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Radio Fahrerlager Grand Prix Monza

KERS-Experiment mit Fortsetzung?

GP Italien 2009 Foto: dpa 51 Bilder

Beim Grand Prix von Italien ist wieder einmal viel passiert. Die interessantesten Randgeschichten aus dem Königlichen Park von Monza lesen Sie in unserer regelmäßigen Rubrik "Radio Fahrerlager". Die Themen: Renault, Piquet, BMW, Fisichella, Barrichello, Grosjean...

16.09.2009 Michael Schmidt, Tobias Grüner

Renault-KERS in Suzuka?

Für Renault hat sich der KERS-Einsatz gelohnt. "Wir haben es hauptsächlich wegen der Qualifikationsrunde und dem Start gemacht", erklärte Fernando Alonso. Der Spanier belegte im Rennen Rang fünf. Ganz zufrieden war er dennoch nicht: "Der Vorteil beim Start war geringer als wir dachten." Der Achte des Trainings war auch in der ersten Kurve Achter. Trotzdem überlegt Renault einen weiteren Einsatz von KERS. "Es ist möglich, dass der Hybridantrieb in Suzuka noch mal ins Auto kommt", verrät Chefingenieur Pat Symonds.

Piquet dementiert Alonso-Zitat

Nelson Piquet senior dementiert, dass er Fernando Alonso der Mitwisserschaft im Singapur-Skandal bezichtigt hat. In der Presse wurde kolportiert, Piquet habe bei der FIA-Untersuchung behauptet, Alonso gehöre zu der Gruppe, die in die Manipulation des Rennens eingeweiht gewesen waren. "Ich habe nur gesagt", so der dreifache Ex-Weltmeister, "dass ein so intelligenter Fahrer wie Alonso bestimmt Fragen gestellt hat, wenn ihm sein Team sagt, dass er nach zwölf Runden zum Tanken kommen soll. Vom 15. Startplatz aus ist das ja nicht gerade eine alltägliche Taktik. Also, ich als Fahrer wäre da misstrauisch geworden. Deshalb kann ich mir persönlich schwer vorstellen, dass Fernando von der Sache nichts gewusst hat."

Teures Knöllchen

Der FIA-Buchhalter freut sich. Drei Piloten besserten mit Tempoüberschreitungen in der Boxengasse die Verbandskasse auf. Spitzenreiter war Kimi Räikkönen, der 7.600 Euro berappen musste. Er wurde mit 97,2 statt der erlaubten 60 km/h gestoppt. Lewis Hamilton zahlte 2.400, Vitantonio Liuzzi 400 Euro.

Mann im Ohr

Die erste Trainingssitzung am Freitag war für Ferrari-Neuling Giancarlo Fisichella eine echte Lehrstunde. "Mein Ingenieur Rob Smedley hat mich permanent instruiert, was ich machen soll, welche Knöpfe ich wann drücken muss. Für mich waren KERS und der verstellbare Frontflügel-Flap Neuland. In der zweiten Trainingssitzung ließ mich Rob in Ruhe. Ich sollte mich in Ruhe an das Auto gewöhnen." Der 36-jährige Römer hat bei Ferrari einen Zweijahresvertrag plus Option. Fisichella ist ab 2010 Test- und Reservefahrer. Er kann aber auch an ein Ferrari-Kundenteam ausgeliehen werden.

F3-Kumpels in der ersten Reihe

Lewis Hamilton und Adrian Sutil sind gut befreundet. In einem Grand Prix kamen sie sich noch nie so nah wie in Monza. Beide standen in der ersten Startreihe. Als Hamilton gefragt wurde, wann er zuletzt mit Sutil in der vordersten Startreihe stand, musste er kurz überlegen: "Das muss in unserer Formel 3-Zeit gewesen sein."

Alte Motoren halten

Bei BMW kamen nach den beiden Motorplatzern im Training Triebwerke älteren Datums ins Auto. Beide Achtzylinder hatten bereits den GP Belgien in Spa auf der Kurbelwelle. "Ihre Laufleistung lag bei 1.000 bis 1.500 Kilometer", erklärte Teamchef Mario Theissen. Je höher das Alter des Motors, umso geringer die Leistung. Nach Angaben von BMW musste man in Monza für die beiden Einsatzmotoren mit einer Leistungseinbusse von mindestens einem Prozent rechnen. Das wären immerhin sieben PS.

Alonso-Kritik an geplanter Loeb-Show

Fernando Alonso sieht einen Formel 1-Abstecher des Rallye-Serienweltmeisters Sebastien Loeb mit gemischten Gefühlen. "Wenn er sich richtig vorbereitet und eine ganze Saison fährt, kann er eine gute Figur machen. Ein Einsatz für ein einzelnes Rennen ohne entsprechendes Testprogramm bringt nicht viel."

Barrichello noch kein Teamplayer

Rubens Barrichello ist beim Thema Stallorder empfindlich. Zu tief sitzt der Stachel, als ihn Ferrari 2002 in Österreich bat, Ferrari-Kollege Michael Schumacher Platz zu machen. "Solange ich mathematische Chancen habe, akzeptiere ich keine Stallregie. Dann höre ich einfach weg. Erst, wenn ich raus aus dem Titelrennen bin, werde ich ein Teamplayer sein."

Crash-Test-Dummie

Romain Grosjean hält einen wenig ruhmvollen Rekord. In jedem seiner drei Grand Prix crashte der Schweizer, der mit französischer Lizenz fährt, in der ersten Runde. In Valencia kam es zu einer Berührung mit Timo Glock. In Spa rammte der Renault-Pilot Jenson Button von der Bahn. Und in Monza kam er in der ersten Schikane mit Giancarlo Fisichella und Nico Rosberg ins Gehege.

Vatanen ausgesperrt

Die Startaufstellung in Monza war wie immer gut bevölkert. Während die Schönen und Reichen die Autos aus der Nähe begutachten konnten, musste einer draußen bleiben: Ex-Rallye-Weltmeister, Dakar-Sieger und FIA-Präsidentschaftskandidat Ari Vatanen kam nicht durch die Sicherheitskontrolle. Er hatte schlicht und einfach keine Pass bekommen. Vatanen-Unterstützer Jackie Stewart sprach von einer Sauerei. F1-Boss Bernie Ecclestone, der für die Ausgabe der Pässe zuständig ist verteidigte die Entscheidung. "Er ist kein Sponsor und kein Teammitglied. Außerdem wollen in Monza immer zehn Millionen Menschen in die Startaufstellung." Die Anzahl der Pässe sei aber begrenzt.

Podium Premiere

Die beiden Brawn-Piloten feierten ihren Doppelsieg auf dem Podium nicht etwa mit Teamchef Ross Brawn, sondern mit Riccardo Musconi, einem Renningenieur von Rubens Barrichello. Für den Italiener ging damit ein Traum in Erfüllung, als er die Trophäe für das siegreiche Team in Empfang nahm. "Im Alter von sechs Jahren ging ich auf die Grundschule, die direkt neben der Strecke von Imola lag", erklärt der Techniker den Ursprung seiner Leidenschaft für Rennsport. "Das war wahrscheinlich das erste Mal, dass ich vom Podium geträumt habe." Ross Brawn erfüllte Musconis Traum ausgerechnet beim Heim-Grand Prix.

Erfahrener Monza-Gast

Fabio Capello, der Trainer der englischen Fußball Nationalmannschaft schaute im Fahrerlager von Monza vorbei und stand während des Qualifyings in der Ferrari-Box. Als er noch Trainer des AC Mailands war, besuchte er das Rennen jede Saison. "Es ist ein Rennen, dass man einfach nicht verpassen darf", schwärmte der Italiener.

Spendabler Schotte

Jackie Stewart feierte am Freitag im Fahrerlager seinen Sieg in Monza vor 40 Jahren. Dafür brachte er extra seinen alten Helm und den Siegerpokal mit. Für alle Gäste gab es Champagner. So spendabel sieht man Schotten selten: "Vergesst nicht, dass ich Vorstandsmitglied bei Moet & Chandon bin", grinste der dreifache Weltmeister.

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