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Radio Fahrerlager GP Ungarn 2010

Fliegende Räder und nicht fliegende Torten

Nico Rosberg Foto: Bridgestone 32 Bilder

Gerüchte, Anekdoten, Boxengeflüster - alles was abseits der Strecke von Budapest passiert ist, lesen Sie in unserer regelmäßigen Rubrik "Radio Fahrerlager". Die Themen der Ungarn-Ausgabe : Stallregie, Pokale, fliegende Räder, fliegende Federn und (nicht fliegende) Torten.

04.08.2010 Tobias Grüner

Die späte Rache des Niki Lauda

Stallregie war immer noch das Thema am Hungaroring. Chefkritiker Niki Lauda hat sie in einer versteckten Form selbst einmal erlebt. Es war 1974 in Monte Carlo. Der Österreicher stand auf der Pole Position, neben ihm Ferrari-Stallrivale Clay Regazzoni. Damals durften der Trainingsschnrllste respektive sein Team den Startplatz noch wählen. Als Lauda am Sonntagmorgen an die Strecke kam, erfuhr er, dass ihn sein Teamchef Luca di Montezemolo auf die schlechtere Straßenseite gestellt hatte und damit Regazzoni auf die bessere. Lauda war sauer: "Spinnt ihr, was soll das?", herrschte er Montezemolo an. Der erwiderte: "Wir wollten dass Ronnie Peterson, der hinter dir steht, auch auf die schlechtere Seite kommt. Er ist unser gefährlichster Gegner." Lauda konnte mit der Logik nichts anfangen und schwor Rache. "Im Rennen habe ich den Clay so gehetzt, bis er sich gedreht hat." Lauda fiel mit Zündungsdefekt aus. Peterson gewann das Rennen.

Eddie Jordan nimmt sich nicht so wichtig

Eddie Jordan stand im Kreuzfeuer der Kritik von Ferrari. Der Ex-Teamchef hatte Ferrari in einer Livesendung der BBC am Hockenheimring derart scharf für die Stallregie kritisiert, dass Ferrari ihm vorwarf, dadurch erst die Untersuchung der FIA eingeleitet zu haben. "So wichtig sind wir nun wieder auch nicht", konterte Jordan. Den Vorwurf, er spreche mit gespaltener Zunge, weil er 1998 in Spa Stallregie zugunsten von Damon Hill betrieben habe, prallte an dem Iren ab. "Das war eine ganz andere Situation. Hill lag vorne, Ralf Schumacher dahinter. Diese Reihenfolge wurde eingehalten, weil ich nicht wollte, dass sich meine zwei Fahrer aus dem Rennen werfen und Alesi, der knapp dahinter lag, den Sieg schenken. Ferrari hat in Hockenheim einen Platztausch befohlen."

Todt steckt in der Zwickmühle

FIA-Präsident Jean Todt steckt bei der Weltratsitzung am 8. September zum Thema Ferrari-Stallregie in der Zwickmühle. Er selbst hatte mit seinem befohlenen Platztausch 2002 am A1-Ring zwischen Rubens Barrichello und Michael Schumacher das Verbot der Stallregie erst ausgelöst. Andererseits ist sein Sohn Nicolas der Manager von Felipe Massa, dem Opfer von Hockenheim. Vielleicht hat Todt deshalb den Vorsitz der Weltratsitzung an Sport-Vizepräsident Graham Stoker abgetreten.

Dennis klagt über klagende Piloten

McLaren-Direktor Ron Dennis hatte aus der Ferne Lewis Hamilton und Jenson Button zugerufen, sie sollten sich nicht über die Qualifikationsschwäche des Autos beklagen sondern Gas geben. Teamchef Martin Whitmarsh nahm seine beiden Piloten in Schutz: "Unser Auto ist im Qualifikationstrim nicht so schnell wie wir das wollen. Das hat technische Gründe. Unsere Fahrer machen einen super Job."

Schmutziger Red Bull

Sebastian Vettels schlechter Start in Hockenheim ist geklärt. Es war nicht die Schuld des Fahrers. Eine Untersuchung förderte zutage, dass die Kupplung verschmutzt war. "Damit stimmten die ganzen Abläufe nicht mehr", erklärte Vettel.

Massa einfach zu langsam

Fernando Alonso ist ein ganz ausgekochter Kerl. In der Auslaufrunde des GP Deutschland hatte er die Unverfrorenheit, seinen Renningenieur Andrea Stella zu fragen: "Was ist mit Felipe passiert? Hatte er ein Getriebeproblem, als ich ihn überholte?" Mark Webber ist einer der wenigen, die Stellung für Alonso beziehen. "Massa hätte die Stallregie verhindern können. Er hätte nur so schnell fahren müssen, dass ihm Fernando nicht hinterherkommt."

Maulkorb für Rosberg

Nico Rosberg wurde von der Mercedes-Presseabteilung für seine harschen Worte in Hockenheim gerügt: "Ich darf nie wieder Katastrophe und Desaster sagen", plauderte der Youngster offen aus dem silbernen Nähkästchen. "Da habe ich auf die Finger bekommen, weil das misinterpretiert wird. Da denken manche anscheinend, dass ich das Team kritisiere. Ich versuche aber nur unsere Situation zu beschreiben. Wir müssen jetzt sagen: "Es läuft ungünstig." Da der Blondschopf schon des Öfteren mit dem Vokabular des Teams in Konflikt kam, fragt er jetzt bei jeder Gelegenheit den Pressesprecher, wie weit er bei seinen Äußerungen gehen dürfe.

FIA-Formel 1-Casting

Am 11. August hat die FIA die Bewerber für den 13. Startplatz zu einem Gespräch nach Paris eingeladen. Eigentlich stehen nur noch drei zur Wahl, doch es haben sich auch zwei Kandidaten angesagt, die vom Verband bereits eine Absage erhalten hatten.

Ein Mann wie eine Eiche

Das fliegende Rad von Nico Rosberg traf ausgerechnet einen seiner alten Mechaniker-Kumpel von Williams. Der Briten Nigel Hope steckte den Aufprall allerdings gut weg. Nach einem kurzen Check im Medical-Center war der Schrauber beim Reifenwechsel von Rubens Barrichello in Runde 55 schon wieder im Einsatz. Auch bei den Abbauarbeiten konnte er mithelfen. "Es ist ein Mann wie eine Eiche", beschrieb Williams-Pilot Hülkenberg seinen Reifenwechsler. Mercedes-Sportchef Norbert Haug entschuldigte sich offiziell bei der Williams-Führung für das Missgeschick. "Wir werden ihm auch noch eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen", teilte der Schwabe mit.

Massas Dank an die Lebensretter

Felipe Massa feierte beim GP Ungarn seinen zweiten Geburtstag. Ein Jahr zuvor war ihm bei 260 km/h eine Schraubenfeder auf dem Helm geprallt. Der Brasilianer erlitt eine Gehirnprellung, die in den ersten zwei Tagen nach dem Unfall lebensbedrohliche Ausmaße angenommen hatte. Ein Jahr danach beendete er die Hitzeschlacht von Budapest als Vierter. Sein bestes Ungarn-Resultat. Ehrengast in der Ferrari-Box war der Chirurg, der Massa in einem Budapester Krankenhaus am Kopf operiert hatte. Bei den Ersthelfern an der Strecke bedankte sich Massa mit einem besonderen Geschenk: dem völlig zerstörten Unfallhelm.

Jubiläum mit neuen Gästen

Am Samstag kam es im Fahrerlager zu einem Gruppenfoto mit dem Veranstalter des GP Ungarn, Bernie Ecclestone und den 24 Fahrern. Mit einer großen Torte wurde der 25. Jahrestag des GP Ungarn gefeiert. Das erste Rennen in Budapest am 10. August 1986 war eine Sensation. Kein Mensch konnte sich seinerzeit vorstellen, dass die Formel 1 einmal hinter dem Eisernen Vorhang gastiert. Von den 24 Fahrern, die mit Ecclestone einen gigantischen Kuchen anschnitten, war 1986 keiner vor Ort. Sebastian Vettel, Sebstien Buemi, Jaime Alguersuari und Kamui Kobayashi waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal geboren.

Kein Porzellan für die Vettel-Vitrine

Sebastian Vettel freute sich nach dem Qualifying bereits auf den Pokal vom Sonntag. "Wenn ich mich recht erinnere, gibt es hier immer eine sehr schöne Trophäe aus Porzellan. Die fehlt mir noch." Wie bekannt ist, wurde es nichts mit dem Sieg. Allerdings muss sich Vettel nicht über den entgangenen Vitrinenschmuck ärgern. Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es für die ersten drei Piloten keine edlen Porzellan-Pokale sondern eine Metallskulptur in der Form des Hauptsponsor-Logos.

Rosberg und Button im Dreikampf

Triathlons kommen immer mehr in Mode. Neben Jenson Button, der schon traditionell am London Triathlon (7.8.) für einen guten Zweck teilnimmt, will nun auch Mercedes-Konkurrent Nico Rosberg in der Sommerpause bei einem Schwimm-Rad- und Lauf-Wettkampf teilnehmen. "Das hat mich schon immer fasziniert", erklärte Rosberg. Wo er sein Triathlon-Debüt geben wird, wollte Rosberg aber nicht verraten.

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