugelt wieder mit Kers

Renault wird für Monza wahrscheinlich sein KERS aus dem Museum holen. Wenn es eine Strecke gibt, auf der die 82 PS des Hybridantriebs Sinn machen, dann ist es die Hochgeschwindigkeitspiste von Monza. Vorher wollen die Ingenieure aber noch die Pros und Contras abwägen, die durch den Rückbau der Autos auf den Stand des GP Bahrain entstehen würden. Der R29 müsste auf den alten Tank und die frühere Gewichtsverteilung zurückgerüstet werden.

Keine Rivalität bei Brawn GP

Rubens Barrichello sieht in dem teaminternen Duell mit Jenson Button um den WM-Titel kein Problem. "Für mich ist es die Chance meines Lebens. Jenson und ich haben keine Probleme. Wir hatten keine, als er sechs Mal gewonnen hatte, und wir haben auch jetzt keine, wo ich langsam aufhole."

Flaute bei Vettel aufgrund eines Defekts der Vorderradaufhängung

Die kleine Flaute bei Sebastian Vettel am Nürburgring und in Budapest hat eine technische Erklärung. Die Techniker vermuten, dass die linke Vorderradaufhängung am Übergang zum Chassis schon am Nürburgring einen Knacks weghatte, der aber nie bemerkt wurde, weil die Stelle schwer zugänglich ist. Der Stoß von Kimi Räikkönen in der Startrunde in Ungarn gab dem vorbeschädigten Teil den Rest. Vettel hatte sich schon im Training gewundert: "Irgendwie schien sich der Vorderteil des Autos zu verwinden. Ich fand gar nicht die richtigen Worte, dieses Gefühl meinen Ingenieuren zu beschreiben."

Williams beharrt auf KERS

Williams spielt den Störenfried. Der englische Rennstall beharrt darauf, dass KERS als Option im Reglement bleibt. "Es wäre politischer Selbstmord, wenn die Formel 1 eine grüne Technologie aufgibt. Die ganze Automobilwelt redet von Hybrid und Elektroautos", sagt Technikchef Sam Michael. Auch beim Thema Bremsen bleibt Williams hart. Die anderen Teams wollen die Scheibendicke von 28 auf 32 Millimeter erhöhen. Sie schieben Sicherheitsgründe vor. Die Bremsen werden 2010 stärker belastet, weil wegen des Verbots der Tankstopps das Startgewicht im Schnitt um 90 Kilogramm höher sein wird. Williams glaubt das Problem durch größere Kühlschächte in den Griff zu bekommen. Der aerodynamische Nachteil würde alle gleich treffen. Außerdem gab Williams-Scheibenlieferant Carbon Industries grünes Licht für die 28 Millimeter Scheiben. Brembo und Hitco haben Bedenken.

Nelson Piquet auf Cockpitsuche

Nelson Piquet sucht einen neuen Platz in der Formel 1. Mit Campos kam er ins Gespräch, doch die fordern eine Mitgift. Der Brasilianer will zu einem etablierten Team. Wenn das nicht klappt, fährt er 2010 in der IndyCar-Serie. Er klopfte bereits bei Ganassi, Newman-Haas und de Ferran an.

Williams will sich von Toyota trennen

Williams will sich einen neuen Motorenpartner suchen, obwohl es mit Toyota noch einen verbindlichen Vertrag bis 2010 gibt. Mit den Japanern sieht der Rennstall aus Grove keine Zukunft, weil keiner die langfristige Planung von Toyota kennt. Bei Wunschpartner Renault gibt es ein Hindernis. "Sie müssen erst in die FOTA eintreten, wenn sie von uns Motoren wollen", beharrt Flavio Briatore. Wenn sich Williams nicht erpressen lässt, bleibt nur noch Cosworth als Ausweg.

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