Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Radio Fahrerlager GP Indien 2013

Die heißesten Storys aus Delhi

Impressionen - Formel 1 - GP Indien - 25. Oktober 2013 Foto: xpb 44 Bilder

Was sonst noch so am Rennwochenende in Indien passiert ist, erfahren Sie in unserer Rubrik Radio Fahrerlager. Hier haben wir die kleinen Geschichten aus der Gerüchteküche von Delhi gesammelt. Dieses Mal mit Nico Rosberg, Max Chilton, Fernando Alonso, Daniil Kvyat und vielen mehr...

30.10.2013 Michael Schmidt, Bianca Leppert

Altschulden belasten Indien-Veranstalter

Die dritte Ausgabe des GP Indien könnte auch die letzte gewesen sein. Der Buddh International Circuit wäre dann die zweite Sportruine nach Istanbuls Otodrom, die Bernie Ecclestones Expansionspolitik hinterlassen hat. Weitere könnten folgen. Der Veranstalter ist offenbar noch Teile des Startgeldes von 2012 schuldig. Bevor sich immer mehr anhäuft, gewährt Ecclestone seinen Schuldnern ein Jahr Pause. Indiens Bürokratie macht es dem GP-Zirkus leicht, auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Formel 1 zählt im Land der heiligen Kühe als elitärer Sport. Deshalb wäre vom Veranstalter eigentlich eine Unterhaltungssteuer abzuführen. In den ersten beiden Jahren war er davon befreit. Die neue Regierung forderte das Geld ein. Weil die Streckenbetreiber pro Jahr bereits Kosten von 50 Millionen Dollar für Unterhalt und Startgeld tragen müssen, wehrten sie sich. Das höchste Gericht des Landes sollte entscheiden. Um den Grand Prix nicht zu gefährden, wurde die Entscheidung auf ein späteres Datum vertagt.

Kvyat mit Misano-Test zur Super-Lizenz

Toro Rosso-Neuzugang Daniil Kvyat soll noch in diesem Jahr Kilometer im Formel 1-Auto machen. Der 19-jährige Russe wird in Austin und Interlagos am Freitagstraining teilnehmen. Voraussetzung ist aber, dass er bei einem Test in einem 2011er Toro Rosso Anfang November in Misano 300 Kilometer unfallfrei übersteht. Erst dann gibt es die Superlizenz. Auf die Frage, warum das plötzlich so einfach und unbürokratisch geht, hört man im Fahrerlager: FIA-Präsident Jean Todt habe sich dafür stark gemacht. Es fällt seit geraumer Zeit auf, dass der Weltverband Red Bull mit Samthandschuhen anfasst. Verschwörungsfanatiker im Fahrerlager munkeln, es könnte etwas damit zu tun haben, dass Red Bull seit diesem Jahr die Rallye-WM vermarktet. Das ist Todts alte Liebe. Wäscht da eine Hand die andere?

Indischer Amtsschimmel wiehert gewaltig

Teams und Fahrer stöhnen unter dem Papierkrieg, den ihnen die indischen Behörden zumuten. Visa-Anträge sind ein Gang von Pontius zu Pilatus. Die Teamchefs mussten im Vorfeld bis zu 60 Dokumente persönlich zeichnen, die Fahrer 45. Allein an Gebühren werden pro Fahrer bis zu 2.500 Euro fällig. Dazu geht es um die Quellensteuer. Nichts Ungewöhnliches. Auch in Deutschland oder Kanada wird sie erhoben. Der indische Staat aber würde sie gerne vom Umsatz berechnen. Daran wäre das Rennen fast schon einmal gescheitert. Erst als die Inder den Gewinn als Besteuerungsgrundlage akzeptierten, war das Rennen gesichert. Das Problem ist, dass die Diskussion jedes Jahr aufs Neue geführt werden muss.

Mallya macht Politik gegen Kundenautos

Die Kundenauto-Idee wird immer abstruser. Nur Bernie Ecclestone, Ferrari und Red Bull finden sie gut. Inzwischen geistert ein Modell durch das Fahrerlager, das so aussieht: Kundenteams können nur Vorjahresautos einkaufen, lediglich ein Auto einsetzen und bekommen auch nur das halbe Geld aus Ecclestones Schatulle. Wer soll da mitmachen? Das wäre eine Pleite mit Ansage. Force India-Teamchef Vijay Mallya erteilte den Kundenautos die Absage, die sie verdient haben: "Die großen Teams weigern sich die Kosten zu reduzieren, weswegen die Ressourcenbeschränkung nicht funktioniert. Stattdessen versuchen sie jetzt die Kosten mit einer radikalen Kundenauto-Lösung zu senken. Das ist absolut lächerlich. Was passiert dann mit meiner Fabrik, mit meinen Leuten? Ich kann nicht alle rausschmeißen, mir einen Jahreswagen kaufen und damit Rennen fahren. Das geht gegen die DNA der Formel 1."

Alonso stichelt weiter gegen Ferrari

Fernando Alonso erhöht den Druck gegen Ferrari. Seine Spitzen gegen das Team werden immer subtiler. Man muss nur genau zwischen den Zeilen lesen. Drei Beispiele. Auf die Frage, ob Michael Schumacher oder Sebastian Vettel der härtere Gegner auf der Rennstrecke gewesen sei, antwortet Alonso: "Kann ich nicht sagen. Gegen Vettel bin ich nie gefahren." Soll heißen: Ich hatte nie ein Auto, das es mir erlaubt hat, gegen ihn zu fahren." Andere Frage: Bringt eine gelungene Aufholjagd die gleiche Zufriedenheit wie ein Sieg von der Pole Position? Antwort Alonso: "Kann ich nicht sagen. Ich bin seit 2010 bei trockenen Bedingungen nicht mehr auf der Pole Position gestanden." Mit anderen Worten: Ferrari hat kein Auto für den besten Startplatz. Dann erzählt der Spanier, wie stolz er ist, dass er überall willkommen wäre. "Ich bin Ende 2006 von Renault weg, und sie haben mich zwei Jahre später zurückgeholt. Ich habe McLaren verlassen und sie sagen jetzt öffentlich, dass sie mich gerne zurückhaben würden." Für Ferrari ist das wie ein Stich ins Herz.

GP Indien unter der Nebelglocke

Der Smog legte sich wie dichter Novembernebel über den Buddh International Circuit. Auch am Wochenende. Delhis Fabriken schließen nie. Wer am Ende der 1.085 Meter langen Geraden stand, konnte den Anfang nicht sehen. Das dritte Training fing wegen schlechter Sicht mit 20 Minuten Verspätung an. Angeblich, weil der Helikopter nicht fliegen konnte. Die Luftverschmutzung soll an allen vier Tagen weit jenseits dessen gelegen haben, was hierzulande erlaubt ist.

Chilton dank Sponsor-Geldern zu Force India

Max Chilton wird mit Force India in Verbindung gebracht. Der Engländer soll 12 Millionen Euro von der Versicherung AON im Gepäck haben. Chilton selbst sagt aber, dass er ein weiteres Jahr bei Marussia bleiben will: "In der Formel 1 dreht sich alles um Beständigkeit. Ich habe in diesem Jahr viel gelernt und will es in dem Team umsetzen, das ich am besten kenne."

Dan Fallows folgt Prodromou zu McLaren

Vor zwei Wochen haben wir gemeldet, dass McLaren von Red Bull auch den zweiten Aerodynamiker hinter Peter Prodromou abgeworben hat. Nur den Namen waren wir noch schuldig. Es soll sich um Dan Fallows handeln. Er arbeitet wie Prodromou seit 2006 bei Red Bull und war vorher bei Dallara, Jaguar und Lola.

Pic siegt im Rahmenrennen

Das Rahmenprogramm des Grand Prix von Indien ist traditionell eher bescheiden. Wo sonst Porsche Supercup, GP2 und Co. die Zuschauer für die Formel 1 anheizen, bekommen die Fans auf dem Buddh International Circuit nur wenig geboten. Dieses Mal war die indische Formelserie MRF Challenge die einzige Unterhaltung. Damit dort auch ein paar Autos herumfahren, lud man kurzerhand einige europäische Profis nach Indien ein. Das erste Rennen gewann übrigens Arthur Pic, der Bruder des Caterham-Piloten Charles.

Rosberg lässt Hamilton-Lenkrad sabotieren

Nico Rosberg musste am Donnerstag in Indien nicht nur den Medien Rede und Antwort stehen, sondern auch 20 jungen Menschen. Der Mercedes-Pilot ist Laureus-Botschafter und unterstützte das Projekt "Magic Bus", das Kindern in Indien eine bessere Zukunft ermöglichen soll. Er führte die Jungs und Mädels durch das Fahrerlager und zeigte ihnen die Mercedes-Garage. "Ich habe ihnen das Lenkrad von Lewis gegeben und gesagt, dass sie möglichst viel verstellen sollen", grinste Rosberg.

Killer-Aktion gegen Malaria-Mücken

Nachdem es im vergangenen Jahr im Formel-1-Fahrerlager zwei Fälle von Malaria gab, war man dieses Mal noch vorsichtiger. Bei Red Bull und McLaren schwor man auf gelbe Punkte, die auf die Kleidung geklebt werden und so die Moskitos fernhalten sollen. McLaren zog aus der Moskitoplage beim letzten Mal Konsequenzen. Martin Whitmarsh, Sergio Perez und Jenson Button wohnten nicht mehr am Stadtrand von Delhi, sondern zogen direkt an die Strecke ins Hotel. Am Samstagabend sorgte außerdem eine Moskito-Killer-Aktion mit einem Moped, das das ganze Fahrerlager in Rauch einhüllte, für Aufsehen.

McLaren erinnert an verstorbenen Edwards

Mitte Oktober kam der Porsche-Supercup-Pilot Sean Edwards in Australien bei einem Fahrertraining ums Leben. Der Sohn des ehemaligen Formel-1-Piloten Guy Edwards saß als Coach auf dem Beifahrersitz, als der Pilot auf dem Queensland Raceway die Kontrolle über das Auto verlor. Die McLaren-Fahrer Jenson Button und Sergio Perez ehrten den verstorbenen Rennfahrer mit einem kleinen Aufkleber auf ihren Helmen. Edwards könnte möglicherweise posthum noch Champion im Supercup werden. Der Zweitplatzierte Nicki Thiim hat 18 Punkte Rückstand. Außerdem gibt es eine Petition, dass beim Saisonfinale einfach keine Punkte vergeben werden sollen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden