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Radio Fahrerlager GP China 2015

Die heißesten Storys aus Shanghai

Nico Rosberg - GP China 2015 Foto: ams 40 Bilder

Was sonst noch so am Rennwochenende in Shanghai passiert ist, erfahren Sie in unserer Rubrik Radio Fahrerlager. Hier haben wir die kleinen Geschichten aus der Formel 1-Gerüchteküche gesammelt. Dieses Mal mit Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Adrian Sutil, Susie Wolff und vielen mehr ...

15.04.2015 Michael Schmidt, Tobias Grüner

Neuer Rekord-Reifenwechsel

Mercedes hat seinen eigenen Bestwert unterboten. Nicht mit der Anzahl von Siegen oder einer neuen Rekordgage für Lewis Hamilton. Nein, es ging um den schnellsten Boxenstopp. Die Mercedes-Mechaniker absolvierten den ersten Reifenwechsel in 1,83 Sekunden. In der Gesamtzeit ist der akrobatische Akt aber nicht zu erkennen. "Wir haben drei Zehntel gewartet, um sicher zu gehen, dass kein Fehler passiert ist. In unserer komfortablen Situation können wir uns dieses Sicherheitspolster leisten", erklärte Teammanager Ron Meadows.

Benzin-Trickserei verboten

Die FIA misst seit dem GP China die Durchflussmenge auch hinter dem Durchflussmengensensor. So will man verhindern, dass auf dem Weg vom Sensor bis zu den Einspritzdüsen getrickst wird. Ferrari hatte bei den Winter-Testfahrten ein System ausprobiert, bei dem Benzinleitungen über einen Akkumulator im Durchmesser vergrößert und verkleinert wurden, um in einer Blase nicht verwendeten Kraftstoff zu speichern. So hätte hinter dem Sensor theoretisch die Durchflussmenge kurzfristig gesteigert werden können. Auf die Gesamtmenge hatte das keinen Einfluss. Als mehrere Teams bei der FIA nachfragten, ob das erlaubt sei, gab es eine Absage. Ferrari baute die Vorrichtung wieder aus.

Fünfter Motor in weiter Ferne

Die Kampagne der Renault-Teams das Kontingent der Motoren von 4 auf 5 zu erhöhen, ist wieder eingeschlafen. Die FIA hat bis jetzt noch keinen offiziellen Antrag der Teams bekommen. Er müsste einstimmig sein, um dann bei der nächsten Sitzung der Strategiegruppe am 14. Mai durchgewinkt zu werden. Offenbar hapert es an der Einstimmigkeit. Die Kunden von Ferrari und Mercedes haben keine Lust, zwischen 750.000 und einer Million Euro mehr zu berappen.

Mercedes wehrt sich gegen Blockade-Kritik

Bernie Ecclestone hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff als Totengräber der Formel 1 bezeichnet, weil sich Mercedes gegen ein neues Reglement ab 2017 sperre. Niki Lauda schüttelt den Kopf. "Wir haben der Token-Regel zugestimmt, dass unter der Saison weiterentwickelt werden darf. Wir haben grünes Licht gegeben, dass Honda den Mittelwert der Token bekommt, die sich die anderen drei für die Saison aufheben. Und wir hätten uns auch nicht gegen eine Ausweitung des Motorenkontingents von vier auf fünf gestemmt. Obwohl alle drei Maßnahmen gegen unsere Interessen gehen. Bernie kann uns wirklich nicht vorwerfen, dass wir alles blockieren."

Rosberg steht im Stau

Nico Rosberg überlegte, ob er den Weg vom Hotel in der Innenstadt bis zur Rennstrecke mit der U-Bahn zurücklegen sollte. Ein Freund hatte ihm wegen des chaotischen Verkehrs in Shanghai dazu geraten. Rosberg verzichtete dann doch darauf. Er hätte es mal besser auf den Freund gehört. Am Samstag wäre der Mercedes-Pilot um ein Haar zu spät zur Strategiebesprechung gekommen. Sein Chauffeur brauchte eineinhalb Stunden für den Weg zur Arbeit.

Nasr mit Heimweh

Felipe Nasr lebt in London. Der Brasilianer hat seit Januar seine Heimatstadt Sao Paulo nicht mehr gesehen. "Das ist die zweitlängste Periode, die ich am Stück nicht zuhause war. Zu meiner Formel 3-Zeit bis ich ein Mal sechs Monate am Stück in Europa geblieben."

Sutil in Wartestellung

Adrian Sutil freut sich über seine Rolle als Williams-Ersatzfahrer, doch der Job ist ein zweischneidiges Schwert. Er bedeutet lange Wartezeiten im Fahrerlager, meistens ohne eine Aussicht zum Fahren zu kommen. Für Rennfahrer eine Qual. In Malaysia wollte sich Sutil die Zeit damit vertreiben, seine Kollegen in verschiedenen Kurven von der Tribüne zu beobachten. Erstaunt stellte er fest: "Wenn du kein Ticket hast, lassen die dich nicht drauf."

Fahrer-Manager als FIA-Steward

Die Manor-Piloten haben die 107-Prozent-Hürde in Shanghai locker übersprungen. Will Stevens unterbot die geforderte Zeit um 2,3 Sekunden, Roberto Merhi um 1,5 Sekunden. Frische 2014er Motoren von Ferrari sei Dank. Hätten die Sportkommissare wieder mit einem Gnadengesuch nachhelfen müssen, hätten die Manor-Piloten mit Nachsicht rechnen können. Als Fahrervertreter wurde Mark Blundell engagiert. Der Engländer ist Manager von Merhi.

Rosberg sammelt für Kinder in Not

Nico Rosberg hat neue Fans. Die Organisation Sport for Good bekommt für jeden Führungskilometer des Vize-Weltmeisters 100 Euro. Der Verein, der von Nelson Mandela ins Leben gerufen wurde, unterstützt in 150 Projekten sozial benachteiligte Kinder, denen über den Sport geholfen werden soll. In Shanghai brachte Rosberg der Stiftung noch nicht viel Geld ein. Nur als Hamilton zum ersten Boxenstopp abbog, lag der Mercedes mit der Startnummer 6 eine Runde lang vorne.

Formel 1 vor leeren Tribünen

Der Veranstalter des GP China verzichtete freiwillig auf 20.000 Zuschauer. Die riesigen Tribünen an der Außenseite der ersten Kurve blieben das ganze Wochenende leer. Der Grund dafür: Sie haben keine Sicherheitsabnahme mehr. Das Zertifikat lief nach 10 Jahren zum Grand Prix Ende 2014 aus. Und niemand befand es für nötig, es zu erneuern. Damit sperrten die Behörden diesen Bereich für die Fans. Eigentlich schade, denn dort bekommen die Besucher auf dem International Circuit of Shanghai viel Action geboten.

Hamilton-Kiesbett zubetoniert

Das legendäre Mini-Kiesbett in der Boxeneinfahrt, in dem Lewis Hamilton 2007 seinen WM-Titel weggeworfen hat, ist im Auftrag der FIA zubetoniert und damit entschärft worden. Nach Aussage von Rennleiter Charlie Whiting wollte man damit das Risiko vermindern, dass es bei Bergungen in diesem Bereich zu gefährlichen Situationen kommt. Die neue Asphaltfläche am äußeren Rand der Kurve wurde von den Piloten direkt in die Ideallinie mit einbezogen. Pastor Maldonado schaffte es im Rennen sogar, an dieser Stelle einen Dreher einzubauen.

Niemand will Rosberg-Kettchen

Lewis Hamilton tauchte am Donnerstag mit einer auffälligen Föhnfrisur und mehreren dicken Goldketten im Fahrerlager auf, worauf die Bild-Zeitung titelte: "Hamilton gibt Proll-Gas". Nico Rosberg wurde in seiner Presserunde von einem Boulevard-Journalisten gefragt, was er vom exzentrischen Style seines Teamkollegen hält und welche Schmuckstücke er selbst am Körper trägt. Daraufhin zeigte Rosberg die dezenten Armbänder von Sponsor Thomas Sabo und fragte den verdutzen Pressevertreter, ob er nicht eines der Kettchen geschenkt haben wolle. Der Journalist lehnte dankend ab. Bei den kiloschweren Panzerketten Hamiltons würde man angesichts des aktuellen Gold-Preises wohl eher ins Grübeln kommen.

Propaganda-Presse ausgebremst

Nach der FIA-Pressekonferenz am Donnerstag spotteten internationale Journalisten über einen lokalen Pressevertreter, der die Piloten "kritisch und knallhart" nach ihren beeindruckendsten Erinnerungen der vergangenen Shanghai-Besuche fragte. Doch Felipe Massa und Jenson Button wollten das Propaganda-Spiel nicht mitspielen. "Es wäre schön, wenn ein paar mehr Zuschauer an der Strecke wären", kritisierte Massa. Kollege Button fügte an: "Wir könnten etwas mehr Werbung in der Stadt gebrauchen. Man hat gar nicht das Gefühl, dass hier ein Rennen stattfindet." Worauf der eifrige "Pressevertreter" den beiden versicherte, dass zum Rennen viele Zuschauer kommen werden.

Jorda vs. Wolff

Bernie Ecclestones Vorschlag einer eigenen Frauen-Formel 1 ist nicht bei allen Kandidatinnen gut angekommen. Williams-Testfahrerin Susie Wolff reagierte mit Unverständnis. Sie sei sehr wohl in der Lage, mit der männlichen Konkurrenz mitzuhalten, so der Konter der Schottin. Kollegin Carmen Jorda von Lotus begrüßte dagegen den Vorschlag. "Warum sollen Frauen nicht wie in anderen Sportarten auch untereinander kämpfen?" Zur Kritik von Wolff merkte die Spanierin an: "Momentan haben wir gar keine Möglichkeit, Rennen zu fahren. Mit einer Frauen-WM hätte auch Susie Wolff eine Chance, Weltmeisterin zu werden."

Fan-Aktion geht nach hinten los

Ferrari-Sponsor UPS hat sich für den China-GP eine besondere Aktion einfallen lassen. Über Facebook konnten Fans Bilder einsenden, die dann in das Logo auf dem Seitenkasten des roten Autos integriert wurden. Ein Witzbold hatte ein Comic-Bildchen mit einer nackten Figur in anzüglicher Pose eingeschickt, der es tatsächlich in das Foto-Mosaik schaffte. Nachdem das anstößige Bild im Internet kursierte, wurde der Cartoon nachträglich entschärft.

Ecclestone und die 5 Auserwählten

Bernie Ecclestone lud in Shanghai lokale Nachwuchs-Karttalente ins Fahrerlager ein und organisierte einen Fototermin mit Formel 1-Fahrern. Vor dem dritten Training mussten aber nicht alle Piloten zu dem Gruppenporträt antreten. Willkürlich wählte der F1-Boss nur das Fahrer-Personal von Mercedes und Ferrari sowie McLaren-Star Fernando Alonso aus. Jenson Button war offenbar nicht gut genug. Er durfte wie alle anderen fernbleiben.

Reglement-Änderung hilft Ricciardo

Daniel Ricciardo hatte in China Glück im Unglück. Er musste zwischen Qualifying und Rennen den Motor wechseln. Ein erhöhter Druck im Kühlsystem lässt auf Risse in den Laufbuchsen schließen. Das Renault-Triebwerk wurde nach Paris zur Untersuchung geschickt. Es muss geprüft werden, ob das Aggregat noch einmal eingesetzt werden kann. Nach dem alten Reglement hätte ein Motor, der zwischen Qualifying und Rennen ausgebaut wurde, erst wieder im letzten Saisonrennen laufen dürfen. Doch der entsprechende Paragraf wurde in der Winterpause aus dem Reglement gestrichen.

Wucher-Mieten im China-Fahrerlager

Die Veranstalter des GP China bitten die Teams ordentlich zur Kasse. Für die Pavillons im Fahrerlager müssen die Rennställe am Rennwochenende eine ordentliche Miete zahlen. 28.000 US-Dollar (ca. 26.500 Euro) kostet ein Häuschen in der ersten Reihe. Weiter hinten in der Parkanlage muss für ein Pavillon 18.000 US-Dollar (ca. 17.000 Euro) hingeblättert werden. Während die großen Teams 2 Hütten für Ingenieure und Gäste-Bewirtung beziehen, haben kleine Teams wie Sauber, Manor, Force India oder Lotus aus Kostengründen nur einen Pavillon gemietet.

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