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Radio Fahrerlager GP Spanien 2016

Die heißesten Storys aus Barcelona

Deutsche Piloten - Werbung für Hockenheim - GP Spanien 2016 Foto: sutton-images.com 48 Bilder

Was sonst noch so am Rennwochenende in Barcelona passiert ist, erfahren Sie in unserer Rubrik Radio Fahrerlager. Hier haben wir die kleinen Geschichten aus der spanischen Formel 1-Gerüchteküche gesammelt. Dieses Mal mit Jean Alesi, Pascal Wehrlein, Jorge Lorenzo, Pedro de la Rosa und vielen mehr ...

05/18/2016 Michael Schmidt, Andreas Haupt

Hockenheim wirbt um Fans

Hockenheim hat zwei Monate vor dem GP Deutschland 37.000 Tickets verkauft. Dazu kommen noch 6.000 Besucher auf der Mercedes-Tribüne. Der Veranstalter braucht 55.000 Zuschauer, um mit einer schwarzen Null aus dem Rennen zu gehen. Wenn Hockenheim mit einem Verlust abschließt, ist das 2018er Rennen in Gefahr. "Wir können das der Stadt nicht zumuten", meint Hockenheim-Chef Georg Seiler. Er wirbt für die Veranstaltung mit dem Duell der Mercedes-Piloten und den Ticket-Preisen: "Wir haben die familienfreundlichsten Preise, die es jemals gab. Kinder können 3 Tage für 50 Euro auf allen Plätzen sitzen."

Wenig Interesse an Indy 500

Am 29. Mai steigt das 100. Indy 500. Zwischen den 60er und 90er Jahren traten noch Formel 1-Piloten in Indianapolis an. Heute hält sich das Interesse in Grenzen. "Zu gefährlich", meint Jenson Button. Lewis Hamilton mag die aktuellen Autos nicht: "Als Nigel Mansell 1993 gefahren ist, sahen die Autos noch cool aus. Heute machen sie mich nicht mehr an." Fernando Alonso hofft, dass noch viele Jahre in der Formel 1 vor ihm liegen: "Wenn ich hier aufhöre, will ich zuerst nach Le Mans. Und dann erst nach Indy."

Alesi Junior auf dem Weg in die Formel 1

Jean Alesi wird in diesem Jahr regelmäßig zu den europäischen Grand Prix reisen. Sein Sohn Giuliano debütierte in Barcelona in der GP3-Serie. Alesi Junior soll dort zwei Jahre lang üben. "Eine Saison kostet 700.000 Euro", verrät der Vater. Der zitterte in der Boxengarage mit seinem 16-jährigen Filius mit. "An die Boxenmauer traue ich mich nicht. Ich bin viel nervöser als Guliano im Auto."

Mercedes-Motor ohne Öl

Rio Haryanto bekam in Barcelona seinen zweiten Mercedes-Motor. Ein unplanmäßiger Wechsel. Das erste Aggregat war in Russland verraucht. Als Haryanto in der ersten Kurve über Nico Hülkenbergs Force India sprang, lief der Motor im Stand ohne Öldruck weiter. Das überlebt der beste Mercedes-Motor nicht.

Formel 1-Wunder vs. Fußball-Wunder

Jenson Button wurde auf das englische Fußball-Wunder Leicester angesprochen, und warum so etwas in der Formel 1 nicht möglich sei. "Der Vergleich ist unfair. Motorsport ist eine technische Sportart. Geld lässt sich da sicherer in Rundenzeit umsetzen als im Fußball in gute Ergebnisse." Der Fall Leicester sei auch nicht mit seinem WM-Titel für BrawnGP im Jahr 2009 vergleichbar. "Die Basis für den WM-Titel wurde schon 2008 mit dem Geld von Honda gelegt."

Schumacher - 1996 - GP Spanien 2016Foto: sutton-images.com

Schumi-Jubiläum in Barcelona

Vor 20 Jahren gewann Michael Schumacher in Barcelona seinen ersten Grand Prix für Ferrari. Als Red Bull-Teamchef Christian Horner gefragt wurde, ob er sich noch an diesen Tag erinnere, meinte der 42-jährige Engländer: "Ja, ganz genau. Ich war damals Williams-Fan. Für mich war es ein schlechter Tag, weil Damon Hill und David Coulthard ihre Autos rausgeworfen haben." Sorry, Mister Horner. Coulthard fuhr 1996 schon für McLaren. Sein Nachfolger Jacques Villeneuve wurde Dritter.

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene erinnerte sich etwas genauer: "Ich war an diesem Tag an der Strecke und erinnere mich sehr gut an die Umarmung von Michael, und dass wir Wein aus dem Pokal getrunken haben. Ich mag Wein eigentlich nicht. Der Geschmack war sehr seltsam, das Gefühl sehr gut."

Zweite Karriere für De la Rosa

Pedro de la Rosa hat seine Rennkarriere beendet. "Ich wollte WEC fahren, habe aber keinen Platz gefunden", erzählt der 45-jährige Katalane. De la Rosa ist jetzt für den spanischen PayTV-Sender Movistar Experte. Der 105-fache GP-Teilnehmer geht außerdem wieder in die Schule. Ich mache meine Ausbildung der Wirtschaftswissenschaften fertig. Im Juli habe ich mein erstes Examen."

Schmalspur-Motorhome

Als neues Team muss man nicht nur Rennautos bauen. HaasF1 brauchte für die Europa-Rennen auch ein eigenes Motorhome. Die fahrbare Behausung wurde von der deutschen Firma Bischof und Schenker gebaut. Das Basislager des US-Teams ist eines der kleinsten Motorhomes im Fahrerlager. Als Neuling muss man sich mit einer Breite von 5.50 Meter begnügen.

Hamilton fehlen zwei Sekunden auf Pole-Rekord

Lewis Hamilton umrundete im Qualifying den Circuit de Barcelona-Catalunya in 1:22.000 Minuten. Die Zeit lag 2,6 Sekunden unter der Pole-Zeit des Vorjahres. Damals brauchte Nico Rosberg 1:24.681 Minuten für die 4,655 Kilometer. Vom Quali-Rekord auf der aktuellen Streckenvariante (seit 2007) war Hamilton jedoch 2 Sekunden entfernt. Den erzielte Mark Webber im Red Bull RB6 im Jahr 2010 in 1:19.995 Minuten.

Wehrlein über das DTM-Problem

Zum Saisonauftakt der DTM in Hockenheim gab es reichlich Kleinholz. Die vielen Kollisionen machten ein Problem der Tourenwagen-Serie deutlich. Die Aerodynamikteile zerbrechen zu schnell bei Feindkontakt. Berührungen resultieren zumeist in unfahrbaren Autos. "Es gibt spezielle Bereiche, die sehr empfindlich sind. Zum Beispiel die ganzen Flics. Wenn die weg sind, kannst du praktisch aufhören. Dann verlierst du 3 Sekunden pro Runde. Seitliche Kontakte sind kein Problem. Aber vorn und hinten schon, weil sie stark für die Aero relevant sind. Irgendwo gehören Downforce und Flics aber auch dazu. Du willst ja so schnell wie möglich durch die Kurve jagen. Aber wenn die Teile weniger gebrechlich wären, würde es schon helfen."

Horner erneuert Kritik am Motorenreglement

Ende April segnete die F1-Kommission die Vorschläge zur Kostenreduktion, Leistungsangleichung und Liefergarantie für die Motoren ab. Christian Horner gehen die Änderungen nicht weit genug. "Ein sehr schwaches Abkommen zwischen der FIA und den Herstellern", kommentierte der Red Bull-Teamchef süffisant. "Es kratzt leicht am Preis und nimmt sich etwas der Leistungsangleichung an. Die Verpflichtung der Motorenhersteller, andere Teams zu beliefern, ist nicht wirklich eine. Es ist eine Schande, dass nicht mehr erreicht wurde, aber ich vermute, dass es besser als nichts ist." Red Bull zahlt momentan jährlich 28 Millionen Euro für die Renault-Triebwerke. 2017 würde es 27 sein, 2018 dann 24 Millionen, wenn die Regeländerungen greifen. Weniger werden es nur bei viel Verhandlungsgeschick.

Force India braucht "lucky punch"

Im nächsten Jahr bekommt die Formel 1 ein neues Gesicht. Autos und Reifen werden breiter. Die aggressiveren Rennwagen sollen etwa 4 bis 5 Sekunden schneller sein als die aktuelle Generation. Valtteri Bottas sieht in der großen Reform eine große Chance für Williams, die Lücke nach vorne zu schließen. Nico Hülkenberg ist dagegen vorsichtig. "Die großen Teams haben mehr Möglichkeiten als die kleinen. Sie haben mehr Geld und können dadurch mehrere unterschiedliche Fahrzeugphilosophien testen und abdecken, bevor sie sich für eine entscheiden. Wir bei Force India bräuchten sowas wie einen lucky punch."

Pirelli-Tests in Barcelona, Silverstone und Paul Ricard

Mercedes, Ferrari und Red Bull werden auf Basis ihrer 2015er Rennwagen Hybridautos entwickeln, die den Abtriebslevel der 2017er Generation simulieren. Damit Pirelli seine verbreiterten Reifen testen kann. Ab August soll es nach den Planungen von Pirelli losgehen. Insgesamt versprachen Teams und FIA dem Gummilieferanten 25 Testtage. "Wir wollen auf jeden Fall in Barcelona testen. Auch Silverstone ist angedacht. Und Paul Ricard", verrät Pirelli-Sportchef Paul Hembery.

Lorenzo zu Gast in Barcelona

Am Samstag schaute MotoGP-Star Jorge Lorenzo im Fahrerlager von Barcelona vorbei. Der Spanier führt aktuell die WM-Wertung an, und ist auf dem besten Weg, seinen Titel zu verteidigen. Bislang hat er 5 WM-Siege auf dem Konto. Zwei in der alten 250-cm³-Klasse (2006, 2007, heute Moto2) und 3 in der Königsklasse (2010, 2012, 2015). Schon um 17 Uhr reiste Lorenzo wieder ab. "Ich kann leider nicht bleiben. Am Sonntag geht mein Flieger."

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