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Radio Fahrerlager GP England

Kubica schon mit dem fünften Motor

Robert Kubica Foto: BMW-Sauber 63 Bilder

Silverstone hatte noch mehr zu bieten als den Sieg von Sebastian Vettel und die politischen Ränkespiele der Mächtigen. Die vielen kleinen Geschichten vom Rande der Rennstrecke gibt es wie immer kompakt in unserer regelmäßigen Rubrik "Radio Fahrerlager".

26.06.2009 Michael Schmidt

Fünfter Motor im achten Rennen für Kubica

Heimlich, still und leise verlor Robert Kubica zwei weitere Motoren in Silverstone. Der Schaden im Freitagstraining wog nicht schwer, denn das Triebwerk war am Ende seiner Lebensdauer angelangt. Dass am Samstag ein wesentlich jüngeres Triebwerk ausgebaut werden musste, ist unter dem Gesichtspunkt beunruhigend, dass der Pole vorher bereits zwei "Abschüsse" auf seiner Liste hat.

Kubica ist im achten Rennen bereits bei Motor Nummer fünf angelangt. Acht Triebwerke pro Saison stehen ihm zu. Überzieht er sein Kontingent, muss er für jeden Motorwechsel zehn Startplätze zurück.Bei einem Check des Samstagsmotor in München gab es dann allerdings Entwarnung. Es handelte lediglich um einen defekten Kurbelwellensensor. Das Triebwerk kann deshalb kann deshalb noch einmal wieder eingesetzt werden.

Cosworth-Motor zu durstig

Cosworth wird 2010 mit den drei neuen Teams Campos, USF1 und Manor Grand Prix nach vier Jahren Pause in den GP-Sport zurückkehren. Weil der V8-Motor im Prinzip vier Jahre alt ist, sollen die Cosworth-Kunden im ersten Jahr bis 20.000/min drehen müssen, also 2.000/min mehr als das derzeit gültige Drehzahllimit. Einige Motorenhersteller stören sich daran. Williams-Technikpapst Patrick Head winkt ab: "Davor müsst ihr keine Angst haben. Der Cosworth-Motor verbraucht deutlich mehr als die aktuellen Triebwerke. Die Cosworth betriebenen Autos müssen nächstes Jahr für eine Renndistanz 15 Kilogramm Benzin mehr mitnehmen. Das bedeutet eine halbe Sekunde mehr Rundenzeit und höherer Reifenverschleiß."

Balance-Experiment bei McLaren

Silverstone war der schlechteste Boden für KERS. Nur drei harte Bremsmanöver sind zu wenig, um die Batterien des Hybrid-Systems in einer Runde vollständig zu laden. Die McLaren rechnete anhand seiner Simulationen aus: "Normalerweise bringt uns KERS einen Vorteil von drei Zehntel pro Runde. In Silverstone wären es nur 0,15 Sekunden gewesen." Trotzdem wurde der Hybridantrieb zum ersten Mal ausgebaut. "Wir wollten mal mit extremen Gewichtsverteilungen experimentieren", erklärte Heikki Kovalainen.

Erkennbarer Red Bull-Umbau

Sebastian Vettel durfte den halbneuen Red Bull schon am Donnerstag in der Fabrik eingehend in Augenschein nehmen. Was er gesehen hatte, stimmte ihn zufrieden. "Zum ersten Mal musste mir keiner erklären, was alles neu ist. Diesmal hat man es mit dem blosen Auge erkannt." Vettel will mit dem runderneuerten RB5 WM-Spitzenreiter Jenson Button noch einheizen. Problem könnte Buttons geringe Fehlerquote sein. "Dazu hat er ja noch die ganze zweite Saisonhälfte Zeit", meinte Vettel mit breitem Grinsen.

Bio-Käse für Ecclestone

Jody Scheckter ist unter die Biobauern gegangen. Auf seinem Landsitz in England produziert der Weltmeister von 1979 eine breite Palette von Produkten, von Mozzarella-Käse bis zum selbst gebrauten Bier. Scheckter brachte einige seiner Erzeugnisse als Gastgeschenk für Bernie Ecclestone nach Silverstone.

Neubesetzung der F1-Kommission

Im Zuge der Neustrukturierung der Formel 1 soll auch die Zusammensetzung der Formel 1-Kommission geändert werden. Die Teams fordern zehn Sitze für sich, bei jeweils fünf Stimmen für die FIA und die FOM. "Das wäre ein ausgewogenes Verhältnis", meinte McLaren-Direktor Martin Whitmarsh in Silverstone. Max Mosley konterte: "Wenn das ihr einziges Problem ist, dann können sie diese Zusammensetzung sofort haben."

F1-Klassentreffen in Silverstone

Der GP England lockt die englische Rennsportszene an die die Motten das Licht. Im Fahrerlager von Silverstone trafen sich außer den TV-Kommentatoren frühere GP-Stars Stirling Moss, Jackie Stewart, Nelson Piquet, John Watson, Damon Hill, Jacques Villeneuve, Jody Scheckter, Derek Warwick und Stefan Johansson. Aber auch ehemalige Teamchefs waren unter den Gästen. Tom Walkinshaw, der bei Benetton, Ligier und Arrows gearbeitet hat und der unverwüstliche Jackie Oliver, der zwischen 1967 und 1977 selbst Formel 1-Rennen fuhr und dann das Arrows-Team mit aus der Taufe gehoben hat.

Fast perfektes Red Bull-Wochenende

Für Red Bull lief der GP England fast perfekt ab. Das ganze Wochenende gab es nur einen kleinen Alarm. Bei Mark Webbers Auto stiegen in der zweiten Rennhälfte die Auspufftemperaturen. "Wahrscheinlich kam Schrott von der Kovalainen-Bourdais Kollision in die Kühler", vermutete der Australier.

Piquet sitzt noch immer im Testchassis

Nelson Piquet will für den Nürburgring ein neues Chassis. Der Brasilianer sitzt seit der ersten Testfahrt Ende Januar in Portimao in Chassis 01. Piquet rätselte, warum er auf seiner Spezialstrecke Silverstone soviel Zeit auf Teamkollege Fernando Alonso verlor. "Im letzten Jahr waren wir dort praktisch gleich schnell." Eines muss der Renault-Pilot jedoch zugeben: "In der Becketts-Passage ist Fernando der beste von allen. Ich weiß, was unser Auto kann. Aber wer sich mit diesem Material so durch diese Kurven haut, der ist Extraklasse."

2.500 Arbeiter für zwei Rennautos

Nachdem sich die Teams zum Sparen verpflichtet haben, kommen die schlimmsten Auswüchse der Ära ohne Grenzen ans Tageslicht. Toyota soll vor zwei Jahren ein Budget von 550 Millionen Euro zur Verfügung gehabt haben. Bei Honda arbeiteten zeitweise 2.500 Menschen an dem Formel 1-Projekt. Im letzten Jahr standen fünf Windkanäle zur Verfügung. Die beiden Anlagen des Teams in Brackley, der von Super Aguri gemietete Kanal im Imperial College, der alte Windkanal der ChampCar-Teams in Indianapolis und eine Anlage in Japan, die Dome gehört, von Honda aber genutzt wurde.

Baseball-Training im Fahrerlager

Kazuki Nakajima wechselte am Freitag in Silverstone kurzfristig die Sportart. Der ehemalige japanische Baseball-Star Atsuya Furuta war zu Gast im Williams-Motorhome und so nutzten beide die Gelegenheit, sich vor der Tür ein paar Bälle zuzuwerfen. Nakajima machte dabei einen professionellen Eindruck.: "Ich spiele hobbymäßig oft Baseball", erklärte der Japaner über eine der populärsten Sportarten in seiner Heimat. "Ich mache generell viel Sport, auch wenn in letzter Zeit eher Fußball auf dem Programm stand."

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