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Radio Fahrerlager GP Deutschland

Offene Rechnungen, unterforderte Testfahrer

Force India Motorhome Foto: dpa 60 Bilder

Der GP am Nürburgring hatte mehr zu bieten als den ersten Sieg von Mark Webber. Die vielen kleinen Geschichten vom Rande der Rennstrecke am Nürburgring gibt es wie immer kompakt in unserer regelmäßigen Rubrik "Radio Fahrerlager".

15.07.2009 Boris Schmidt

Offene Rechnungen bei Force India

Adrian Sutil und Giancarlo Fisichella mussten bis drei Stunden vor dem Start zum GP Deutschland um ihre Teilnahme am Rennen zittern. Es ging um offenstehende Rechnungen für das Force India-Motorhome. Am Sonntagvormittag trafen sich dann Bernie Ecclestone, Teamchef Vijay Mallya und Vertreter des Motorhome-Betreibers Futurecom zu einem klärenden Gespräch.

Warum so spät? Mallya sei nicht gerade ein Frühaufsteher, hieß es bei Force India. Spöttischer Nachsatz. "Dann vergeht wahrscheinlich noch Zeit, bis ihn sein Diener angekleidet hat." Ecclestone streckte dem Team des indischen Milliardärs angeblich 2,3 Millionen Euro vor. Ob das die FOTA auch getan hätte? Wohl kaum. Da wären Sutil und Fisichella beim Rennen wahrscheinlich Zuschauer gewesen.

Kubica organisiert Kart-Rennen zum Zeitvertreib

Das Testverbot ist für manche Fahrer wie eine Zwangsjacke. Um wenigstens in den Pause zwischen den Rennen ein bisschen Speed zu spüren, organisierte Robert Kubica nach dem GP Deutschland in Italien ein gemeinsames Kartfahren mit Sechsgang-Karts und 125 Kubikzentimeter Hubraum. Auch Felipe Massa, Timo Glock, Sebastian Vettel, Nelson Piquet, Vitantonio Liuzzi und Altmeister Michael Schumacher nahmen teil.

Fehlende Kilogramm bei Red Bull

Wo steckt der Fehler? Auf der offiziellen FIA-Gewichtsliste ist das Startgewicht der beiden Red Bull-Piloten mit identischen 661 Kilogramm angegeben. Teamchef Christian Horner besteht aber darauf, dass Sebastian Vettel für eine Runde mehr als Mark Webber Benzin an Bord hatte. Das bestätigen auch die Tanstopps. Vettel kam nach Webber zum Tanken. Beide sind in der dritten K.O.-Runde der Qualifikation jeweils sechs Runden gefahren, haben als auch da im Gegensatz zu Silverstone gleich viel Sprit verbrannt.

Der Unterschied erklärt sich nur so, dass der um 15 Kilogramm leichtere Vettel diese Differenz nicht ausschließlich mit Ballast ausgleicht.

Der Nürburgring gabe 250.000 Besucher für die vier Tage rund um den GP Deutschland an. Wenn die Zahl stimmt, kann man nur sagen: Der Vettel-Faktor hat schon Wirkung gezeigt.

Vettel-Kurzurlaub am Big Apple

Sebastian Vettel hat seine Liebe für New York entdeckt. Letztes Jahr war der Heppenheimer nach dem Saisonfinale zum ersten Mal im "Big Apple". Die Stadt, die niemals schläft, hat ihm so gut gefallen, dass er sich nach seinem Sieg in Silverstone einen viertägigen Kurzurlaub in Manhattan gegönnt hat.

Mercedes-Motoren schwer gefragt

Die FIA hat die Kundenmotorenregel aufgeweicht. Bislang durfte ein Motorenhersteller nur zwei Teams beliefern, das eigene inklusive. Wer wie Mercedes in diesem Jahr einen dritten Rennstall ausrüsten wollte, der brauchte die Zustimmung aller anderen Hersteller. Das wird nun gelockert. Mercedes-Rennleiter Norbert Haug verrät: "Ab 2010 darf ein Hersteller vier Teams mit Motoren versorgen." Anfragen in Stuttgart gibt es offenbar genug. Red Bull, ToroRosso und BrawnGP haben in der offiziellen Nennliste der FIA ihre Motorenpartner für 2010 noch offengelassen.

McLaren ohne Tests

Die jüngste Ausbaustufe des McLaren MP4-24, die am Nürburgring exklusiv Lewis Hamilton zur Verfügung stand, wurde in letzter Minuten fertig. Die meisten Teile kamen in der Nacht zu Freitag per Flugzeug aus England. Testpilot Pedro de la Rosa hat die Version noch nicht einmal im Simulator testen können. "Das war so auf der heißen Nadel gestrickt, dass es noch keine Daten gab, die wir in die Software hätte eingeben können."

Alonso gegen Reifenlotterie

Fernando Alonso begrüßt, dass ab dem GP Ungarn die beiden Reifenmischungen wieder enger zusammenrücken. Es liegt dann nur noch eine Stufe im Weichheitsgrad zwischen den Gummimischungen im Angebot. "Das bedeutet weniger Lotterie. Es macht einfach keinen Spaß, fünf Sekunden langsamer als der Rest zu fahren, wenn der weiche Reifen einbricht. Es ist auch nicht gut für das Image der Formel 1, wenn da mitten im Rennen Autos plötzlich so langsam sind oder ein Reifensatz nicht länger als sieben Runden hält."

ToroRosso: Hoffen auf Budapest

ToroRosso-Teamchef Franz Tost ist nicht zu beneiden. Sein Team rutschte immer weiter ans Ende der Tabelle. Erst mit dem Debüt des jüngsten Red Bull-Modells in Budapest gibt es einen Hoffnungsschimmer. Auch mit seinen Fahrern hat Tost Sorgen. "Bourdais war zu langsam, Buemi ist zu neu. Er ist der erste der Formel 1-Neulinge, der unter dem Testverbot leidet. Letztes Jahr hätte ein Fahrer wie Buemi vor dem GP England noch drei Tage in Silverstone testen können. Das fehlt jetzt, und dafür bezahlen wir.

Testfahrer wollen testen

Pedro de la Rosa drängt die Teams und die FIA, das Testreglement zu lockern. Der Spanier kommt kaum noch zum Fahren, weil während der Saison Testverbot herrscht. Nachwuchspiloten kommen nicht zum Zug, weil ihnen Formel 1-Kilometer fehlen. "Das ist ein Wahnsinn", klagt der Spanier. "Wenn ich morgen einspringen müsste, weil sich einer unserer Fahrer verletzt, würde ich wahrscheinlich einen ziemlich lausigen Job machen. Mangels Fahrpraxis müsste ich extrem vorsichtig zu Werke gehen. Du setzt dich nach so einer langen Pause nicht einfach in ein Formel 1-Auto und fährst gleich am Limit." Für Neulinge ist es noch schwerer. "Wer wie Grosjean und Alguersuari mitten in der Saison ohne vorherigen Test einsteigt, stellt ein Risiko dar."

Vorschlag des McLaren-Testfahrers: "Verzichtet auf fünf der acht Aerodynamiktesttage während der Saison, und erlaubt stattdessen fünf echte Testtage, aber nur für Neulinge oder Testpiloten. Das wäre praktisch kostenneutral."

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