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Radio Fahrerlager GP England 2016

Briten nehmen Rosberg auf die Schippe

Rosberg-Plakat - GP England 2016 Foto: Wilhelm 22 Bilder

Was sonst noch so am Rennwochenende in England passiert ist, erfahren Sie in unserer Rubrik Radio Fahrerlager. Hier haben wir die kleinen Geschichten aus der Formel 1-Gerüchteküche gesammelt. Dieses Mal mit Nico Hülkenberg, Sebastian Vettel, Pascal Wehrlein, Fernando Alonso und vielen mehr ...

13.07.2016 Michael Schmidt, Andreas Haupt

Kein Mitleid mit Mercedes-Piloten

Mercedes-Teamchef Toto Wolff nahm die Abmahnung seiner Piloten nach dem Crash in Spielberg mit Humor. „Ich musste in meiner Zeit als Rennfahrer bei jedem Fall meinen Schaden selbst bezahlen. Unsere Fahrer kriegen viele Millionen dafür. Da sind sie mit unserer neuen Verhaltensregel noch ganz gut weggekommen.“

EU-Behörden zeigen Zähne

Hoffnung für die EU-Piraten in der Formel 1? Force India und Sauber hatten bei der EU-Kommission eine Beschwerde wegen Verletzung der Wettbewerbsgesetze eingereicht. Jetzt hat die Brüsseler Behörde in einem anderen Fall Zähne gezeigt. Sieben spanische Fußballclubs, die von der lokalen Regierung mit Bürgschaften, Grundstücksabtretungen und Steuervorteilen begünstigt worden waren, müssen das Geld zurückzahlen. Das hätte ihnen einen unfairen Vorteil verschafft. Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn warnt jedoch davor, daraus Rückschlüsse auf das Formel 1-Problem zu ziehen. „Hier hat es sich um öffentliche Gelder gehandelt. Bei uns geht es um privatwirtschaftliche Geschäfte.“

Bottas unbeeindruckt

Valtteri Bottas fuhr kürzlich zwei historische Williams. Es waren die Weltmeister-Autos von Keke Rosberg von 1982 und Damon Hill von 1996. Bottas zeigte sich nur mäßig beeindruckt. „Es war eine interessante Erfahrung. Aber die Technik ist so weit weg von heute, dass ich doch lieber die modernen Autos fahre.“

Spezielles Silverstone-Feeling

Die Fahrer spüren die besondere Stimmung des PS-Klassikers am Geburtsort der Formel 1. Jenson Button und seine Liebeserklärung an Silverstone: „Ich campe an der Strecke. Auf dem Weg von meinem Wohnmobil zum Fahrerlager fahre ich durch ein Spalier von Fans. Du siehst überall unsere Landesflaggen und Leute in Teamkleidung. Nicht nur die der englischen Teams. Auch Renault- und Mercedes-Jacken sind darunter. Aber alle wünschen dir Glück, quatschen dich an. Sie mögen die Formel 1 um des Sportes willen, nicht wegen eines bestimmten Fahrers. Nach dem Rennen gehen wir zu den Tribünen, und egal wie dein Rennen gelaufen ist, gratulieren dir die Leute. Es ist eine Atmosphäre, die elektrisiert.“

Rosberg grillt mit Lauda

Es ist der exklusivste Camping Club der Formel 1. Auf dem Gelände des BRDC übernachteten 6 Formel 1-Piloten in ihren Wohnmobilen: Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Jenson Button, Nico Hülkenberg und Sergio Perez mussten die Rennstrecke nicht verlassen, wenn sie von der Arbeit nach Hause fuhren. Rosberg lud 16 Freunde zum Barbecue ein. Auch Niki Lauda schaute vorbei. Rosberg ist auf allen europäischen Rennen ein Motorhome-Schläfer. Das Wohnmobil reiste in 21 Stunden von Spielberg nach Silverstone.

Silverstone-Nachhilfe für Wehrlein

Pascal Wehrlein war vor dem GP England noch nie in Silverstone gefahren, outete sich aber als Fan des britischen GP-Kurses. „Ich glaube, da gibt es viele tolle Kurven. Sie heißen Copse oder Hopse...“ Zur Information. Die Kurve heißt Copse Corner und zählt zu den berühmtesten von Silverstone.

Radio Gaga

Seit dem GP England öffnet die FOM alle 22 Funkkanäle. Das heißt, dass sich die Teams untereinander abhören können. „Wir haben extra Leute dafür abgestellt, die jeden Funkverkehr aufnehmen und abschreiben“, verriet Force India-Teammanager Andy Stevenson. Bernie Ecclestone hat sich dabei bestimmt etwas gedacht, und sicher nicht, dass er den Teams einen Gefallen tut. Man kann davon ausgehen, dass er nächstes Jahr den Funkverkehr gegen Geld an die Fans verkauft.

Weltmeister-Sammlung

Der englische Fotograf Keith Sutton und der Künstler Mark Dickens haben 33 Collagen aller F1-Weltmeister und von Bernie Ecclestone produziert. Zusammen mit Fotos aus der Karriere der Beteiligten wurden Widmungen von Menschen aus dem Fahrerlager eingestreut. Sebastian Vettel kaufte die gesamte Kollektion für eine fünfstellige Summe. Der Ferrari-Pilot ist einer der wenigen Fahrer der Neuzeit mit Sinn für Historie. Vettel hat in seiner privaten Sammlung auch sämtliche Autogramme seiner 31 Weltmeister-Kollegen. „Als ich von dem Projekt hörte, war ich sofort fasziniert. Aber erst als ich die Drucke letztes Jahr in Austin gesehen habe, wurde mir klar, wie außergewöhnlich sie sind. Zusammen mit den Zitaten von so vielen unterschiedlichen Menschen aus dem Motorsport gibt das einen großartigen Eindruck über die Geschichte der Weltmeister.“

Hamilton auf 2 Rädern

Lewis Hamilton wechselte für die Anreise zur Rennstrecke von vier auf zwei Räder. Der dreifache Formel 1-Champion trudelte auf seiner MV Agusta Brutale 800 auf dem Fahrerparkplatz ein. Auch Sebastian Vettel setzte auf die Zweirad-Varianter. Allerdings in kleinerer Form. Der Ferrari-Star tuckerte auf einem Roller an die Piste.

Fernando Alonso - Honda NSX - 2016Foto: Honda

Alonso wünscht sich Honda NSX

Fernando Alonso erprobte vor kurzem auf der Rennstrecke in Estoril den neuen Honda NSX. Der spanische Doppelweltmeister hat Gefallen an dem Hybridsportwagen gefunden. „Ich habe ihnen meine Heimatadresse gegeben und gesagt, welche Farbe ich gerne haben würde“, juxte Alonso. Zwischen 1990 und 2005 legte Honda schon einmal einen NSX auf, der heute Legendenstatus hat. Die Neuauflage wird von einem Biturbo-V6 mit 3,5 Litern Hubraum und 3 Elektromotoren angetrieben. Und mit welchem Auto kreuzte der McLaren-Pilot zum GP England auf? „Ich fahre einen Civic“, verriet der F1-Pilot. Immerhin die Top-Version – einen weinroten Type R mit Vierzylinder-Turbo und 310 PS.

Direktverbindung zur Rennstrecke

Ein erstes Mal in dieser Saison war Vijay Mallya persönlich bei einem Grand Prix vor Ort. Rechtsstreitigkeiten in seiner Heimat Indien hindern den Unternehmer daran, aus England auszureisen. Doch Mallya hat eine Möglichkeit gefunden, sich auch von zu Hause mit seinem Team an der Rennstrecke zu verdrahten. „Ich war vor ein paar Wochen mal bei ihm. Vijay hat ein Kino in seinem Haus. Da habe ich ihn gefragt, warum er sich nicht gleich eine Verbindung zum Kommandostand einrichten lässt. Prompt hat er es gemacht“, plauderte Nico Hülkenberg aus.

Wehrlein mit Augenproblemen

Pascal Wehrlein juckten am Donnerstag in Silverstone die Augen. Man sah es an einer leichten Rötung. „Es brennt. Wahrscheinlich liegt es an den Pollen“, vermutete der Manor-Fahrer. „In Deutschland hatte ich das schon öfters. Aber nicht in England.“ Wehrlein bekam das Problem in den Griff. Ein Reporter empfahl Augentropfen.

Marchionne nickt Räikkönen-Vertrag ab

Ferrari verlängerte in Silverstone den Vertrag mit Kimi Räikkönen um ein Jahr. Teamchef Maurizio Arrivabene erzählte, wie Ferrari den Deal abschloss. „Unser Präsident rief am Donnerstag an und gab sein Einverständnis.“ Personalentscheidungen segnet stets das Oberhaupt ab – in diesem Fall Sergio Marchionne. Räikkönen verspürte Genugtuung, nachdem er in den letzten Wochen fast in jeder Presserunde zu seiner Zukunft befragt wurde. „Es freut mich sehr, dass ich viele Leute enttäuscht habe.“ Er meint diejenigen, die den Iceman nicht mehr bei Ferrari sehen wollten.

Formel 1 und der Brexit

Der bevorstehende Ausstieg Großbritanniens aus der EU treibt die Formel 1-Teams um. „Keiner weiß, wie sich die Situation entwickeln wird. Wir haben eine große Mannschaft in Brackley und es ist dasselbe mit unserem DTM-Team, in dem viele Briten arbeiten. Es sieht so aus, als könnte es große Auswirkungen auf sie haben“, befürchtet Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Der Verfall des britischen Pfunds hat zunächst keine negativen Konsequenzen. „Das schwache Pfund ist nicht so schlimm für uns, weil wir unsere Einnahmen in Dollar ausbezahlt bekommen und vom Mutterkonzern in Euro bezuschusst werden.“

Sauber verzichtet auf Tests

Sauber machte eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung. Das Ergebnis: Wie schon in Barcelona verzichtete die Schweizer Truppe auf die zweitägigen Testfahrten nach dem GP England in Silverstone. Den neuen Heckflügel und Monkey-Seat testete man bereits im Freitagstraining. Mehr gibt es nicht auszuprobieren. Einen Nachwuchspiloten, der für den Test bezahlt, findet man nicht. Es sind Summen von rund 250.000 Euro pro Tag aufgerufen. Einer im Team sagt: „Die Fahrer fordern dafür gleich ein Komplettpaket. Sie wollen dann zum Entwicklungsfahrer oder zum dritten Pilot befördert werden. Oder sie gehen gleich zu einem schnelleren Team.“

Wettquote auf erneuten Mercedes-Crash

In Großbritannien kann man im Prinzip auf alles im Sport wetten. Ein Wettanbieter legte die Quote für einen Zusammenprall der beiden Mercedes-Fahrer in England auf 16:1 fest. Bei einem Einsatz von 10 Pfund hätte es also 160 Pfund raus gegeben. Die Quote für eine Kollision irgendwann im weiteren Saisonverlauf lag vor dem GP England bei 3:1.

Rosberg-Plakat amüsiert Hamilton

Die britischen Fans nahmen Nico Rosberg auf die Schippe. Auf einem Plakat empfahlen sie dem Deutschen bei der nächsten Kurve einzulenken und nicht wie in Spielberg geradeaus zu fahren und einen Unfall zu verursachen. Hamilton amüsierte sich köstlich über das Banner: „Habt ihr das gesehen“, fragte er einige Journalisten. „Ich fand das sehr lustig. Unsere Fans sind einfach die Besten.“

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