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Radio Fahrerlager GP Japan 2010

Die heißesten F1-Storys aus Suzuka

Marshalls GP Japan 2010 Foto: Daniel Reinhard 32 Bilder

Die kleinen aber nicht minder interessanten Geschichten abseits der Formel 1-Piste von Japan gibt es wie immer in unserer regelmäßigen Rubrik Radio Fahrerlager. Dieses Mal mit Robert Kubica, Nico Hülkenberg, Mark Webber, Lewis Hamilton und vielen mehr.

13.10.2010 Michael Schmidt

Fans stehen im Regen

Die größten Helden von Suzuka waren die Fans. Am Samstag hatten 61.000 ein Ticket gekauft. Wegen des Dauerregens bekamen die Zuschauer im dritten Training nur 46 Runden der 24 Fahrer serviert. Trotzdem blieben die Japaner höflich stumm. Red Bull-Teamchef Christian Horner zog symbolisch den Hut vor so viel Durchhaltevermögen. "Als ich am Samstag ins Fahrerlager kam, da saß eingangs der S-Kurven ganz oben auf der Tribüne ein Typ im gelben Regenmantel. Am Abend war er noch immer. Und am Sonntagmorgen habe ich ihn wieder auf dem gleichen Platz gesehen. Zum Glück hatte er offenbar ein Wochenendticket gekauft. So ist er am Sonntag für den Samstag entschädigt worden."

Alter Finne Räikkönen

Robert Kubica zeigte sich enttäuscht, dass Kimi Räikkönen Renault eine Absage erteilt hat. "Renault hätte einen zweiten Fahrer mit WM-Chancen gut gebrauchen können. Das bringt Punkte und treibt die Entwicklung voran." Teamchef Eric Boullier zeigte Räikkönen die kalte Schulter, nachdem der offenbar an seiner Motivation gezweifelt hatte. Als Retourkutsche ließ das Management des Finnen durchblicken, dass Renault mit der Verbindung zu Räikkönen nur Schlagzeilen machen wollte.

Asphalt-Geschichten Teil I

Die letzte Asphaltschicht auf dem Korean Valley Circuit wurde 17 Tage vor der GP-Premiere in Yeongam aufgetragen. Das weckt Erinnerungen an den GP Belgien 1985, bei dem ein ebenfalls in letzter Minute verlegter Asphalt nach dem Freitagstraining aufgebrochen war. Das Rennen wurde nach einem Fahrerstreik um vier Monate verschoben. Der Tross reiste am Samstagabend ab. Nur Williams tat so, als wäre damals nichts geschehen. Teammanager Dickie Stanford amüsiert sich noch heute: "Frank hat uns befohlen, die Autos für das Rennen vorzubereiten. Also haben wir Samstagnacht alles zerlegt und wieder zusammengebaut, nur um am Sonntagmorgen die Autos in den Lkw zu laden."

Asphalt-Geschichten Teil II

Selbst wenn der Belag beim GP Korea hält, könnte es ein aufregendes Rennen geben. Experten fürchten, dass der neue Asphalt während des GP-Wochenendes sein ganzes Öl ausschwitzen wird, was die Fahrbahn glatt wie Schmierseife werden ließe. "Wir hatten den Fall einmal bei einem Test in Barcelona", erinnert sich Ross Brawn. "Da kam zwei Wochen vorher eine neue Asphaltschicht drauf. Die Testzeiten waren völlig wertlos. Wir sind nur herumgerutscht."

Kleiner Bahnhof für Hülkenberg

Nico Hülkenberg hockte Montagmittag mit seinen Trainer auf einer Bank am Bahnhof von Shiroko, einem Vorort von Suzuka. Es war kaum Betrieb auf dem verschlafenen Provinzbahnhof, sonst hätte der Deutsche eine Fantraube um sich herum gehabt. Der Williams-Pilot war auf dem Weg nach Tokio, um von dort am Abend nach Sydney zu fliegen. Hülkenberg verbindet die Grand Prix von Japan und Korea mit Urlaub und Training in Downunder.

Webber verpasst Vettel-Party

Mark Webber war schon am Sonntagabend nach Australien aufgebrochen. So eilig hatte es selten ein Rennfahrer nach der Siegerehrung. Webber durfte als Erster alle Pressetermine abwickeln. Dann sprintete er zu einem Helikopter, der ihn nach Tokio brachte. Die Zeiten, bei denen Rennfahrer noch die Siegerehrung schwänzen durften sind vorbei. 1977 machten sich Sieger James Hunt und der Zweitplatzierte Carlos Reutemann beim GP Japan in Fuji sofort nach Rennende aus dem Staub. Bernie Ecclestone gab den beiden einen Lift nach Tokio, wo der Abendflug nach Europa wartete. Die enttäuschten Fans bekamen damals auf dem Siegerpodest nur den Drittplatzierten Patrick Depailler zu sehen.

Nur halbe Show für Marchionne

Hoher Besuch bei Ferrari: Fiat-Chef Sergio Marchionne ließ sich von Rennleiter Stefano Domenicali in Suzuka die Geheimnisse der roten Autos erklären. Marchionne sah wenigestens einen Ferrari-Fahrer auf dem Podest. Der andere kam nur 500 Meter weit.

Bell auf dem Abstellgleis

Bob Bell hat Renault verlassen. Der frühere Technikchef, unter dessen Federführung Fernando Alonso zwei Mal Weltmeister geworden war, fühlte sich aufs Abstellgleis geschoben. Seinen Posten hat James Allison übernommen. Bell war nach Flavio Briatores Rausschmiss als Interims-Teamchef erkoren worden, dann aber in der Versenkung verschwunden. Experten glauben, dass Bell bei Force India landen könnte. Der Rennstall aus Silverstone hatte in diesem Jahr einen großen Aderlass im Technikbüro zu verkraften. Unter anderem waren Technikdirektor James Key zu Sauber und Chefdesigner Mark Smith zu Lotus abgewandert. Es wird aber auch über eine Rückkehr zu McLaren spekuliert, wo Bell 15 Jahre lang gearbeitet hat.

Lotus mit Pullrod-Aufhängung

Lotus kauft 2011 das 2010er Getriebe von Red Bull ein. Damit ist auch klar, wie die Hinterachse aussehen wird. Technikchef Mike Gascoyne macht keinen Hehl daraus: "Wir werden das Zugstreben-Prinzip von Red Bull kopieren. Dazu brauchten wir das Getriebe."

Hulk wird wild

Nico Hülkenberg konnte sich wegen des Startunfalls mit Vitaly Petrov gar nicht mehr beruhigen. "Was nur fünf Startplätze muss der zurück? Das ist viel zu wenig für den. Der hat das nicht zum ersten Mal gemacht."

Hamilton auf beiden Ohren taub

Lewis Hamilton klebte in Suzuka wirklich das Pech an den Rennfahrerstiefeln. Nach seinem Trainingscrash und der Strafversetzung wegen eines unplanmäßigen Getriebewechsels kam am Sonntag auch noch eine Ohrenentzündung dazu. Das Balance-Gefühl sei nicht beeinträchtigt gewesen, erzählte Hamilton, "aber ich habe fast nichts mehr gehört." Da musste bei McLaren die gute alte Boxentafel wieder ran.

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