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Formel 1: Radio Fahrerlager GP Monaco 2010

Endloses Warten auf den Reifenvertrag

Bridgestone F1-Reifen Foto: xpb 29 Bilder

In unserer regelmäßigen Rubrik "Radio Fahrerlager" haben wir die kleinen, aber nicht minder interessanten Geschichten rund um den Grand Prix in der Türkei gesammelt. Diesmal unter anderem mit Michelin, Hamilton, Mansell, Webber, Kobayashi, Barrichello und vielen mehr.

02.06.2010 Michael Schmidt, Bianca Leppert

Michelin gibt nicht auf

Die Michelin-freundlichen Teams Ferrari, Renault und McLaren luden am Sonntag einen Michelin-Vertreter nach Istanbul ein. Ihm wurden noch einmal die Wünsche der Teams übermittelt. Bernie Ecclestone war sauer. Er und mindestens neun der zwölf Teams favorisieren Pirelli. "Wozu lange herumreden. Es ist alles besprochen. Wir sollten endlich einen Vertrag abschließen." Mercedes-Teamchef Ross Brawn war vor zwei Wochen in das Pirelli-Lager gewechselt: "Michelin wollte nicht die Bedingungen akzeptieren, die im derzeitigen Sportgesetz stehen. Das ist für uns aber Grundvoraussetzung."

Knackpunkt ist der Ausschluss von Wettbewerb. Michelin will sich die Hintertür offenhalten, dass ein Mitbewerber in die Formel 1 einsteigt. "Das ist für Michelin mehr eine philosophische Frage", beschwichtigt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. "Sie sind auch happy, wenn sie fünf Jahre lang allein da wären. Aber die Marketingabteilung braucht zur internen Argumentation, dass es auf dem Papier eine Chance für einen Mitbewerber gibt."

Bridgestone-Reifen halten in Kurve 8

Immerhin gab es in diesem Jahr keine Reifenprobleme in Kurve 8. Acht Sekunden lang liegen Fliehkräfte von bis zu 4,5 g an und belasten das Material. Bridgestone schnitt am Freitagabend mehrere Reifen auf, um nach Strukturschäden zu fahnden. Lewis Hamilton hatte in den letzten beiden Jahren immer Probleme mit seinem rechten Vorderreifen, weil er zu aggressiv durch die Kurve gefahren war. Diesmal hob Bridgestone-Reifenchef Hirohide Hamashima den Daumen: "Wir müssen bei keinem Fahrer eine Rundenbeschränkung aussprechen."

Hamilton kontert Mansell-Kritik

Nigel Mansell hat kürzlich Kritik an Lewis Hamilton geübt. Der Weltmeister von 1992 nannte seinen Landsmann eine "konstruierte Person", die nur dank einer Millionen schweren Mitgift von McLaren Karriere machen konnte. Hamilton reagierte leicht pikiert: "Nigel kann natürlich seine eigene Meinung haben. Er war ein großer Champion, und ich schaue zu ihm auf. Dass so ein Spruch von ihm kommt, habe ich nicht erwartet." Den Vorwurf der McLaren-Finanzspritze lässt Hamilton nicht auf sich sitzen: "Was hätte ich denn machen sollen? Mein Vater hatte nicht genug Geld, um meine Karriere zu finanzieren."

Ferrari-Jubiläum verpatzt

Die Jubiläen häufen sich. Am 13. Mai feierte die Formel 1 ihren 60. Geburtstag. Beim GP Türkei stand Ferrari zum 800. Mal am Start eines Grand Prix. Am 2. Juni jährt sich zum 40. Mal der Todestag von Bruce McLaren, dem Gründer des zweiterfolgreichsten Formel 1-Rennstalls aller Zeiten. Während bei Ferraris Party am Bosporus nach den Startplätzen acht und zwölf wenig Stimmung aufkommen wollte, wäre Bruce McLaren stolz auf seine Erben gewesen. Der Doppelsieg kam gerade recht zum 40. Todestag. In Istanbul verteilte McLaren Erinnerungskarten mit einem Foto des vierfachen GP-Siegers und dessen Lebensmotto: "Das Leben wird an deinen Leistungen und nicht an der Anzahl deiner Jahre gemessen."

Aussies feiern Webber

Der Sieg von Mark Webber in Monte Carlo hat dem WM-Spitzenreiter endlich auch in seinem Heimatland die Anerkennung gebracht, die er verdient. "Mein Sieg in Barcelona fand nur im Sportteil statt. Monaco ist was Besonderes. Da sind auch meine Landsleute aufgewacht. Die Story war in allen Tageszeitungen auf der Titelseite", sagte Webber in der Türkei. Webber spielte in den australischen Medien lange nur eine Nebenrolle. "Meine Landsleute akzeptieren nur Sieger. Wir sind ein sportbegeistertes Land und haben deshalb viele erfolgreiche Sportler. Die Formel 1 fand bis jetzt kaum Beachtung." Das hat sich geändert. Nach der Kollision Vettel-Webber ergriffen die australischen Journalisten samt und sonders Partei für ihren neuen Helden.

Formel 1-Tross zieht nach Asien

Der GP Türkei ist ein seltsames Rennen. Obwohl in diesem Jahr deutlich mehr Zuschauer kamen als 2009 merkte man im 40 Kilometer entfernten Istanbul nichts von der Formel 1. Kein Plakat, keine Werbung, keine Formel 1-Leute. In den ersten Jahren wohnten noch alle Teams im europäischen Teil der Stadt. Doch die langen Staus an den beiden Bosporus-Brücken zwangen die Beteiligten umzudisponieren. Wer zur falschen Tageszeit fährt, kann leicht zwei Stunden verlieren. Deshalb wohnt jetzt praktisch das komplette Formel 1-Feld auf der asiatischen Seite.

Sauber-Piloten außer Haus

Die Sauber-Piloten gehen fremd. Kamui Kobayashi nutzt den Simulator von Toyota. Als Toyota-Protégé darf der Japaner die State-of-the-Art Einrichtung in Köln gratis benutzen. Auch Pedro de la Rosa profitiert von seinen Kontakten. Der Spanier ist ein guter Freund des Hauses McLaren, für die er Jahre lang Testfahrer war. Seine Anfrage, ob er mal einen Tag im McLaren-Simulator üben dürfe, wurde von Teamchef Martin Whitmarsh umgehend positiv beantwortet.

Williams planlos im Istanbul-Verkehr

Nicht nur die Journalisten ärgerten sich über das Verkehrschaos in Istanbul, sondern auch die Teams. Mit einheimischen Fahrer wollte das Williams-Team das Problem lösen. Das Experiment misslang: Die türkischen Fahrer verloren im Großstadt-Dschungel ebenfalls den Überblick und verirrten sich. Schließlich sprang ein Passant ins Auto und brachte die gesamte Mannschaft ins Hotel.

Torte für Rubinho

Rubens Barrichello wurde am 23. Mai 38 Jahre alt und bekam deshalb eine Torte von seinem Team geschenkt. Obendrauf prangte wie in alten Kindergeburtstags-Zeiten ein Rennwagen.

Button wieder solo, Hamilton nicht mehr

Glückliche Nachricht für alle weiblichen Jenson Button-Fans: Der Brite ist wieder Single. Nach fast zwei Jahren Beziehung haben sich das Unterwäsche-Model und der Rennfahrer getrennt. Über die genauen Gründe wollte der McLaren-Pilot nicht sprechen. Man munkelte, es sei ihm zu stressig, ständig zu ihr nach Tokio zu fliegen. Die Beziehung zwischen Teamkollege Lewis Hamilton und Pussycat-Doll funktioniert dagegen so gut wie nie. Zuerst besuchte Hamilton die US-Sängerin bei ihrem Sieg der US-Tanzshow "Let's Dance". Sie revanchierte sich in Istanbul mit dem ersten Auftritt im Fahrerlager in diesem Jahr - und Lewis gewann natürlich prompt.

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