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Radio Fahrerlager GP Ungarn

Erst Renault zerstört, dann Renault bestraft

MOTORSPORT/F1 RENAULT ROADSHOW DUBAI Foto: FREDERIC LE FLOC H 51 Bilder

Neben dem Crash von Felipe Massa, der Strafe gegen Renault und dem Sieg von Lewis Hamilton gingen viele kleinere Nachrichten einfach unter. Wir haben die interessantesten Geschichten in unserer regelmäßigen Rubrik "Radio Fahrerlager" zusammengefasst.

29.07.2009 Michael Schmidt

Mohammed Ben Sulayem war einer der drei Sportkommissare beim GP Ungarn, die Renault für das verlorene Rad am Auto von Fernando Alonso mit einem Grand Prix Sperre bestraft haben. Der 47-jährige ist Präsident des Automobilclubs der Vereinigten Arabischen Emirate und war früher nationaler Rallyemeister. Dass ausgerechnet er Renault für das Vergehen so hart bestraft, hat eine pikante Note.

Ben Sulayem hat kürzlich bei einer Demonstration auf der Rennstrecke von Dubai ein Renault Formel 1-Auto zerstört. Der FIA-Funktionär kam auf gerader Strecke beim Beschleunigen von der Fahrbahn ab und schlug mit dem Heck voran hart in die Boxenmauer ein. Der Crash ist auf Youtube unter "Renault F1 Dubai Autodrome Crash" zu bewundern.

Kubica Fans blieben zuhause

Der GP Ungarn spürt die Wirtschaftskrise. Hauptsponsor ING kaufte letztes Jahr für 2.600 Gäste Paddock Club Tickets. Dieses Jahr schrumpfte das VIP-Kontingent auf 180 Einladungen. Für Fans von Robert Kubica wurde eine Tribüne mit 5.000 Sitzplätzen aufgestellt. Dazu gab es Kappen und Autogramme. 2008 wäre die Tribüne im Handumdrehen ausverkauft gewesen. Dieses Jahr nahmen nur 800 Besucher das Angebot wahr. Kubicas schwache Saison lockte weniger Pole nach Budapest als üblich.

Coulthard-Erinnerungen nach Massa-Crash

David Coulthard erinnerte der Unfall von Felipe Massa im Abschlusstraining des GP Ungarn an einen Vorfall, der ihm an gleicher Stelle 2005 in der Startrunde passierte. "Vor mir hatte Alonso seinen Frontflügel verloren. Das Riesending flog auf mich zu und ist beim Aufprall auf die Nase in tausend Teile zersplittert. Ich hatte Glück, dass mir nur leichtere Kohlefaserteile an den Helm prallten. Im Frontflügel sitzt viel Ballast. Wenn du so ein Stück Wolfram an den Kopf bekommst, bist du tot."

Neue Tafelhalter gesucht

Ab nächstem Jahr dürfen die Teams nur noch 45 Mitarbeiter an die Strecke bringen, die direkt mit dem Einsatz der Autos zu tun haben. Bei vielen Teams war es üblich, dass der Physiotherapeut seinem Fahrer die Boxentafel zeigte. Das geht 2010 nicht mehr, denn dann würde der Physiotherapeut zu dem 45 Mann Kontingent zählen.

F1-Piloten machen Sommerurlaub

Die Formel 1 geht in ihre erste offizielle Sommerpause. Die Fabriken schließen vom 3. bis zum 16. August. Und die Fahrer machen Urlaub. Nick Heidfeld freut sich: "Ich gehen zwölf Tage am Stück in die Ferien. Das hatte ich noch nie." Mark Webber verbringt die Pause in Südfrankreich. "Ein bisschen surfen, Radfahren und viel ausspannen."

Defekte Zeitnahme ließ Piloten ratlos

Nach dem Drama um Felipe Massa am Samstagnachmittag gab es auch eine lustige Szene. Die Zeitnahme, die schon das ganze Wochenende verrückt gespielt hatte, fiel just in dem Moment aus, in dem die Qualifikation zu Ende war. Die zehn Fahrer im Parc fermé standen ratlos da. Der Trainingsschnellste Fernando Alonso erzählte: "Ich fragte einfach meine Kollegen nach ihrer Zeit und verglich sie mit der, die ich im Cockpit bei mir ablesen konnte. Als keiner eine bessere Zeit zu bieten hatte, wusste ich, dass ich die Pole Position hatte." Die Panne war durch eine defekte Induktionsschleife auf der Zielgeraden entstanden.

Renault-Motor wieder konkurrenzfähig

Die ersten drei Autos in der Startaufstellung hatten einen Renault-Motor im Heck. Das ist der beste Beweis, dass die Franzosen ihren Entwicklungsrückstand über den Winter dank der Sondergenehmigung der FIA praktisch wettgemacht haben. "Wir haben etwa 30 PS gefunden", erzählte Flavio Briatore. Trotzdem glaubt der Italiener: "Mercedes ist uns noch ein kleines Stück voraus."

USF1 gibt Rätsel auf

Es gibt nach wie vor Zweifel, ob die drei Teams, die sich für die Formel 1-WM 2010 neu eingeschrieben haben, auch tatsächlich kommen. Die größten Rätsel gibt USF1 auf. Die Vertreter des amerikanischen Bewerbers haben bei den letzten Treffen der Technik- und Sportkommission gefehlt. Christian Klien wollte mit ihnen vor zwei Monaten in Kontakt treten, bekam aber keine konkreten Pläne gezeigt.

BMW wurde schon vor eineinhalb Jahren von Vertretern des Teams in spe angesprochen. Die Amerikaner fragten um Motoren an. "Das einzige, was sie in den Händen hatten, war eine Powerpoint-Präsentation", berichtet BMW-Rennleiter Mario Theissen. Der größte Witz: Peter Windsor, einer der Chefs von USF1, läuft immer noch in Reporteruniform durch das Fahrerlager und macht TV-Interviews.

Ecclestone als Vermittler

Bei den Verhandlungen um den Kostenreduzierungs-Vertrag unter den 13 Teams musste Toyota-Teamchef John Howett eine Niederlage einstecken. Er wollte Änderungen in dem Abkommen per Mehrheitsbeschluss absegnen. Williams legte sich quer. Verhandlungsführer Adam Parr verlangte Einstimmigkeit. Hintergrund: Williams hat Angst, dass die Hersteller bei besserer Wirtschaftslage die Ausgaben wieder erhöhen wollen. Was sie bei einem Mehrheitsbeschluss leichter könnten als bei einem einstimmigen Votum.

Weil sich die Gespräche in diesem Punkt festgefahren hatten, griff Bernie Ecclestone ein. Er brachte Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali, Flavio Briatore und Ross Brawn zusammen und kam nach 15 Minuten zu einer einheitlichen Linie. Williams setzte sich mit seiner Forderung durch.

Mercedes F1-V8 hält 4.800 Kilometer

Mercedes beliefert drei Teams und hat nach zehn Rennen noch keinen einzigen Motorschaden zu beklagen. Ein Triebwerk, das auf dem Prüfstand für die Aggregate im Renneinsatz leiden muss, hält dabei einen einsamen Rekord. Es schaffte 4.800 Kilometer, bevor es seinen Geist aufgab. Zum Vergleich: Der Peugeot-Zwölfzylinder, der dieses Jahr die 24 Stunden von Le Mans gewann, spulte bei seiner Siegesfahrt 5.206 Kilometer ab.

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