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Radio Fahrerlager GP Türkei

Leere Ränge und frustrierte Fahrer in Istanbul

Fernando Alonso Foto: dpa 51 Bilder

In unserer Rubrik Radio Fahrerlager haben wir all die kleinen Anekdoten zusammengefasst, die sich während des Grand Prix-Wochenendes angesammelt haben. Die Türkei-Ausgabe unter anderem mit Fernando Alonso, der gegen den Frust ankämpft.

12.06.2009 Michael Schmidt

Leere Zuschauerränge in Istanbul haben Tradition. Nur im Premierejahr 2005 war der Grand Prix vor den Toren Istanbuls einigermaßen gut besucht. Autorennen sind in der Türkei kein Premiumsport. Und die Eintrittspreise sind für die Einheimischen viel zu teuer. Auch der Zuspruch aus dem Ausland sinkt. In diesem Jahr sollen türkischen Medien zufolge nur 2.000 Fans eine Reise nach Istanbul gebucht haben. Insgesamt kamen an drei Tagen rund 35.000 Zuschauer. Mark Webber regte nach dem Rennen an: "Warum verschenkt man am Sonntag die Tickets nicht oder verkauft sie für kleines Geld. Es ist traurig, vor so einer Kulisse fahren zu müssen."

Ecclestone als Semi-Veranstalter


Der GP Türkei wird trotz des enttäuschen Zuschauerzuspruchs im Formel 1-Kalender bleiben. Der Vertrag mit Bernie Ecclestone läuft noch bis 2011. Ecclestone tritt in der Türkei als Semi-Veranstalter auf. Das Startgeld wird von der Regierung bezahlt. Er mietet von den Betreibern der Rennstrecke die Einrichtung für kleines Geld. Deshalb macht Ecclestone auch bei halbleeren Rängen kaum Verlust.

Alonso: Titel schon abgeschrieben

Fernando Alonso ist ein Siegertyp. Von 2005 bis 2007 kämpfte der Spanier regelmäßig um den WM-Titel. 2005 und 2006 schloss er als Weltmeister ab. In diesem Jahr hat er den Titel bereits abgeschrieben. Nicht ohne eine Portion Frust: "Heute kämpfe ich genauso hart für einen WM-Punkt wie damals für einen Sieg."

Bloß nicht im Stau stehen

Der Istanbul Park liegt 40 Kilometer außerhalb der Stadt, also auf der asiatischen Seite. Das macht für Beteiligte und Besucher, die im Westteil der Stadt wohnen, die An- und Abfahrt zu einem Geduldsspiel. Wer zur falschen Zeit über den Bosporus will, kann vor einer der beiden Hängebrücken leicht eine Stunde im Stau stehen. Immer mehr Fahrer suchen sich deshalb ein Hotel diesseits des Bosporus. Robert Kubica verzichtete auf das Teamhotel und wohnte im Ostteil der Stadt. Auch Jenson Button umschiffte so die Staus. Rubens Barrichello hatte den kürzesten Weg. Er nächtigte in seinem Motorhome im Umfeld der Rennstrecke.

Coca Cola-Chef ist Türke und Formel 1-Fan

Die Formel 1-Teamchefs spitzten in Istanbul die Ohren. Coca Cola-Chef Muhtar Kent weilte als Gast im Fahrerlager. Der berühmteste Getränkekonzern der Welt hat trat bislang nie offiziell als Sponsor eines Formel 1-Teams auf, wäre aber für jeden in diesem Sport ein attraktiver Partner. Wer jetzt das Gras wachsen hört, den muss man enttäuschen. Muhtar Kent war bereits zum zweiten Mal beim GP Türkei vor Ort. Der erste Mann von Coca Cola hat einen türkischen Pass.

Lob vom Mercedes-Rennleiter

Mercedes-Rennleiter Norbert Haug lobte die Sparmaßnahmen der Teams. Allein beim Motor würden die Kosten für Kundenteams um zwei Drittel gesenkt. "2008 kostete ein Kundenmotor pro Jahr noch 15 Millionen Euro. Heute sind es acht, und im nächsten Jahr fünf Millionen." Haug rechnete anhand dieser Zahlen die Ersparnis für seinen Kunden Force India hoch. "Die haben mit uns einen Fünfjahresvertrag. Das heißt, dass sie die Motoren für insgesamt 50 Millionen Euro billiger bekommen, als wenn noch die Preise von vor einem Jahr gelten würden."

McLaren spart

Leider am falschen Ort. Die Pressemitteilungen werden nur noch elektronisch verschickt, die Statements der Fahrer als Soundfile. Papier wäre geduldiger. Vielleicht sind die Kapitulationserklärungen dem Weltmeister-Team in gedruckter Form zu peinlich.

Schutz vor der Willkür der FIA


Das größte Problem im Streit zwischen der FIA und den Teams war die Gründung der FOTA. Sie ist für FIA-Chef Max Mosley eine Provokation. Flavio Briatore verteidigt den Zusammenschluss der Teams: "Das haben wir doch nur als Schutz vor der Willkür der FIA gemacht."

Kleiner Ausblick auf Silverstone


Der nächste Grand Prix ist der Klassiker von Silverstone. Rubens Barrichello macht eine Liebeserklärung an den englischen Flugplatzkurs. "Eine wunderbare Strecke, eine meiner Lieblingsveranstaltungen und ein Kurs, auf dem ich immer stark war. Wenn ich Button irgendwo schlagen kann, dann dort. Sorry Jenson, aber ich kann keine Rücksicht darauf nehmen, dass du dein Heimrennen unbedingt gewinnen willst." Auch Fernando Alonso fährt gerne in Silverstone und denkt mit einem mulmigen Gefühl darüber nach, dass es der letzte Grand Prix auf der Traditionsstrecke sein könnte: "Es wäre schade, wenn schon wieder eine Traditionsstrecke aus dem Kalender verschwinden würde. Wir haben schon zu viele verloren: Montreal, Imola - das gehört zu einer Formel 1-Saison einfach dazu."

Keiner weiß, wo und wie er nächstes Jahr fährt

Der Formel 1-Krieg hat alles lahm gelegt. Der Fahrer-Transfermarkt ist genauso zum Erliegen gekommen wie die Suche nach Sponsoren. Renault-Teamchef Flavio Briatore stöhnt: "Mir ist schon ein potenzieller Sponsor abgesprungen. Was soll ich Interessenten verkaufen, wenn keiner weiß, wie es weiter geht." Kollege Ross Brawn bestätigt: "Die Verhandlungen stehen still. Für uns ist das ein Problem, weil wir für nächstes Jahr unbedingt Sponsoren finden müssen." Auch die Fahrer können ihre Zukunft nicht planen. Mark Webbers Vertrag läuft Ende der Saison aus. Der Australier gibt zu: "Im Moment brauchst du mit niemandem zu reden. Keiner weiß, wo und wie er nächstes Jahr fährt."

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